Südkorea, Testfahrzeuge

Südkorea: 3.000 fahrerlose Testfahrzeuge auf den Straßen für 2027

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Bau- und Zulassungsregeln sollen Robotik und autonome Mobilität fördern; fahrerlose Taxis starten 2028 in Gwangju.
Eine leere, moderne Straßenkreuzung in einer südkoreanischen Stadt bei Dämmerung mit klaren Fahrbahnmarkierungen. Illustration mit AI erstellt.

In Südkorea hat ein Regierungsausschuss unter dem Vorsitz von Präsident Lee Jae-myung weitreichende Erleichterungen für autonome Fahrsysteme und mobile Roboter beschlossen.

Wie Medien vor Ort berichten, zielen die Maßnahmen darauf ab, regulatorische Sonderregeln zu lockern und den kommerziellen Einsatz von Robotaxis sowie Lieferrobotern im Land deutlich zu beschleunigen. Flankierend dazu soll bis Ende 2026 ein spezielles Robotergesetz verabschiedet werden.

Lockerungen für Gebäude und Bürokratieabbau

Der Beschluss des Regierungsausschusses sieht unter anderem Erleichterungen im Baurecht vor: Flächen in Gebäuden, die für das Warten, Laden oder die Instandhaltung von mobilen Robotern reserviert sind, sollen künftig nicht mehr in die Berechnung der Geschossfläche einfließen.

Zudem plant das Land, Betriebsstandards für Roboter auf Baustellen, Parkplätzen und in Logistikanlagen auszuarbeiten. Start-ups im Technologiebereich sollen spürbar von bürokratischen Lasten befreit werden. Geplant ist eine Reduktion der einzureichenden Verwaltungsdokumente von bisher 331 auf 175, was einem Rückgang um rund 53 Prozent entspricht.

Zeitplan für fahrerlose Mobilität und Testflotten

Auf den Straßen setzt Südkorea ebenfalls auf eine zügige Ausweitung des autonomen Verkehrs. Nach Angaben des Ministeriums für Land, Infrastruktur und Verkehr sollen fahrerlose Robotaxis ab 2028 in Gwangju den kommerziellen Regelbetrieb aufnehmen.

Bereits im Vorfeld wird die Erprobung massiv hochgefahren: Für das Jahr 2027 plant das Verkehrsministerium mit insgesamt rund 3.000 fahrerlosen Testfahrzeugen auf den Straßen. Dies entspricht einem Zuwachs von 2.800 Fahrzeugen gegenüber dem Jahr 2026. Auf Gwangju sollen dabei 800 zusätzliche Einheiten entfallen.

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Das Genehmigungsverfahren für Testfahrzeuge in Gwangju soll zugleich vereinfacht werden. Ausnahmen von den üblichen Pflichten für Fahrzeugführer sollen für autonome Fahrzeuge dauerhaft gelten.

Bereits sicherheitsgeprüfte Fahrzeuge sollen künftig über ein Fast-Track-Verfahren zugelassen werden, wodurch sich die Bearbeitungszeit um mindestens einen Monat verkürzen soll. Zudem wird fahrerlosen Fahrzeugen gestattet, Testzonen zu verlassen, wenn sie sich auf dem Weg zu Betriebshöfen oder Ladestationen befinden.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und Rechenzentren

Um den Übergang in die breite Praxis rechtssicher zu gestalten, plant Südkorea die Einführung eines B2B-Zertifizierungssystems für den gewerblichen Verkauf fahrerloser Autos gegen Ende 2026. Für 2027 ist zudem vorgesehen, die internationalen Sicherheitsstandards der UNECE in nationales Recht zu überführen.

Betreiber autonomer Systeme müssen strenge Vorgaben erfüllen: Das Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr verlangt lückenlose Fernüberwachung, umfassendes Sicherheitsmanagement, definierte Notfallreaktionen sowie robuste Cybersicherheit. Zudem müssen Betriebs- und Fahrdaten zwingend im Inland gespeichert werden. Eine eigens eingesetzte Taskforce soll verbindliche Richtlinien für Fragen der Unfallhaftung erarbeiten.

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Ergänzend zu den Fahrzeugregelungen beschloss der Regierungsausschuss Maßnahmen zur Stärkung der digitalen Infrastruktur. Rechenzentren für Künstliche Intelligenz sollen über ein einheitliches Genehmigungsverfahren schneller errichtet werden können.

Standorte außerhalb der Hauptstadtregion werden dabei von der Prüfung möglicher Auswirkungen auf das Stromnetz ausgenommen. Unbemannte Server- und Kühlräume zählen künftig ebenfalls nicht zur Gebäudefläche. Im Jahr 2027 sollen insgesamt 200 Milliarden Won an Investitionen in die Branche der KI-Rechenzentren fließen.

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