TCM-Handgesten: Für Leber und Arthritis fehlen wissenschaftliche Belege
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deFachbeiträge aus dem Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) thematisieren spezifische Handgriffe und Fingerübungen, die darauf abzielen, die Leberfunktion zu unterstützen und Stauungen des sogenannten Leber-Qi zu lösen. Die beschriebenen Methoden verstehen sich vor allem als begleitende Maßnahmen im Rahmen von Genesungsprozessen und ordnen sich in das übergeordnete System traditioneller Gesundheitspraktiken ein.
Gezielte Fausthaltungen und Fingerübungen
Im Zentrum der vorgestellten Übungen steht eine spezielle Haltung der Faust, die zur Harmonisierung des Energieflusses beitragen soll. Dabei wird der Daumen in die Handfläche gelegt, sodass sich die Daumenspitze zwischen Mittel- und Ringfinger befindet.
Die Hände werden anschließend für zwei Minuten zur Faust geschlossen. Fachleute empfehlen diese Praxis jeweils einmal morgens und abends. Ziel dieser Anwendung sei es, gestautes Leber-Qi zu lösen und die Regeneration bei körperlichen Knotenbildungen begleitend zu unterstützen.
Ergänzend werden weitere Fingerpositionen beschrieben, darunter das Zusammenhalten von Ring- und Mittelfinger über eine Dauer von fünf Minuten, ebenfalls jeweils morgens und abends, was traditionell mit Prozessen der Leberentgiftung in Verbindung gebracht wird.
Andere überlieferte Haltungen kombinieren Daumen, Zeige- und Ringfinger bei aufgerichtetem kleinem Finger zur Vorbeugung von Bluthochdruck oder nutzen gefaltete Hände mit verschränkten Daumen bei Schlafproblemen.
Was hat der 3-Finger-Trick mit Gelenkbeschwerden zu tun? Eine uralte Technik der Traditionellen Chinesischen Medizin erlebt gerade ein erstaunliches Comeback und zeigt, wie Sie mit wenigen Handgriffen Linderung finden können. Der 3-Finger-Trick gegen Arthrose-Schmerzen: Jetzt kostenlos nachlesen
Spezielle Fingerhaltungen gegen Arthritis, die über zwei Monate hinweg für täglich rund 15 Minuten praktiziert werden, sowie Ansätze gegen Hautalterung und zur Stärkung des Gedächtnisses zählen ebenfalls zu diesem Spektrum. Zu diesen spezifischen Handgesten liegen jedoch keine wissenschaftlichen Studien oder Wirksamkeitsbelege vor.
Grenzen, Kontraindikationen und ärztliche Rücksprache
TCM-Experten betonen ausdrücklich, dass derartige Finger- und Faustübungen lediglich eine begleitende Maßnahme darstellen und keinesfalls eine reguläre medizinische Behandlung ersetzen können. Eine Abstimmung mit qualifizierten TCM-Ärzten sei vor Beginn unerlässlich.
Zudem bestehen klare Kontraindikationen: Bei bestehenden Handschmerzen oder akuten Entzündungen an den Gelenken dürfen die Übungen nicht praktiziert werden.
Schwangere sowie Patientinnen und Patienten in der postoperativen Phase sollten vor einer Durchführung zwingend ärztlichen Rat einholen. Dies gilt generell für das Spektrum traditioneller Verfahren: So wird beispielsweise innerhalb der 17 bekannten TCM-Therapieverfahren der Aderlass bei Anämie, niedrigem Blutdruck oder Schwangerschaft strikt ausgeschlossen, während Bewegungspraktiken wie Qigong stets nur unterstützenden Charakter haben.
Ergänzende Ansätze: Ernährung, Kräuter und Akupressur
Neben manuellen Fingerübungen verweist die TCM auf einen ganzheitlichen Lebensstil zur Lösung von Leber-Qi-Stauungen. Ernährungsempfehlungen setzen auf warme Speisen und raten von kalten oder übermäßig fettigen Mahlzeiten ab, verbunden mit dem Hinweis auf regelmäßiges und langsames Essen. Hinzu kommen Stressabbau, ausreichender Schlaf und Aufenthalte im Freien. Auf körperlicher Ebene wird eine tägliche Bewegung von mindestens 30 Minuten empfohlen, etwa durch Spazierengehen, Laufen oder Schwimmen.
Wer sich mit den Grundlagen der Akupressur befasst, findet in diesem bebilderten PDF-Guide eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Beschwerden selbst aktiv zu lindern. Entdecken Sie 101 bewährte Druckpunkte, die Sie ganz ohne Hilfsmittel in Ihren Alltag integrieren können. Kostenlosen Akupressur-Guide jetzt herunterladen
Unter den Qigong-Übungen der Acht Brokate (Ba Duan Jin) gilt insbesondere der Bewegungsablauf mit geballten Fäusten und weitem Blick als stimulierend für den Lebermeridian; Personen mit Bluthochdruck oder Arteriosklerose sollten den Kopf dabei allerdings nicht zu tief neigen. Punktuelle Akupressur an den Punkten Zusanli, Hegu und Taichong kann morgens und abends für je 5 bis 10 Minuten mit mäßigem Druck ausgeübt werden.
Die Einnahme von Kräutern wie Baizhu, Fuling, Chenpi und Chaihu sowie Tees aus Hawthorn oder Chrysanthemen sollte jedoch ausschließlich nach Rücksprache mit fachkundigem medizinischen Personal erfolgen. Sämtliche Zuordnungen zu Meridianen und Punkten gelten in der modernen Einordnung als traditionelle Orientierungsmuster, nicht als Heilsversprechen.
