TCM-Markt, Weltweiter

TCM-Markt: Weltweiter Umsatz soll bis 2031 auf 131 Milliarden Dollar steigen

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Analysten erwarten steigende globale TCM-Umsätze, während sinkende Produktpreise und Exporthürden die Branche herausfordern.

TCM-Markt wächst bis 2031 auf 131,07 Milliarden US-Dollar
Eine traditionelle Apothekenwand aus dunklem Holz mit zahlreichen leeren Schubladen in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Marktanalysen prognostizieren für die kommenden Jahre ein signifikantes Wachstum des globalen Marktes für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Getrieben wird diese Entwicklung durch eine zunehmende Integration in die medizinische Regelversorgung sowie den kontinuierlichen Ausbau des E-Commerce.

In einem Bericht vom 25.09.2026 wird die globale TCM-Marktgröße für das Jahr 2026 auf 92,67 Mrd. US-Dollar geschätzt. Bis zum Jahr 2031 wird ein Anstieg auf 131,07 Mrd. US-Dollar erwartet, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 7,18 % im Prognosezeitraum entspricht.

Marktdynamik und regionale Wachstumstreiber

Als größter Regionalmarkt gilt derzeit der Asien-Pazifik-Raum, während für Nordamerika das schnellste Wachstum prognostiziert wird. Wesentliche Faktoren für diese Expansion sind die wachsende Akzeptanz in nationalen Gesundheitssystemen, staatliche Unterstützungsmaßnahmen und eine breitere Abdeckung durch Versicherungen.

Zudem erhöht die Zunahme chronischer Krankheiten den Bedarf an TCM-Anwendungen. Innerhalb der Therapiebereiche bildet die Kräutermedizin die größte Kategorie, wobei das Schmerzmanagement das wichtigste Anwendungsfeld darstellt.

Dem Marktwachstum stehen jedoch auch Hemmnisse gegenüber. Marktbeobachter verweisen auf eine begrenzte Anzahl klinischer Großstudien, Schwankungen in der Produktqualität sowie eine fragmentierte Regulierung.

Zudem erschweren Angebotsschwankungen bei Heilkräutern eine stabile Marktentwicklung. Zu den führenden Akteuren im Wettbewerbsumfeld zählen unter anderem die China National Pharmaceutical Group, China SXT Pharmaceuticals, PuraPharm, Zhangzhou Pien Tze Huang und Beijing Tong Ren Tang.

Industrieller Aufstieg und regulatorische Fortschritte in China

In China hat die TCM-Industrie in den letzten Jahren eine massive Skalierung erfahren. Laut Angaben eines chinesischen Akademikers erreichte der industrielle Output im Jahr 2025 rund 8000? Yuan. Dies entspricht einer Steigerung um mehr als das 30-Fache seit Beginn der entsprechenden Förderinitiativen.

Bereits im Jahr 2024 belief sich der Umfang der gesamten Industrie auf 1,05?? Yuan, was einem Zuwachs von 11,6 % im Jahresvergleich entspricht. Davon entfielen rund 5129? Yuan auf chinesische Patentmedizin und etwa 2457? Yuan auf TCM-Dekoktstücke.

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Die regulatorische Dynamik zeigt sich in der Zulassungsstatistik: Im Jahr 2025 wurde mit 26 neu zugelassenen TCM-Medikamenten ein historischer Höchststand erreicht. Davon entfielen sechs Zulassungen auf die Klasse 1.1 und 17 auf die Klasse 3.1 für klassische Rezepturen.

Insgesamt gingen in diesem Zeitraum 2723 Registrierungsanträge ein. Auch die Integration in das Sozialsystem schreitet voran. Die nationale Krankenversicherungsliste für das Jahr 2025 umfasst insgesamt 3253 Arzneimittel, darunter 1396 chinesische Patentmedikamente und 892 TCM-Dekoktstücke.

Preisentwicklungen und staatliche Beschaffungsmaßnahmen

Trotz des Marktwachstums unterliegen die Preise für TCM-Produkte in China derzeit einem Abwärtstrend. Marktbeobachtungen aus dem Jahr 2026 zeigen, dass die Preise bei etwa 50 % der Sorten sinken, während nur bei 10 % Steigerungen verzeichnet werden.

Preisüberwachungen im Juli 2026 verdeutlichen dies am Beispiel von Notoginseng (-56 %), der Weißen Chrysantheme (-41,5 %) oder Süßholz (-29,4 %). Eine Ausnahme bildet E-Gelatine, deren Preis im Vergleich zum Vorjahr deutlich anstieg.

Vize-Gesundheitsminister Wang Guoqiang erklärte hierzu, dass TCM-Preise historisch auf einem zu niedrigen Niveau gelegen hätten, was die Anbauqualität beeinträchtigen könne. Er forderte die Etablierung von Standardisierungen und eines geeigneten Preismechanismus.

Ein wesentlicher Faktor für den Preisdruck ist die staatliche Sammelbeschaffung. In der dritten Runde einer von Hubei geführten Allianz aus 30 Provinzen wurde ein durchschnittlicher Preisrückgang von rund 68 % erzielt, in der Spitze sogar über 98 %.

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Digitalisierung und Exportbarrieren im internationalen Kontext

Ein zentraler Baustein für die künftige Marktstruktur ist die Digitalisierung des Handels. Unternehmen wie Kangmei Pharmaceutical setzen auf Ganzketten-Strategien unter dem Schlagwort „Internet +“.

Die Großhandelsplattform „E-Medicine-Valley“ bietet verschiedene Geschäftsmodelle von Spothandel bis hin zu Finanzierungslösungen an. Mit 13 regionalen Servicezentren und über 300 Sekundär-Servicepunkten in Hauptanbaugebieten wickelt die Plattform derzeit ein durchschnittliches Tageshandelsvolumen von 2 Mrd. ab.

Auf internationaler Ebene bleibt der Export eine Herausforderung. Im Jahr 2025 betrug der TCM-Exportwert rund 50,87? US-Dollar, was einen Rückgang im Jahresvergleich darstellt.

Fachleute der China Chamber of Commerce für Medizin- und Gesundheitsprodukte sowie Experten des Henan College of TCM sehen Hürden vor allem in restriktiven Registrierungsverfahren in der EU und den USA, fehlender rechtlicher Anerkennung sowie strengen Grenzwerten für Schwermetalle und Pestizidrückstände entlang der Handelsrouten.

Zur Förderung des Exports wird eine Modernisierung der Fachsprache sowie eine durchgehende Standardisierung und Digitalisierung der Qualitätskontrolle in Anbau und Verarbeitung empfohlen.

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