TCM-Boom in Südestasien: Vietnam zielt auf 300.000 Patienten jährlich
05.07.2026 - 10:51:09 | boerse-global.de
Die Länder wollen die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) systematisch in ihre Gesundheitssysteme integrieren und als Exportgut etablieren.
Sabah will Kräuter-Knotenpunkt werden
Der malaysische Bundesstaat Sabah strebt eine Führungsrolle bei pflanzlichen Produkten an. Die Handels- und Industriekammer von Sabah (SCCC) bereitet sich auf die vierte „China (Bozhou)–RCEP Traditional Chinese Medicine Industry Cooperation Conference" vor. Sie findet vom 6. bis 10. September 2026 statt.
SCCC-Präsident Datuk Frankie Liew will Sabah als Knotenpunkt für Kräuterprodukte positionieren. In Gesprächen mit Gesundheitsdirektor Datuk Dr. William Gotulis ging es um die Verknüpfung lokaler Produktion mit internationalen Kooperationen – vor allem innerhalb des RCEP-Raums.
Vietnam: TCM für alle
Vietnam setzt noch einen drauf. Das Gesundheitsamt von Ho-Chi-Minh-Stadt hat mit dem Plan Nr. 8908/KH-SYT festgelegt: Bis 2030 sollen sämtliche Gesundheitsstationen der Stadt Behandlungen mit traditioneller Medizin anbieten. Über 40 Prozent der Einrichtungen kombinieren TCM dann mit Rehabilitationsmaßnahmen.
Hanoi treibt parallel den Medizintourismus voran. Am 3. Juli 2026 diskutierten Gesundheitsministerium und Tourismusbranche über Strategien für ein hochwertiges Gesundheitszentrum in Südostasien. Dr. Nguyen Dinh Hung, stellvertretender Gesundheitsdirektor von Hanoi, verwies auf die Expertise in Kardiologie und Onkologie – ergänzt durch traditionelle Ansätze.
Das Ziel: Rund 300.000 internationale Patienten pro Jahr sollen zwei bis drei Milliarden US-Dollar Deviseneinnahmen generieren.
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Auch die Provinz Khanh Hoa hat einen Plan für 2026 bis 2030 vorgelegt: Mindestens 20 spezialisierte Medizintourismus-Produkte sollen entstehen, die Kapazitäten der Provinzkrankenhäuser für internationale Patienten steigen deutlich.
KI und Roboter für traditionelle Rezepte
Digitalisierung ist der Schlüssel zur Standardisierung. In Tianjin startete ein Projekt zur Digitalisierung der TCM-Produktion – Volumen: 180 Millionen Yuan (rund 20 Millionen Britische Pfund). Künstliche Intelligenz und Robotersteuerung stabilisieren die Temperatur bei der Herstellung von Dekokten präzise auf 102 Grad Celsius. Ergebnis: 15 Prozent weniger Energieverbrauch.
Wang Lei, Vorsitzende von Da Ren Tang, berichtet von 500 Produkten in 47 Ländern weltweit.
Hongkong und Thailand ziehen nach
Die Integration von TCM in öffentliche Gesundheitssysteme schafft neue Exportchancen für Kräuterprodukte. Unser Leitfaden zeigt, welche Zulassungsanforderungen in ASEAN-Ländern gelten und wie Sie regulatorische Hürden umgehen. Zulassungs-Checkliste jetzt sichern
Am 4. und 5. Juli 2026 fand in Hongkong ein globaler Gipfel für chinesische und integrative Medizin statt. Gesundheitssekretär Prof. Lo Chung-mau kündigte subventionierte ambulante Leistungen und neue Spezialprogramme für Schlaganfall- und Rückenschmerzpatienten an. Krankenhäuser in Hongkong schlossen Kooperationsvereinbarungen mit Einrichtungen in Peking, Shanghai, Henan und Foshan. Ein neu gegründetes internationales Konsortium untersucht künftig Wechselwirkungen zwischen Kräutern und konventionellen Arzneimitteln.
Thailand präsentierte auf der 23. Nationalen Kräutermesse in Bangkok (3. bis 4. Juli 2026) Innovationen für die Gesundheitswirtschaft. Dr. Pongsathorn Pokpengdee vom Ministerium für traditionelle thailändische Medizin: Der Fokus lag auf neuen Geschäftsmodellen und Rechtsrahmen für Kräuterprodukte. Ziel ist wirtschaftliches Wachstum durch Innovationen im Wellness-Sektor.
