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SWIFT-Reform: Über 50 Banken starten neues Zahlungssystem

Veröffentlicht: 03.06.2026 um 09:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

SWIFT stellt neues Rahmenwerk für schnelle, transparente Auslandszahlungen vor. Parallel treiben Stablecoins und Echtzeit-Umtausch die Branche an.

SWIFT-Reform: Über 50 Banken starten neues Zahlungssystem Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
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SWIFT stellt neues Zahlungssystem vor – über 50 Banken machen mit.

Der internationale Zahlungsverkehr steht vor einem grundlegenden Wandel. Gleich mehrere Großankündigungen am Dienstag und Montag dieser Woche zeigen: Die Branche rüstet sich für schnellere, günstigere und transparentere grenzüberschreitende Transaktionen. Besonders für Privatkunden und kleine Unternehmen könnte sich bald einiges ändern.

SWIFT setzt auf Tempo und Transparenz

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Der Finanznachrichtendienst SWIFT hat am Dienstag ein neues Zahlungsrahmenwerk vorgestellt, das speziell auf internationale Transaktionen von Privatkunden und kleinen und mittleren Unternehmen zugeschnitten ist. Das Ziel: mehr Geschwindigkeit, klare Kosten und verlässliche Laufzeiten.

Mehr als 50 Finanzinstitute haben ihre Unterstützung signalisiert. Über 25 Banken wollen das System bereits bis Ende Juni 2026 implementieren. Zu den ersten Teilnehmern zählen Schwergewichte wie JPMorgan Chase, Bank of America, HSBC, Deutsche Bank, BNP Paribas und Standard Chartered. Auch große Institute aus Indien und Australien sind dabei – darunter die State Bank of India, HDFC Bank, ICICI Bank und ANZ.

Die erste Phase deckt Korridore zwischen den USA, Großbritannien, Deutschland, China, Indien und Kanada ab. Das System unterstützt sowohl traditionelle Fiat-Währungen als auch digitale Vermögenswerte.

Stablecoins erobern den Massenmarkt

Parallel dazu treibt MoneyGram die Integration digitaler Währungen voran. Der Zahlungsdienstleister hat am Dienstag seinen eigenen USD-basierten Stablecoin MGUSD auf der Stellar-Blockchain gestartet. Der Token wird über die Plattform Bridge ausgegeben, nutzt Smart Contracts von M0 und wird von Fireblocks verwahrt.

MoneyGram integriert den Stablecoin in eine Self-Custody-Wallet innerhalb seiner App – und erreicht damit rund 60 Millionen aktive Nutzer. Der Schritt folgt einem klaren Branchentrend: Immer mehr Unternehmen setzen auf Blockchain-basierte Abwicklung.

Erst am Montag gab TransferMate eine Partnerschaft mit BVNK bekannt. Ziel ist die Integration von Stablecoin-Infrastruktur für Echtzeit-Zahlungen im B2B-Bereich und bei Gehaltsabrechnungen. Das neue System arbeitet rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, und konzentriert sich auf USDC, USDT sowie Euro-basierte Stablecoins.

Der gesamte Stablecoin-Sektor hat laut aktuellen Marktdaten in den vergangenen Monaten einen Rekordwert von 322 Milliarden US-Dollar erreicht.

Auch ClearBank Europe ist Anfang Juni in diesen Markt eingestiegen. Mit dem neuen Dienst „Digital Asset Rails" können regulierte Finanzinstitute Transaktionen über den EURC-Stablecoin abwickeln und sofort in Fiat-Währung umtauschen – abgewickelt über SEPA Instant.

Echtzeit-Währungsumtausch: Mastercard testet mit Zentralbanken

Mastercard hat am Montag seine Teilnahme an einem Pilotprojekt des Eurosystems auf der TIPS-Plattform angekündigt. Gemeinsam mit der dänischen und der schwedischen Zentralbank testet der Kartenriese den sofortigen Währungsumtausch zwischen Euro und Dänischer Krone.

Das Besondere: Das Projekt nutzt ein atomares Abwicklungsmodell. Das bedeutet, dass beide Seiten einer Transaktion gleichzeitig ausgeführt werden – ähnlich wie bei einem Tauschgeschäft. Das Ziel ist es, Zwischenhändler überflüssig zu machen und internationale Überweisungen genauso schnell abzuwickeln wie Inlandszahlungen.

Mastercard fungiert dabei sowohl als ein- als auch als ausgehende Zahlstelle im Rahmen des „One Leg Out Instant Credit Transfer"-Frameworks.

Die Lücke in der Praxis: Trotz Fortschritt noch lange nicht perfekt

So vielversprechend die neuen Systeme klingen – die Realität sieht oft anders aus. Eine im April 2026 veröffentlichte Studie von Thunes und Juniper Research zeigt erhebliche Lücken in der globalen Zahlungsinteroperabilität. Befragt wurden 6.763 Personen in zehn Ländern.

Das Ergebnis: In vielen großen Märkten warten Empfänger immer noch tagelang auf internationales Geld. In Indien berichteten 46 Prozent der Empfänger von mehrtägigen Verzögerungen. In Brasilien waren es 42 Prozent – und das trotz des Erfolgs des heimischen Echtzeitsystems Pix.

Immerhin: 48 Prozent der Befragten nutzen inzwischen Mobile Wallets als primären Kanal für internationale Überweisungen. Die Nutzung von Kryptowährungen für grenzüberschreitende Zahlungen ist mit durchschnittlich 11 Prozent weltweit noch gering – in Nigeria liegt sie jedoch bei beachtlichen 40 Prozent. Die dortige Wertpapieraufsicht hat kürzlich neue Kapitalanforderungen für Krypto-Börsen erlassen. Die Frist zur Umsetzung endet am 30. Juni 2027.

Europäische Regulierung nimmt Fahrt auf

In Europa stehen die Weichen für die nächste Stufe der Regulierung. Die PSD3- und PSR-Richtlinien stehen kurz vor der Finalisierung. Erwartet wird der Abschluss bis Mitte 2026, die Umsetzung soll 2027 und 2028 erfolgen.

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Bereits ab 2025 gilt die EU-Verordnung für Echtzeit-Zahlungen. Sie schreibt unter anderem die verpflichtende Überprüfung des Zahlungsempfängers vor.

Die Banken reagieren bereits jetzt auf die neuen Rahmenbedingungen. Am Montag haben mehrere europäische Institute ihre Konditionen angepasst. Die mBank strich Gebühren für Debitkarten und bestimmte Sparkonten-Überweisungen. Die UniCredit Bank hingegen erhöhte die Gebühren für Filial-Daueraufträge und papierbasierte SEPA-Überweisungen in Länder außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums.

In Ungarn setzte Revolut vorübergehend eine geplante Transaktionsgebühr aus – der Grund: Der Neobroker migriert seine Nutzer derzeit auf eine lokale Filialstruktur.

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