Suizidprävention, Warken

Suizidprävention: Warken plant Bundesfachstelle gegen 10.000 Fälle jährlich

28.06.2026 - 10:40:42 | boerse-global.de

Das DZPG baut seine Forschung zu psychischer Gesundheit aus. Eine geplante Bundesfachstelle soll die Suizidprävention in Deutschland koordinieren.

DZPG weitet Forschung aus: Psychische Gesundheit im Fokus
Suizidprävention - Eine Gruppe von Menschen in einer Therapiesitzung, die sich mit einem Sozialarbeiter unterhalten und Unterstützung suchen. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nach einer zweijährigen Startphase kündigte das Zentrum im Juni 2026 den Ausbau an – mit Schwerpunkten an den Standorten Halle, Jena und Magdeburg.

Insgesamt sind 28 Einrichtungen an sechs Standorten beteiligt. Das Bundesministerium fĂĽr Bildung und Forschung (BMBF) finanziert das Vorhaben. Beteiligt sind unter anderem das Uniklinikum Jena, die MLU Halle-Wittenberg und das Leibniz-Institut fĂĽr Neurobiologie Magdeburg.

Die Forscher konzentrieren sich auf soziale Interaktionen, entzündliche Prozesse und den Einfluss von Stress. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen – denn seit der Pandemie steigen psychische Erkrankungen in dieser Gruppe. Auch der Zusammenhang zwischen Stoffwechselstörungen und psychischer Gesundheit steht im Fokus.

Bundesfachstelle für Suizidprävention geplant

Auf politischer Ebene tut sich ebenfalls etwas. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der eine Bundesfachstelle für Suizidprävention vorsieht. Ende Juni 2026 startete die regierungsinterne Ressortabstimmung.

Der Hintergrund ist alarmierend: Jährlich gibt es rund 10.000 registrierte Suizid-Fälle in Deutschland. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Fachverbände fordern daher eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer – mit dauerhafter Finanzierung.

Soziale Arbeit: Neue Konzepte für Krankenhäuser und Senioren

Die Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) fordert Ende Juni 2026 bessere Strukturen für Soziale Arbeit in Leitungspositionen an Krankenhäusern. Parallel zeigt eine Evaluation des Deutschen Zentrums für Altersfragen: Spezialisierte Angebote wie die Silbernetz-Hotline erreichen besonders belastete ältere Menschen.

Im Bereich Migration liefert das Projekt BetterCare der KU Eichstätt-Ingolstadt vielversprechende Ergebnisse. Gestufte Versorgungsansätze können die psychische Stabilität junger Geflüchteter effektiv unterstützen.

Träger wie das Unionhilfswerk machen mit Aktionstagen auf Einsamkeit aufmerksam. In Berlin setzen sie auf niedrigschwellige Angebote wie Sportgruppen – um sozialen Rückzug bei Senioren zu verhindern.

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Jährlich 10.000 Suizide – die geplante Bundesfachstelle soll die Prävention bundesweit koordinieren. Doch wie setzen Sie die Forderungen vor Ort um? Die kostenlose Checkliste zeigt, welche Schritte jetzt nötig sind. Checkliste zur Bundesfachstelle anfordern

Long Covid, Schmerztherapie und Ergotherapie: Neue Versorgungskonzepte

Auch bei postviralen Syndromen und in der Schmerzmedizin gibt es Fortschritte:

Postvirale Syndrome: Österreich hat ein neues Behandlungskonzept für Long Covid und ME/CFS verabschiedet. Die Sozialversicherung spielt dabei eine zentrale Rolle. Geplant sind spezialisierte Ambulanzen und ein nationales Referenzzentrum. In Österreich leiden schätzungsweise 73.600 Menschen an ME/CFS.

Schmerzmedizin: Die Deutsche Gesellschaft fĂĽr Schmerzmedizin (DGS) hat den Aufbau ihrer Landeszentren abgeschlossen. Mit dem Zentrum in Sachsen-Anhalt ist jetzt jedes Bundesland vertreten.

Ergotherapie: Die Vergütungen in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen ab dem 1. Juli 2026 um 4,11 Prozent. Der Schiedsspruch gilt bis Ende März 2027.

Fortbildung: Soziale Medien und Sucht im Fokus

Der fachliche Austausch läuft auf Hochtouren. Ende Juni 2026 stehen die Auswirkungen sozialer Medien auf die Psyche und die Behandlung von Suchterkrankungen im Mittelpunkt.

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Forscherin Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum untersucht Risikofaktoren für Mediensucht – und deren Folgen wie Schlafstörungen und Depressionssymptome.

Der Rettungsdienst bekommt Fortbildungen zu neuen psychoaktiven Substanzen. Die DVSG bietet Online-Seminare zu Schwerbehindertenrecht, betrieblichem Eingliederungsmanagement und kultursensibler Kommunikation an.

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