Tee, Gefäße

Tee und Gefäße: Studie findet 11 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 22:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regelmäßiger Teekonsum war in einer Beobachtungsstudie mit geringerem Gefäßrisiko verbunden; ein ursächlicher Schutz ist damit nicht belegt.
Eine gläserne Teekanne mit bernsteinfarbenem Tee auf einem Holztisch in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Umfangreiche epidemiologische Untersuchungen liefern neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen regelmäßigem Teegenuss und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Eine im Fachblatt Journal of Internal Medicine (DOI 10.1111/joim.70172) publizierte Auswertung der China Kadoorie Biobank, über die im Oktober 2026 berichtet wurde, stützt sich auf Datensätze von 485.934 Erwachsenen im Alter zwischen 30 und 79 Jahren.

Bei einem Frauenanteil von 59 Prozent und einem Durchschnittsalter von 52 Jahren wurden die Teilnehmenden über einen medianen Zeitraum von 9,05 Jahren beobachtet. In dieser Zeitspanne traten 14.863 Fälle von Gefäßerkrankungen auf, was einem Anteil von rund 3 Prozent entspricht.

Die Forschenden stellten fest, dass regelmäßiger Konsum mit einem um 11 Prozent geringeren Gesamtrisiko für kardiovaskuläre, zerebrovaskuläre, periphere arterielle sowie Lungen-Herz-Erkrankungen einhergeht (Hazard Ratio 0,888).

Differenzierte Effekte nach Teesorte, Zubereitung und Temperatur

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Datenauswertung den Unterschieden zwischen den Teesorten. Demnach zeigte schwarzer Tee konsistentere inverse Zusammenhänge mit dem Gefäßrisiko als grüner Tee. Neben der Sorte spielen jedoch auch Zubereitungsmerkmale eine wesentliche Rolle. Ein bezüglich der Intensität als mittelstark eingestufter Aufguss wies das geringste Risiko auf, mit einer Verringerung um 13 Prozent.

Einen messbaren Einfluss übt zudem die Temperatur des Getränks aus. Während der Verzehr von raumtemperiertem oder heißem Tee mit einer Risikominderung von 17 Prozent einherging, war brennend heiß getrunkener Tee mit einer Risikoerhöhung um 16 Prozent verbunden (16,0 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe).

Ergänzend verweisen Berichte darauf, dass Zusätze wie Milch und starke Süßungsmittel die Bioverfügbarkeit von Flavonoiden und Antioxidantien herabsetzen können.

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Zudem variiert der Koffeingehalt je nach Sorte: Bei grünem Tee liegt er bei 25 bis 50 Milligramm pro 100 Milliliter, bei schwarzem Tee bei 20 bis 60 Milligramm pro 100 Milliliter, während für Erwachsene eine maximale tägliche Aufnahme von 400 Milligramm empfohlen wird.

Konsummenge und spezifische Gefäßrisiken

Hinsichtlich der Trinkmenge ergab die Modellierung eine nicht-lineare Entwicklung. Das geschätzte Gefäßrisiko sank kontinuierlich bis zu einer Zufuhr von etwa 7 Tassen pro Tag, was einem Rückgang von 35 Prozent gegenüber der geringsten Aufnahme entsprach. Das geringste geschätzte Gesamtrisiko fand sich bei einem Konsum von mindestens einmal pro Woche sowie etwa 6 bis 8 Tassen täglich.

Bei weiter steigenden Trinkmengen schwächte sich der Unterschied schrittweise ab; ab einer Zufuhr von mehr als rund 21 Tassen pro Tag war kein messbarer Vorteil mehr feststellbar.

Aufgeschlüsselt nach einzelnen Krankheitsbildern ergaben sich für gewohnheitsmäßige Konsumenten spezifische Risikoverminderungen: Für Schlaganfälle durch Gefäßverschluss wurde ein Rückgang um 37 Prozent festgestellt, während die Rate an Herzinfarkten um 17 Prozent niedriger lag.

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Lebensstilfaktoren und methodische Grenzen

Die Studienautoren heben hervor, dass Teegenuss im Kontext des gesamten Lebensstils betrachtet werden muss. Die Kombination aus regelmäßigem Teekonsum, dem Verzicht auf das Rauchen und hoher körperlicher Aktivität war mit der deutlichsten Verringerung verbunden: Die Betroffenen wiesen eine um 45,2 Prozent niedrigere Erkrankungsrate auf als Personen ohne Teekonsum. In einer Modellrechnung ließen sich dadurch potenziell rund 30 Prozent der Neuerkrankungen vermeiden.

Gleichzeitig mahnen Forschende zur methodischen Zurückhaltung. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich kein kausaler Nachweis für eine Schutzwirkung erbringen, und die ermittelten Mengen können nicht als verbindliche Verzehrempfehlung interpretiert werden.

Zudem beruhen Angaben zu Tassengrößen und Trinktemperaturen auf subjektiven Selbstauskünften. Auch vonseiten der British Heart Foundation wurde betont, dass Beobachtungsdaten keinen direkten Schutz belegen können und der allgemeine Lebensstil ausschlaggebend bleibt, weshalb weitere Evidenz für die britische Bevölkerung erforderlich sei.

Mehr zum Thema bei t-online: „Studie: Tee trinken könnte Herz und Gefäße schützen“

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