Tau-Ausbreitung, Therapie

Tau-Ausbreitung gestoppt: Neue Therapie reduziert um 99%

05.07.2026 - 08:51:03 | boerse-global.de

ETH-Forscher entdecken Protein GRK2 als Alzheimer-Treiber. Bluttests und Diabetes-Medikamente zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Alzheimer-Forschung: Neue Bluttests und Wirkstoffe im Fokus
Tau-Ausbreitung - Ein detailliertes Modell eines Gehirns mit leuchtenden Nervenbahnen und mikroskopischen Proteinstrukturen, das Alzheimer-Forschung darstellt. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bluttests erkennen die Krankheit immer früher, neue Wirkstoffe greifen gezielt an – und selbst Diabetes-Medikamente könnten das Risiko senken.

ETH-Forscher identifizieren neuen Treiber der Krankheit

Wissenschaftler der ETH Zürich haben das Protein GRK2 als wesentlichen Treiber der Alzheimer-Erkrankung identifiziert. Ihre im März 2026 veröffentlichte Studie zeigt: GRK2-Aggregate schädigen die Mitochondrien und fördern die Ablagerung von Amyloid-Beta.

Der neu entwickelte Wirkstoff „Compound 10“ konnte in Mäuseversuchen die Aggregation verhindern und die Nervenzellfunktion erhalten. Die Forscher um Professor Ursula Quitterer beobachteten zudem positive Effekte auf die Herzfunktion und Anzeichen einer verlangsamten biologischen Alterung. Ein Patent ist bereits angemeldet. Klinische Phase-1-Studien könnten in drei bis fünf Jahren starten.

Bluttests sagen Alzheimer Jahre im Voraus voraus

Die Früherkennung macht einen großen Sprung. Ein im Juli 2026 vorgestellter Bluttest nutzt 34 sogenannte circRNA-Marker, um Alzheimer-Symptome über Jahre hinweg vorherzusagen. Die Genauigkeit liegt bei einem AUC-Wert von bis zu 0,945.

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Noch präziser sind pTau217-Bluttests mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent. In Bremen sollen zertifizierte Tests bald für unter 100 Euro bei Neurologen verfügbar sein. Ein negatives Ergebnis schließt eine Alzheimer-Erkrankung mit rund 94-prozentiger Wahrscheinlichkeit aus.

Ergänzt wird dies durch KI: Ein indisches Forschungsteam entwickelte mit „FuzzyFed-CNN“ eine Methode, die durch föderiertes Lernen eine Genauigkeit von 97,7 Prozent bei der Früherkennung erreicht – und dabei den Datenschutz wahrt.

Tau-Ausbreitung gestoppt – und Diabetes-Medikamente als Schutz

Ein Durchbruch gelang beim Verständnis der Proteinausbreitung im Gehirn. Eine im Juli 2026 in Cell veröffentlichte Studie beschreibt, wie das Protein Arc toxisches Tau in extrazelluläre Vesikel verpackt und so verteilt. Die Deaktivierung dieses Mechanismus reduzierte die Tau-Ausbreitung um 99 Prozent.

Auch bekannte Medikamente zeigen überraschende Effekte. Eine NIH-Studie mit über 112.000 Erwachsenen (2016–2024) belegt: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent. GLP-1-Agonisten schaffen immerhin 33 Prozent.

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Doch es gibt auch Warnungen: Eine Analyse von 66.000 Probanden in Nature Metabolism assoziiert eine dauerhafte Einnahme von Protonenpumpenhemmern mit einem um 44 Prozent erhöhten Demenzrisiko. Auch Glucosamin zeigte in einer Langzeitbeobachtung ein um 25 Prozent gesteigertes Risiko.

Kooperationen und alternative Ansätze

Das University College London und der Pharmakonzern Eisai verlängerten ihre Zusammenarbeit bis 2030. Der Fokus liegt neben Alzheimer auch auf Parkinson und ALS.

Eine Fallstudie aus 2026 berichtet von Verbesserungen bei einer 83-jährigen Patientin nach Psilocybin-Gabe – allerdings mit begrenzter Aussagekraft. Klarer sind die Präventionsdaten: Wöchentliches Krafttraining (90–119 Minuten) senkt das Risiko um 27 Prozent, eine entzündungsarme Ernährung um 29 Prozent.

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