Telefonbetrug, Phishing-Inhalte

Telefonbetrug: 82% der Phishing-Inhalte sind KI-generiert

15.06.2026 - 16:03:27 | boerse-global.de

Kriminelle geben sich als VerbraucherschĂŒtzer aus und stehlen Bankdaten. KI treibt die Phishing-Welle auf ein Rekordniveau.

Verbraucherzentralen warnen vor neuer Telefon-Betrugsmasche
Telefonbetrug - Nahaufnahme eines Smartphones mit einer gefĂ€lschten Verbraucherschutz-Website und HĂ€nden, die zögern, Daten einzugeben. 15.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Kriminelle geben sich am Telefon als Mitarbeiter des Verbraucherschutzes aus. Ihr Ziel: Sie locken Opfer auf manipulierte Webseiten und stehlen dort Bank- und Personendaten.

Der Fall reiht sich in eine massive Zunahme von Phishing-AktivitÀten ein, die Experten dieses Jahr beobachten.

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Telefon-Terror fĂŒhrt auf gefĂ€lschte Portale

Der Betrug beginnt meist mit einem unaufgeforderten Anruf. Die TĂ€ter geben vor, Hilfe anzubieten, und drĂ€ngen die Angerufenen, eine Internetseite zu besuchen. Diese Seiten sind den offiziellen Portalen der Verbraucherzentralen tĂ€uschend Ă€hnlich – weisen aber ein veraltetes Design auf.

Dort werden die Opfer zur Eingabe von Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Bankdaten aufgefordert.

Die VZBW stellt klar: Sie bietet grundsĂ€tzlich keine unaufgeforderte Hilfe per Telefon an. Wer einen solchen Anruf erhĂ€lt, sollte sofort auflegen und keine Daten eingeben. Wer bereits Informationen preisgegeben hat, sollte umgehend die Bank informieren, das Konto prĂŒfen und Passwörter Ă€ndern.

KI treibt Phishing-Welle auf Rekordniveau

Der aktuelle Fall steht im Kontext eines drastischen Anstiegs der CyberkriminalitĂ€t. Phishing-Angriffe haben sich 2026 verzehnfacht. Haupttreiber: KĂŒnstliche Intelligenz.

SchĂ€tzungen zufolge sind rund 82 Prozent der Phishing-Inhalte KI-generiert. Das macht die Erkennung enorm schwer – etwa 85 Prozent der Nutzer können KI-erstellte Betrugsversuche nicht mehr identifizieren.

Auch Smishing – Phishing per SMS – legte um 40 Prozent zu und macht inzwischen 35 Prozent aller Angriffe aus.

Mitte Juni reichte Google eine Zivilklage gegen die Gruppe „Outsider Enterprise“ ein. Sie soll ĂŒber die KI Gemini rund 2,5 Millionen Spam-SMS versendet und 9.000 gefĂ€lschte Webseiten betrieben haben. Der Schaden: 1,8 Milliarden Euro. Über 3,8 Millionen Kreditkartendaten wurden gestohlen.

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Neue Technik umgeht 2FA-Sicherheit

Neben der IdentitĂ€tsanmaßung von Behörden setzen Kriminelle auf technisch versiertere Methoden. Der IT-Sicherheitshersteller ESET warnt vor „EvilTokens“. Dabei werden Nutzer auf echte Microsoft-Anmeldeseiten gelotst, um sie zur Eingabe eines Codes zu bewegen. Dieser Code gehört jedoch zu einer Sitzung der Angreifer – die Zwei-Faktor-Authentifizierung wird ausgehebelt.

Von dieser Masche sind neben Organisationen in den USA und Kanada auch gezielt Anwender in Deutschland betroffen.

International schĂ€tzt Interpol den Schaden durch Telefonbetrug auf ĂŒber 400 Milliarden Euro. Deutsche Gerichte reagieren mit harten Urteilen: Das Landgericht OsnabrĂŒck verhĂ€ngte fĂŒnfeinhalb Jahre Haft wegen Schockanrufen. Ein aktueller Fall aus Mannheim zeigt die Dimension: Eine Seniorin verlor 50.000 Euro.

Frist fĂŒr Heilberufsausweise lĂ€uft ab

Abseits der Betrugswelle weist die BundeszahnĂ€rztekammer auf eine technische Frist hin: Bis zum 30. Juni 2026 mĂŒssen Ă€ltere elektronische Heilberufsausweise der Generation 2.0 getauscht werden. Ohne den Wechsel sind elektronische Signaturen fĂŒr E-Rezepte oder ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigungen danach nicht mehr möglich.

de | wissenschaft | 69545062 |