Krebsexperten, Schutz

Krebsexperten fordern zum Schutz: Tabaksteuer erhöhen

01.09.2025 - 04:00:58

Tabaksteuer rauf, Krebsrisiko runter? Warum Fachleute vor allem Jugendliche im Visier haben – und was E-Zigaretten so gefĂ€hrlich macht.

  •  Auch der Dampf von E-Zigaretten enthĂ€lt Stoffe, die als krebserregend gelten. (Archivbild) - Foto: Roberto Pfeil/dpa

    Roberto Pfeil/dpa

  • Fast jede fĂŒnfte Krebsdiagnose in Deutschland ist durch das Rauchen bedingt. (Archivbild) - Foto: Hannes P. Albert/dpa

    Hannes P. Albert/dpa

  • 2023 starben in Deutschland rund 131.000 Menschen an den gesundheitlichen Folgen des Rauchens. (Archivbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

    Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

 Auch der Dampf von E-Zigaretten enthĂ€lt Stoffe, die als krebserregend gelten. (Archivbild) - Foto: Roberto Pfeil/dpaFast jede fĂŒnfte Krebsdiagnose in Deutschland ist durch das Rauchen bedingt. (Archivbild) - Foto: Hannes P. Albert/dpa2023 starben in Deutschland rund 131.000 Menschen an den gesundheitlichen Folgen des Rauchens. (Archivbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten und Raucher und Raucherinnen zum Aufhören zu motivieren, sollte die Tabaksteuer aus Sicht von Fachleuten regelmĂ€ĂŸig deutlich erhöht werden. Dies sei die wirksamste Maßnahme, sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, Prof. Michael Baumann, zum Start der Nationalen KrebsprĂ€ventionswoche.

Australien zum Beispiel habe neben anderen Maßnahmen eine jĂ€hrliche Steigerung der Tabaksteuer um zehn Prozent umgesetzt, erklĂ€rte Baumann. «Und dort ging der Raucheranteil auf zehn Prozent zurĂŒck.»

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bezeichnete Rauchen als das grĂ¶ĂŸte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland. «Wer nicht raucht oder mit dem Rauchen aufhört, ergreift bereits die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme gegen die Entstehung von Lungenkrebs.»

«Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Krebsrisikofaktor» 

An gesundheitlichen Folgen des Rauchens starben den Angaben nach 2023 rund 131.000 Menschen in Deutschland. Dies entspreche in etwa jedem siebten Todesfall (13,7 Prozent), heißt es im aktuellen Tabakatlas des DKFZ. Die Entwicklung der Zahl tabakbedingter TodesfĂ€lle spiegele die des Rauchens bei MĂ€nnern und Frauen ĂŒber die vergangenen Jahrzehnte wider: Bei Frauen steigen die Zahlen kontinuierlich an, wĂ€hrend sie bei MĂ€nnern sinken.

Den grĂ¶ĂŸten Anteil der aufs Rauchen zurĂŒckgehenden Ursachen machen laut dem Tabakatlas mit 42 Prozent der TodesfĂ€lle Krebserkrankungen aus, kardiovaskulĂ€re Erkrankungen etwa ein Drittel und Atemwegserkrankungen ein Viertel. Fast jede fĂŒnfte Krebsdiagnose hierzulande ist der Mitteilung zufolge durch Rauchen bedingt. «Rauchen ist damit der wichtigste vermeidbare Krebsrisikofaktor.» 

Rauchen verursache neben Lungenkrebs mindestens weitere 16 Krebsarten wie Tumore im Mund, Rachen und Kehlkopf, Darm-, Magen- sowie Speiseröhrenkrebs. Rauchende hĂ€tte ein mehr als doppelt so hohes Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Probleme wie Nichtraucher und ein doppelt so hohes fĂŒr SchlaganfĂ€lle.

Neue Generation NikotinabhÀngiger durch E-Zigaretten 

Auch wenn die Gefahren vielen bekannt seien, rauchten in Deutschland mehr als 28 Prozent der Erwachsenen, hieß es auf Basis von Zahlen der Befragung «Gesundheit in Deutschland aktuell» (GEDA) des Robert Koch?Instituts. Dabei wurde den Angaben nach gefragt, ob man Tabakprodukte einschließlich Tabakerhitzer nutze. E-Zigaretten und Ă€hnliche Produkte sollten bei der Beantwortung ausgeschlossen werden.

Bei Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren bezeichneten sich gemĂ€ĂŸ der DrogenaffinitĂ€tsstudie 2023 der Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung gut sieben Prozent gegenwĂ€rtig als stĂ€ndige oder gelegentliche Raucher. Besonders bei ihnen seien E-Zigaretten beliebt, heißt es in der Mitteilung. Doch auch in ihrem Dampf seien Stoffe, die als krebserregend gelten. 

Einige Produkte enthielten zudem einen hohen Anteil des Suchtstoffs Nikotin. «Durch die E-Zigarette entsteht gerade eine neue Generation NikotinabhĂ€ngiger – mit gesundheitlichen Folgen, die wir heute nicht absehen können», erklĂ€rte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe, Franz Kohlhuber. Trotz geltenden Werbeverbots wĂŒrden sie in den sozialen Medien und in Musikvideos angepriesen und als harmlose Lifestyle-Produkte dargestellt, kritisierte er. «Wir fordern deshalb die konsequente Umsetzung von Werbeverboten insbesondere in den sozialen Medien.»

#FaktenUnvernebelt 

Im Zuge der KrebsprÀventionswoche wollen das DKFZ, die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) dieses Jahr zum Schwerpunktthema «Fakten gegen Dampf und Rauch» aufklÀren. Unter anderem gebe es Interviews mit Experten und Expertinnen als Podcasts auf der Internetseite www.krebspraeventionswoche.de. Zudem seien die Infos unter dem Hashtag #FaktenUnvernebelt auf Instagram, Facebook, X und LinkedIn zu finden.

@ dpa.de