Taschendiebstahl: Polizei warnt bis 9. Oktober vor Ablenkungstricks
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 00:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Polizei Berlin, die Polizei Brandenburg und die Bundespolizei haben eine gemeinsame Aktionswoche gegen Taschendiebstahl ins Leben gerufen. Die Kampagne soll bis Freitag, den 9. Oktober 2026, Bürger, Reisende sowie Touristen gezielt über die Vorgehensweisen von Tätern aufklären und für Schutzmaßnahmen sensibilisieren.
Den Auftakt bildete eine Informationsveranstaltung in den Bahnhofspassagen am Potsdamer Hauptbahnhof, bei der Beamte typische Diebstahlsszenarien demonstrierten.
In Potsdam spielten Einsatzkräfte nach, wie Kriminelle unbedarfte Situationen ausnutzen: Während ein Täter ein potenzielles Opfer anspricht, nach dem Weg fragt und zur Ablenkung etwas auf dem Smartphone zeigt, greift ein Komplize von hinten unbemerkt in eine locker über der Schulter getragene Tasche und entwendet die Geldbörse. Trotz rückläufiger Fallzahlen warnen die beteiligten Polizeibehörden vor anhaltenden Risiken im öffentlichen Raum.
Professionelle Banden im Visier der Ermittler
Die Berliner Polizei registrierte im vergangenen Jahr 13.621 Taschendiebstähle im Stadtgebiet. Nach Erkenntnissen der Ermittler stehen hinter vielen dieser Taten straff organisierte Banden aus Süd- und Osteuropa. Wie LKA-Ermittler Rodion Makufke erläuterte, agieren die Täter entsprechend geübt und arbeiten häufig mit klarer Aufgabenteilung.
Das Landeskriminalamt Berlin warnt zudem vor speziellen Vorgehensweisen, bei denen ältere Menschen aus Fahrzeugen heraus nach Auskünften gefragt und während einer vorgetäuschten Dankesumarmung echte Schmuckstücke unbemerkt gegen billige Imitate getauscht werden.
Taschendiebe schlagen vor allem in Supermärkten, an Bahnhöfen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln zu. Dabei greifen sie nur selten zu körperlicher Gewalt, sondern nutzen vor allem Momente der Unaufmerksamkeit, Gedränge oder künstlich erzeugte Ablenkungen wie Anrempeln.
Die Ermittler raten daher dazu, Wertgegenstände wie Bargeld und Mobiltelefone eng am Körper in Bauchtaschen zu tragen und Reißverschlüsse zusätzlich mit Karabinerhaken zu sichern, statt Wertsachen lose in Jacken- oder Hosentaschen mitzuführen.
In Bahnhöfen, Zügen und Supermärkten nutzen Taschendiebe vor allem Momente der Unaufmerksamkeit — ein Anrempeln, eine Frage nach dem Weg, ein Blick aufs Handy genügt. Wer weiß, wie die Maschen ablaufen, macht es den Tätern deutlich schwerer. Kostenlosen Schutz-Leitfaden jetzt anfordern
Während die Berliner Polizei während der Woche verstärkt vor Supermärkten informiert, übernimmt die Bundespolizei entsprechende Aufklärungsmaßnahmen auf Bahnhöfen und in Reisezügen.
Bundesweite Beteiligung an der Aktion
Das zugrundeliegende Präventionskonzept war 2022 von der Polizei Berlin initiiert worden und zieht mittlerweile bundesweite Kreise. In Nordrhein-Westfalen beteiligt sich die Landespolizei in der aktuellen Kalenderwoche bereits zum vierten Mal an den koordinierten Schwerpunktaktionen. In Nordrhein-Westfalen gingen die registrierten Taschendiebstähle zuletzt von 39.757 Fällen im Jahr 2024 auf 35.337 Delikte im Jahr 2025 zurück.
Im Rahmen der Maßnahmen führt die Polizei im Märkischen Kreis am 7. Oktober 2026 Aktionen im öffentlichen Raum und eine Telefonberatung durch. Zudem informieren unter anderem die Kreispolizeibehörden in Coesfeld und Unna mit speziellen Angeboten vor Ort.
Auch in Thüringen beteiligen sich die Sicherheitskräfte bis zum 9. Oktober 2026 an der Schwerpunktkampagne. Die Landespolizeiinspektion Jena führt im gesamten Schutzbereich, darunter in Weimar, Apolda und im Saale-Holzland-Kreis, zahlreiche Informationsstände vor und in Einkaufszentren durch.
Locker über der Schulter getragene Taschen sind das Lieblingsziel: Während ein Täter ablenkt, greift ein zweiter von hinten zu — Smartphone und Ausweise sind weg. Wie Sie Wertsachen körpernah tragen und Reißverschlüsse mit Karabinerhaken sichern, zeigt dieser Leitfaden Schritt für Schritt. Sichere Trageweise jetzt nachlesen
Parallel dazu ist die Bundespolizei bundesweit im Zugreiseverkehr und auf Bahnhöfen aktiv, um Reisende vor Diebstählen von Handgepäck und Mobilgeräten zu schützen.
Dass die Gefahr alltäglich bleibt, zeigte sich unter anderem bei der Bundespolizeiinspektion Erfurt, die nach einem Diebstahl vom 4. Oktober 2026 ermittelt, bei dem einer Zugreisenden zwischen Jena-Göschwitz und Kahla das Smartphone samt Ausweisen entwendet wurde.
