Tesla startet Produktion des Optimus V3 im Sommer 2026
08.05.2026 - 15:52:59 | boerse-global.deDer Elektroautobauer bringt seinen humanoiden Roboter in Serie â zunĂ€chst fĂŒr den Eigenbedarf.
Tesla hat offiziell bestĂ€tigt, dass die Produktion des humanoiden Roboters Optimus Version 3 (V3) Ende Juli oder August 2026 anlĂ€uft. Das gab das Unternehmen am 6. Mai im Rahmen seiner Quartalszahlen bekannt. Damit beginnt der Ăbergang vom experimentellen Prototypen zur industriellen Fertigung. Im Tesla-Werk in Fremont, Kalifornien, wurden dafĂŒr bereits im FrĂŒhjahr die Produktionslinien fĂŒr die Modelle S und X demontiert â Platz fĂŒr eine eigene Roboterfabrik.
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Technische SprĂŒnge: Von 11 auf 22 Freiheitsgrade
Die dritte Generation des Optimus bringt entscheidende Verbesserungen mit. Besonders auffĂ€llig: die neu entwickelte Hand, die nun ĂŒber 22 Freiheitsgrade und 50 Aktuatoren verfĂŒgt. Zum Vergleich: Die VorgĂ€ngergeneration aus dem Jahr 2025 kam noch auf 11 Freiheitsgrade. Diese gesteigerte Beweglichkeit soll es dem Roboter ermöglichen, komplexe Werkzeuge zu bedienen und anspruchsvolle Montagearbeiten zu ĂŒbernehmen.
Mit einer GröĂe von 168 Zentimetern und einem Gewicht von 57 Kilogramm ist der V3 kompakt gebaut. HerzstĂŒck ist der neue AI5-Chip, der eine fast fĂŒnffach höhere Speicherbandbreite als sein VorgĂ€nger bietet. Die Steuerung erfolgt ĂŒber eine neuronale Netzwerkarchitektur, die Tesla auch fĂŒr sein âFull Self-Drivingâ-System nutzt. Der Roboter arbeitet rein kamerabasiert und benötigt keine zentrale Steuerung in der Fabrik.
Die KomplexitĂ€t ist enorm: Mehr als 10.000 Einzelteile verbaut Tesla in jedem Optimus. Die Produktionsgeschwindigkeit wird durch die langsamsten Komponenten in der Lieferkette bestimmt, rĂ€umte das Unternehmen ein. Diese Herausforderungen fĂŒhrten bereits im MĂ€rz 2026 zur Verschiebung einer geplanten SpaceX-Mission â der Fokus liegt nun auf irdischen Industrieanwendungen.
Wettbewerb schlÀft nicht
WÀhrend Tesla seine hauseigene Produktion hochfÀhrt, ist die Konkurrenz bereits einen Schritt weiter. Figure AI hat mit seinem Modell Figure 02 in einem zehnmonatigen Pilotprojekt bei BMW in South Carolina angeblich 30.000 Fahrzeuge mitproduziert. Seit MÀrz 2026 expandiert das Unternehmen mit der neueren Figure 03 ins Ausland.
Auch andere Autobauer setzen auf Partner: Agility Robotics, Apptronik und Boston Dynamics haben bereits Kooperationen mit der Industrie geschlossen. Teslas Strategie setzt dagegen auf vertikale Integration â alles aus einer Hand. Das Ziel: Durch hohe StĂŒckzahlen die Kosten drĂŒcken. Langfristig peilt Tesla einen Verkaufspreis zwischen 20.000 und 30.000 Euro pro Roboter an.
Doch noch wird kein einziger Optimus extern verkauft. Die ersten Einheiten ab Sommer 2026 sind ausschlieĂlich fĂŒr den internen Gebrauch bestimmt â in Teslas eigenen Autofabriken und Batteriewerken, etwa fĂŒr Zellsortierung und QualitĂ€tskontrollen.
Texas als zweites Standbein
Die Fertigung in Fremont ist nur der Anfang. Parallel baut Tesla am Standort Giga Texas eine zweite, deutlich gröĂere Roboterfabrik. Baugenehmigungen aus dem FrĂŒhjahr 2026 zeigen mehr als 460.000 Quadratmeter neue ProduktionsflĂ€che fĂŒr die Robotik. Die KapazitĂ€t ist auf zehn Millionen Einheiten pro Jahr ausgelegt, der Produktionsstart fĂŒr Sommer 2027 geplant.
Personell gab es ebenfalls VerĂ€nderungen: Im Juni 2025 ĂŒbernahm Ashok Elluswamy die Leitung des Optimus-Programms von Milan Kovac. Der Schritt unterstreicht die wachsende Verzahnung von Roboter-Hardware und der Autopilot-Software-Abteilung. Teslas Ansatz: Der Roboter ist im Kern ein Fahrzeug mit Beinen.
Im MĂ€rz 2026 kĂŒndigte Tesla zudem eine gemeinsame Initiative mit xAI an â unter dem Namen âDigital Optimusâ. Ziel ist die Verbindung von physischer Robotik mit generativer KĂŒnstlicher Intelligenz, um eine umfassendere Automatisierungsplattform zu schaffen.
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Wann kommt der Optimus fĂŒr alle?
Tesla bleibt vorsichtig, was den Verkauf an externe Kunden angeht. Bei einem Auftritt beim Weltwirtschaftsforum im Januar 2026 bezeichnete Elon Musk das Verkaufsziel fĂŒr 2027 als an Bedingungen geknĂŒpft â der Roboter mĂŒsse strenge Sicherheits- und ZuverlĂ€ssigkeitsstandards erfĂŒllen.
Im Laufe des Jahres 2026 soll das Aufgabenspektrum des Optimus schrittweise erweitert werden. Aktuell ist der Roboter auf einfache, repetitive Bewegungen beschrĂ€nkt. Das Ziel: Die V3-Einheiten sollen bis Jahresende komplexere Montagearbeiten ĂŒbernehmen.
FĂŒr Teslas Bewertung wird der Produktionsstart im Sommer 2026 zum entscheidenden Test. Das Unternehmen hat einen erheblichen Teil seines 20-Milliarden-Euro-Investitionsbudgets fĂŒr 2026 in das Robotik-Programm gesteckt. Die Ăberzeugung dahinter: Das Humanoide-GeschĂ€ft könnte eines Tages den Autobau in den Schatten stellen. Doch wĂ€hrend die Konkurrenz bereits Tausende produktive Arbeitsstunden in externen Fabriken vorweisen kann, steht Tesla noch am Anfang.
