Tesla Optimus: Externe Auslieferungen starten frühestens Ende 2027
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deTesla hat den Zeitplan für seinen humanoiden Roboter Optimus korrigiert. Die ersten Auslieferungen an externe Kunden werden sich auf Ende 2027 verschieben.
Als Begründung führte Tesla-Chef Elon Musk am 21. Oktober 2026 noch ungelöste mechanische Herausforderungen sowie Software-Hürden an. Frühere Zielmarken wie die interne Nutzung im Jahr 2025, der externe Verkauf im Jahr 2026 und eine Stückzahl von rund 10.000 Einheiten im Jahr 2025 wurden damit verfehlt.
Parallel dazu schlugen sich die hohen Investitionen in Zukunftsprojekte in den Geschäftszahlen nieder. Für das dritte Quartal 2026 meldete Tesla einen Nettogewinn von 787 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dieser Rückgang wurde unter anderem durch erhebliche Ausgaben für künstliche Intelligenz und die Optimus-Entwicklung verursacht.
Mechanische Hürden und Trainingsdaten verzögern den Hochlauf
Im Rahmen der jüngsten Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 21. Oktober erläuterte Musk die konkreten Probleme bei der Konstruktion des Roboters. Als größte Hürde nannte er die Hände, bei denen der Kompromiss zwischen Materialweichheit und Verschleiß schwierig sei, da ihnen eine biologische Selbstheilung fehle.
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Zudem bereiteten speziell angefertigte Getriebe Zuverlässigkeitsprobleme. Berichten zufolge bestehen Hand und Unterarm des Roboters aus über 100 handmontierten Kleinteilen, während die verbauten Touchsensoren unzuverlässig arbeiten.
Neben der Hardware nannten die Verantwortlichen auch die Haltbarkeit, die Sicherheit und den Mangel an KI-Trainingsdaten in unstrukturierten Umgebungen als wesentliche Engpässe. Musk räumte ein, dass Tesla bei der Roboter-KI nicht auf denselben Vorteil einer bestehenden Datenflotte wie beim Fahrassistenzsystem FSD zurückgreifen könne.
Geplant sei daher der Einsatz von 10.000 bis 20.000 Robotern in einer speziellen Akademie, um Trainingsdaten zu generieren. Für die Weiterentwicklung der Rechenleistung soll der firmeneigene AI5-Chip voraussichtlich im April 2027 in Optimus integriert werden. Ein Video mit nicht vorprogrammierten Aufgaben kündigte Musk für die kommenden ein bis zwei Monate an.
Fokus zunächst auf Industriejobs und Werkserweiterungen
Sobald die Auslieferungen Ende 2027 starten, sollen die ersten Modelle ausschließlich für Industrieaufgaben bereitgestellt werden. Vorgesehen sind gefährliche, repetitive oder im Dauerbetrieb anfallende Einsätze; spezifische Kunden oder Abnehmerländer nannte Tesla bisher nicht. Auch Angaben zu Verkaufspreisen, einem Lieferplan für Privatkunden oder künftigen Stückzahlen blieben aus.
Die Fertigung in Produktionsqualität läuft derweil im kalifornischen Werk Fremont auf den Flächen der früheren Model-S- und Model-X-Linien. Dort ist der Großteil der Anlagen installiert, die auf eine Jahreskapazität von 1 Million Einheiten ausgelegt sind. Die avisierte Produktionsrate von 20.000 Robotern pro Woche werde laut Musk jedoch erst in mindestens einem Jahr oder später erreicht, da der Hochlauf ungleichmäßig verlaufe.
Für das Werk in Austin erklärte Finanzchef Vaibhav Taneja, dass der Standort künftig deutlich mehr Einheiten fertigen könne. Eine zweite Produktionslinie mit einer Auslegung auf 10 Millionen Roboter pro Jahr befindet sich dort im Bau. Zu den Herstellungskosten äußerte sich Taneja zurückhaltend: Eine verlässliche Angabe sei noch zu früh, die Kosten lägen jedoch nahe dem Niveau des geplanten Cybercab.
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Zurückhaltung an den Finanzmärkten und Kritik an der Praxisreife
An den Finanzmärkten fiel die Reaktion auf die Aussagen zum Roboterprogramm verhalten aus. Marktbeobachter bewerten das Optimus-Projekt derzeit primär als langfristige Option ohne konkrete Umsatzlinie. Gleichzeitig räumte Musk ein, dass Wettbewerber wie XPeng oder das zu Hyundai gehörende Unternehmen Boston Dynamics technologisch mindestens gleich weit entwickelt seien.
Zweifel an der raschen Umsetzbarkeit äußerte auch die Wissenschaft. Ken Goldberg von der University of California in Berkeley stellte infrage, ob sich die Software und die Selbstlernfähigkeiten in realen, unvorhersehbaren Umgebungen verlässlich bestätigen lassen. Eine durchgehend konstante Leistungsfähigkeit der Roboter lasse sich aus vorbereiteten Demonstrationsvideos nicht unmittelbar ableiten.
