Teams-Funktion, Workplace

Teams-Funktion Workplace Check-in: Microsoft startet Standort-Tracking im Juli

04.07.2026 - 19:42:46 | boerse-global.de

Microsoft führt im Juli die optionale Standortermittlung „Workplace Check-in“ in Teams ein. Datenschützer äußern Bedenken.

Microsoft Teams: Neue Standort-Funktion sorgt für Diskussionen
Teams-Funktion - Microsoft Teams-Logo umgeben von leuchtenden Datenlinien, mit unscharfer Europakarte im Hintergrund, symbolisiert Datensouveränität. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Funktion namens „Workplace Check-in“ soll Kollegen helfen, sich im Büro zu finden – und sorgt bereits vor dem Start für Diskussionen.

Standortermittlung per Firmen-WLAN

Die Neuerung nutzt das Unternehmens-WLAN, um den Aufenthaltsort eines Mitarbeiters innerhalb des Bürogebäudes zu aktualisieren. Ziel ist es, die persönliche Zusammenarbeit zu erleichtern. Microsoft betont, dass die Funktion standardmäßig deaktiviert ist und für Nutzer freiwillig bleibt.

Doch Datenschützer zeigen sich skeptisch. Sie befürchten, dass das Tool in vielen Unternehmen faktisch zur Pflicht werden könnte – auch wenn Microsofts Produktmanager Lan Ye versichert, dass weder Bewegungsprofile erstellt noch Anwesenheitszeiten erfasst werden.

Die Einführung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Arbeitsplatz-Privatsphäre ohnehin heftig debattiert wird. Erst kürzlich hatten europäische Regulierungsbehörden Microsoft gezwungen, Teams aus der Office-365-Suite zu lösen, um fairen Wettbewerb zu ermöglichen.

Europäische Alternativen im Aufwind

Während Microsoft sein Funktionspaket ausbaut, positionieren sich mehrere europäische Anbieter als datenschutzfreundliche Alternativen. Sie setzen auf Datensouveränität und strikte Einhaltung der DSGVO.

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Zu den Plattformen, die Analysten zufolge an Boden gewinnen, gehören das Schweizer Proton Meet sowie Infomaniaks kChat und kMeet. Aus Deutschland kommen Lösungen wie Nextcloud Talk, Stackfield und Wire – sie bieten Open-Source- oder Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation.

Besonders gefragt sind Anbieter, die Self-Hosting oder On-Premise-Betrieb ermöglichen. Aktuelle Umfragen zeigen: Über 75 Prozent der Cybersicherheits-Experten würden den Anbieter wechseln, um bessere Datenkontrolle zu erhalten. Ein klarer Trend hin zu lokalen europäischen Lösungen.

Regulierungsdruck von beiden Seiten des Atlantiks

Die technischen Neuerungen fallen in eine Phase verschärfter Regulierung. In den USA ermittelt die Federal Trade Commission (FTC) gegen Microsoft wegen der Bündelung von Azure-Cloud-Diensten mit KI-, Sicherheits- und Identitätssoftware. Die EU könnte noch dieses Jahr neue Gatekeeper-Verpflichtungen für Cloud-Plattformen erlassen.

Gleichzeitig treibt Microsoft die Einführung seiner 365 E7 Frontier Suite voran. Der globale Systemintegrator Insight Enterprises fungiert als Startpartner und will die Suite bei über 14.000 Mitarbeitern einführen. Die E7-Stufe soll 20 bis 40 Prozent teurer sein als das bestehende E5-Paket (57 Euro pro Nutzer und Monat) und bringt erweiterte KI-Agenten sowie Governance-Tools mit.

Sicherheitslücken und neue Bedrohungen

Die Sicherheit bleibt eine Herausforderung für Microsoft-Nutzer. Im Frühjahr schloss der Konzern eine kritische Sicherheitslücke in lokalen SharePoint-Versionen (CVE-2026-45659). Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA setzte eine Frist bis zum 4. Juli für Bundesbehörden, um die Updates zu installieren. Die Schwachstelle wurde bereits von der Gruppe Storm-2603 für Ransomware-Angriffe ausgenutzt.

Zudem warnen Experten vor „EvilTokens“-Phishing-Kampagnen gegen Microsoft-365-Nutzer. Die Angreifer nutzen die Gerätecode-Authentifizierung aus und locken Opfer auf legitime Login-Seiten. Über 340 Organisationen waren betroffen. Administratoren wird empfohlen, die Gerätecode-Autorisierung wo möglich einzuschränken.

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KI-Governance wird Pflicht

Mit dem Inkrafttreten des EU AI Act im August 2026 rückt das Thema Governance weiter in den Fokus. Neue externe Hinweisgeber-Kanäle zur Meldung von KI-Fehlverhalten sind bereits gestartet. Sie schaffen Aufsichtsmechanismen für Unternehmen, die zunehmend komplexe KI-Agenten und automatisierte Arbeitsabläufe einsetzen.

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