Tagesschlaf und Demenz: HĂ€ufige Nickerchen gehen mit 48 Prozent mehr Risiko einher
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 17:16 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine US-Langzeitstudie der Johns-Hopkins-UniversitÀt beleuchtet den Zusammenhang zwischen Schlafmustern am Tag und dem spÀteren Auftreten kognitiver Erkrankungen.
Im Rahmen der in der Fachzeitschrift The Journals of Gerontology veröffentlichten Untersuchung wurden 995 Personen ab 65 Jahren analysiert, die ĂŒber das Medicare-System versichert waren und zu Beginn der Beobachtung im Jahr 2013 keine Anzeichen einer Demenz aufwiesen.
Bis zum Ende der Nachbeobachtung im Jahr 2023 stuften die Forschenden 417 Teilnehmende â was einem Anteil von rund 42 Prozent entspricht â als mögliche oder wahrscheinliche DemenzfĂ€lle ein.
HĂ€ufiges Nickerchen und kognitiver Abbau
Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen einen statistischen Zusammenhang zwischen regelmĂ€Ăigen Ruhephasen am Tag und dem Erkrankungsrisiko. Bei Personen, die an den meisten Tagen oder tĂ€glich tagsĂŒber schliefen, zeigte sich ein um 48 Prozent höheres Demenzrisiko im Vergleich zu jenen, die selten oder nie ein Nickerchen machten.
In der Gruppe mit hÀufigem Tagesschlaf entwickelten 51 Prozent eine Demenz, wÀhrend der Anteil bei gelegentlichem Schlaf bei 42 Prozent und bei seltenem oder keinem Tagschlaf bei 38 Prozent lag.
Zudem war ein unbeabsichtigtes Einschlafen wĂ€hrend des Tages mit einem um 39 Prozent höheren Risiko fĂŒr eine Demenzerkrankung verbunden. Auch die Dauer der Ruhephasen spielte eine Rolle: Nickerchen von 30 Minuten oder weniger gingen mit einem um 40 Prozent höheren Demenzrisiko einher.
Vergesslichkeit oder hĂ€ufige MĂŒdigkeit ab 50 können harmlose Begleiterscheinungen des Alters sein, aber auch wichtige Warnsignale darstellen. Ein kostenloser Selbsttest mit sieben gezielten Fragen hilft Ihnen dabei, eine erste EinschĂ€tzung zu Ihrer geistigen Fitness zu erhalten. Hier den 2-Minuten-Demenz-Selbsttest kostenlos starten
Dieser Zusammenhang verlor jedoch seine statistische Signifikanz, wenn die DemenzfĂ€lle der ersten fĂŒnf Jahre aus der Betrachtung ausgeschlossen wurden. Wurden umgekehrt ausschlieĂlich jene FĂ€lle analysiert, die erst ab fĂŒnf Jahren nach Beobachtungsbeginn auftraten, lag das Risiko bei hĂ€ufigem Mittagsschlaf um 75 Prozent höher.
Methodische Grenzen und differenzierte Einordnung
Der beobachtete Zusammenhang blieb auch nach statistischer Bereinigung um Faktoren wie Demografie, Allgemeingesundheit, Nachtschlaf und spezifische Schlafgewohnheiten bestehen. Geplante Nickerchen lieĂen demgegenĂŒber keinen eindeutigen Zusammenhang erkennen.
Hinsichtlich der Aussagekraft weisen Berichte auf methodische EinschrĂ€nkungen hin. Es handelt sich um ein Beobachtungsdesign, das keinen KausalitĂ€tsnachweis ermöglicht. Zudem wurden die Schlafgewohnheiten lediglich zu einem einzigen Zeitpunkt erfasst, und die Einstufung einer Demenz erfolgte ĂŒber einen Algorithmus ohne individuelle klinische EinzelbestĂ€tigung.
Wer seine geistige VitalitĂ€t proaktiv unterstĂŒtzen möchte, kann bereits mit kleinen Anpassungen im Alltag viel bewirken. Dieser kostenlose Ratgeber stellt Ihnen elf praktische Ăbungen und Tipps vor, mit denen Sie Ihr GedĂ€chtnis und Ihre Konzentration bis ins hohe Alter stĂ€rken können. Kostenlosen Ratgeber fĂŒr mehr geistige Fitness herunterladen
Fachleute betonen daher, dass ein hĂ€ufiges Nickerchen am Tag möglicherweise weniger die Ursache als vielmehr ein frĂŒhes Warnzeichen beginnender VerĂ€nderungen im Gehirn darstellt.
Vor dem Hintergrund von rund 6,9 Millionen Demenzkranken in den Vereinigten Staaten und einer dort bis 2060 erwarteten Verdopplung der Fallzahlen raten Mediziner dazu, eine anhaltende SchlÀfrigkeit am Tag Àrztlich abklÀren zu lassen.
