Süßstoffe: Saccharin und Sucralose schädigen Darmflora messbar
15.06.2026 - 04:09:13 | boerse-global.de
Eine Studie aus dem Jahr 2022 liefert nun konkrete Belege.
Forscher des Weizmann Institute of Science untersuchten 120 gesunde Erwachsene. Ihr Fokus lag auf der Wechselwirkung zwischen Süßungsmitteln und dem Darm-Mikrobiom. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachjournal Cell – und die Diskussion darüber hält bis heute an.
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Saccharin und Sucralose als Problemfälle
Die Studie zeigt klare Unterschiede zwischen den Süßstoffen. Besonders Saccharin und Sucralose führten zu einer signifikanten Veränderung der Darmflora. Bei den Probanden verschlechterte sich messbar die Glukosetoleranz.
Anders sah es bei Aspartam und Stevia aus: Auch sie veränderten die Bakterienzusammensetzung im Darm. Eine Auswirkung auf den Blutzuckerstoffwechsel blieb jedoch aus. Offenbar sprechen die verschiedenen Ersatzstoffe unterschiedliche biologische Pfade im Körper an.
Stuhltransplantation beweist Kausalität
Um den Zusammenhang zu erhärten, gingen die Forscher einen Schritt weiter. Sie übertrugen das Mikrobiom der menschlichen Probanden auf keimfreie Mäuse. Die Methode: eine Stuhltransplantation.
Das Ergebnis war eindeutig. Die Mäuse mit der Darmflora von Personen mit verschlechterter Glukosetoleranz entwickelten ebenfalls Stoffwechselprobleme. Der Beweis: Nicht die chemischen Substanzen selbst lösen die Probleme aus. Sondern die veränderte bakterielle Besiedlung des Darms ist der Auslöser.
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Fachgesellschaften uneins
Trotz dieser Erkenntnisse bleibt die Bewertung von Süßstoffen umstritten. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hält den Einsatz für unbedenklich – solange die empfohlenen Höchstmengen eingehalten werden. Sie sieht in den Ersatzstoffen weiterhin ein Mittel zur Kalorienreduktion.
Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnt dagegen vor einem möglichen Diabetesrisiko bei regelmäßigem Konsum. Die unterschiedlichen Positionen zeigen: Die Forschung steht erst am Anfang. Vor allem die langfristigen Auswirkungen auf Darmgesundheit und Insulinhaushalt sind noch nicht abschließend geklärt.
