Teams-Sicherheit: Microsoft reagiert auf Spring-Ring-Angriffswelle
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 09:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts einer zunehmend komplexen Bedrohungslage für digitale Kommunikationsinfrastrukturen bereitet Microsoft die Einführung einer zentralen Notfallfunktion für seine Plattform Teams vor.
Ziel der Entwicklung ist es, die Sicherheit und die Fähigkeiten zur Reaktion auf Vorfälle (Incident-Response) innerhalb der Anwendung maßgeblich zu verbessern. Diese Neuerung ist Teil eines umfangreichen Maßnahmen ????ts, das sowohl funktionale Erweiterungen als auch kritische Sicherheitsupdates umfasst.
Optimierung von Administration und Zugriffsschutz
Neben der neuen Notfallfunktion plant Microsoft weitere Anpassungen, um die Verwaltung der Plattform zu stärken. Ab Oktober sollen neue Administrations-Werkzeuge für Drittanbieter-Agenten allgemein verfügbar sein.
Zudem wird für die Nutzung von Teams Rooms eine passwortlose Authentifizierung eingeführt, um den Zugang zu Konferenzräumen sicherer zu gestalten. Für Nutzer der Android-Version von Teams Rooms wird zudem das Chat-Panel künftig standardmäßig in der Galerie-Ansicht (Gallery View) angezeigt.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt zudem auf der Datensicherung. Microsoft entwickelt derzeit eine integrierte Backup- und Wiederherstellungsfunktion für Teams. Diese soll Standardkanäle sowie private und öffentliche Kanäle einschließlich der darin enthaltenen Nachrichten und Dateien abdecken.
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Der Rollout für die Web-Version ist laut interner Planungen ab Dezember 2026 vorgesehen. Die Funktion sieht eine Aufbewahrungsfrist von 30 Tagen vor. Bisher ermöglicht die entsprechende Programmierschnittstelle (API) den Export gelöschter Nachrichten lediglich innerhalb eines Zeitfensters von 21 Tagen.
Reaktion auf massive Sicherheitslücken und gezielte Angriffe
Die Notwendigkeit dieser erweiterten Sicherheitsmechanismen wird durch aktuelle Daten unterstrichen. Microsoft veröffentlichte jüngst eines der bisher umfangreichsten Sicherheitsupdates, durch das 972 Schwachstellen behoben wurden. Davon stuften Experten 112 als kritisch ein. Diese Maßnahmen dienen insbesondere dem Schutz vor KI-gestützten Cyberangriffen.
Sicherheitsanalysten von Palo Alto beobachteten in der ersten Jahreshälfte 2026 eine koordinierte Angriffswelle namens „Spring Ring“. Dabei nutzten Angreifer externe Microsoft-Teams-Accounts mit Bezeichnungen wie „Helpdesk“ oder „IT-Support“, um Mitarbeiter verschiedener Branchen per Vishing (Voice Phishing) zu kontaktieren.
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Ziel dieser Kampagne war es, Fernzugriff auf Unternehmenssysteme zu erlangen, Daten zu exfiltrieren und Ransomware einzusetzen. Mehr als 150 Angestellte waren von diesen koordinierten Anrufen betroffen.
Parallel dazu identifizierte die Sicherheitsforschung von Microsoft eine seit dem Frühjahr 2026 laufende Social-Engineering-Kampagne. Hierbei kontaktierten Akteure, die unter Bezeichnungen wie Storm-3121 und Storm-3032 geführt werden, Mitarbeiter auf deren privaten Mobiltelefonen.
Unter dem Vorwand technischer Probleme bei Passkeys oder der Multifaktor-Authentifizierung (MFA) leiteten sie die Opfer auf Phishing-Seiten um. Nach der Registrierung eigener MFA-Methoden nutzten die Angreifer Microsoft Graph, um systematisch Daten aus SharePoint, OneDrive und Exchange zu laden.
Erweiterung des Ökosystems und externe Integrationen
Um Unternehmen bei der Abwehr solcher Bedrohungen zu unterstützen, wurden auch die Kapazitäten in Microsoft Purview Information Protection hochgefahren. Die Kapazität für Auto-Labeling-Simulationen wurde von 4 Millionen auf 20 Millionen Elemente erhöht.
Die allgemeine Verfügbarkeit dieser erweiterten Funktionen wird für Ende Oktober 2026 erwartet. Bereits Anfang des Jahres wurde die „Defender Experts Suite“ eingeführt, die als Teil der „Agentic SOC“-Strategie verwaltete Erkennungs- und Reaktionsdienste (Managed XDR) sowie Unterstützung bei Sicherheitsvorfällen bietet.
Zudem öffnet sich die Plattform verstärkt für Drittanbieter. OpenAI integriert SharePoint nun nativ in die ChatGPT-Bibliothek, sodass zahlende Nutzer direkt auf Dateien und Ordner zugreifen können, wobei die bestehenden Berechtigungsregeln der Speicheranbieter gewahrt bleiben.
Auch Proofpoint kündigte eine direkte Anbindung seines Analysewerkzeugs „Prism Investigator“ an Microsoft 365 für das vierte Quartal 2026 an. Dies soll es Sicherheitsteams ermöglichen, Kommunikationssignale in Teams und E-Mails ohne vorherige Archivierung auf Insider-Risiken zu untersuchen.
