Telechirurgie: Roboter-Eingriff über 20.000 Kilometer gelang im Juni
07.06.2026 - 01:31:29 | boerse-global.de
Minimalinvasive Verfahren wie die kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI) werden immer standardisierter – und erobern jetzt auch Schwellenländer.
TAVI auf dem Vormarsch – auch in Vietnam
Am Herz-Kreislauf-Institut des Krankenhauses 19-8 in Vietnam dokumentierten Ärzte Anfang Juni erfolgreiche TAVI-Eingriffe. Die Technik kommt dort seit über einem Jahrzehnt zum Einsatz. Prof. Dr. Pham Manh Hung, Direktor des Instituts, betont die Bedeutung des sogenannten Herzteam-Modells. Nur die enge Zusammenarbeit von Kardiologen, Chirurgen und Anästhesisten macht diese komplexen Eingriffe sicher – und verkürzt den Krankenhausaufenthalt im Vergleich zur offenen OP deutlich.
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Die häufigsten Klappenfehler im Überblick
Nicht jede Herzklappenerkrankung ist gleich. Aktuelle medizinische Analysen vom Juni zeigen klare Unterschiede:
- In Industrieländern ist die degenerativ-kalzifizierende Aortenstenose der häufigste Grund für Klappeneingriffe.
- Die Mitralklappeninsuffizienz gilt als die am weitesten verbreitete Klappenerkrankung – oft eine Folge von Herzinsuffizienz.
- Die Aortenklappeninsuffizienz liegt auf Platz drei.
- Trikuspidalklappenprobleme treffen vor allem ältere Patienten.
- Mitralklappenstenosen entstehen meist durch rheumatische oder degenerative Prozesse.
- Angeborene Fehler betreffen primär die Pulmonalklappe.
Meilenstein in der Dominikanischen Republik
Anfang Juni gelang am Zentrum CEDIMAT in der Dominikanischen Republik eine Premiere: der landesweit erste perkutane Trikuspidalklappenersatz im Valve-in-Valve-Verfahren. Der Eingriff zeigt den Trend: Immer mehr Re-Operationen lassen sich durch minimalinvasive Kathetertechniken vermeiden.
Robotik und Telechirurgie: 20.000 Kilometer Distanz
Die Kardiologie wird digitaler. Im Juni berichteten Ärzte über eine robotergestützte Herz-Telechirurgie zwischen Guyana und Indien – über eine Distanz von 20.000 Kilometern. Zum Einsatz kam das indische SSI Mantra-System mit einer Latenzzeit von rund 290 bis 300 Millisekunden.
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Auch in der Rhythmologie gibt es Fortschritte. In Italien implantierten Ärzte Anfang Juni erstmals transvenöse Defibrillationskatheter mit einem Durchmesser von nur 1,5 Millimetern. Die dünneren Modelle sollen den Schutz vor malignen Arrhythmien verbessern und gleichzeitig die Belastung für Patienten mit Herzinsuffizienz senken.
Fachveranstaltungen und personelle Weichenstellungen
Europa rüstet auf. Das St. Vinzenz-Krankenhaus in Düsseldorf plant für 2026 eine deutliche Steigerung der Endoprothetik-Eingriffe – mit robotischen Assistenzsystemen und digitaler Patientenbegleitung.
Für das zweite Halbjahr sind mehrere Fachveranstaltungen angekündigt:
- Mitte Juni: Joint Annual SSC Meeting in Basel
- 19. Juni: 3. Deutsche Symposium Kardiologie & Rhythmologie in Maria Laach
- Juni und September: ACHD Symposium und Cardiologie Update Refresher in der Schweiz
Personelle Veränderungen unterstreichen den Trend zur Hochspezialisierung. Am Waldkrankenhaus Erlangen übernimmt Dr. Elvan Akin ab Juli die Leitung des Bereichs Rhythmologie – die Klinik für Kardiologie und Rhythmologie wird künftig kollegial geführt.
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