Tesla, SpaceX

Tesla und SpaceX: Morgan Stanley belegt elf Kooperationsbereiche

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Morgan Stanley sieht enge Verbindungen zwischen Tesla und SpaceX. Gemeinsame Projekte und Musks Aussagen befeuern Spekulationen über einen Zusammenschluss.

Tesla und SpaceX: Technologischer Schulterschluss nährt Fusionsspekulationen
Eine hochmoderne, automatisierte Industrieanlage mit fortschrittlicher Fertigungstechnik in einer weitläufigen Halle. Illustration mit AI erstellt.

Die technologische und operative Zusammenarbeit zwischen Tesla und SpaceX erreicht eine neue Dimension. Laut einer Analyse der US-Investmentbank Morgan Stanley vertiefen die beiden Unternehmen ihre Verflechtung im zukunftsträchtigen Sektor der physischen künstlichen Intelligenz massiv.

Analyst Adam Jonas bestätigte am 14. September 2026 die Kaufempfehlung für SpaceX mit einem unveränderten Kursziel von 300 US-Dollar und begründete dies mit gemeinsamen Fortschritten in Fertigung, KI-Hardware und Software.

Elf Kernbereiche der technologischen Verzahnung

Die Zusammenarbeit erstreckt sich nach Einschätzung von Morgan Stanley über elf spezifische Segmente. Dazu zählen spezialisierte Halbleiter und KI-Hardware, Energiespeichersysteme, Fahrzeugkomponenten, Materialwissenschaften, Lieferketten, Konnektivität und Unternehmenskultur.

Ziel beider Konzerne sei es, technologische Ressourcen, Fachkräfte und Infrastruktur zusammenzulegen, um Energie effizient in Rechenleistung und physische Automatisierung zu überführen.

Dabei ergänzen sich die jeweiligen Stärken: Während SpaceX Rechenleistung, Konnektivität und Kapital beisteuert, liefert Tesla Robotik, Daten, Energieinfrastruktur und industrielle Fertigungskapazitäten. Tesla beschäftigt mit mehr als 135.000 Mitarbeitern gut sechsmal so viel Personal wie das Raumfahrtunternehmen.

Auch im Börsenprospekt von SpaceX spiegeln sich die engen Verbindungen wider: Das S-1-Filing enthält 71 Nennungen von Tesla, wovon 34 Prozent direkte Kooperationen und 41 Prozent unternehmensrechtliche Verflechtungen betreffen. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell hob die bestehenden Synergien zwischen beiden Konzernen ebenfalls hervor.

Milliardenprojekte in Halbleiterfertigung und Energie

Ein zentraler Baustein der gemeinsamen Strategie ist die Chipfabrik Terafab in Texas, die in Kooperation mit Intel realisiert wird. Berichten zufolge belaufen sich die gesamten Baukosten auf mehr als 119 Milliarden US-Dollar, wovon die erste Phase im August rund 16,8 Milliarden US-Dollar in Anspruch nahm.

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Parallel dazu entwickeln die Konzerne die Agenten-Plattform Macrohard und streben in den USA jeweils eine vertikal integrierte Solarfertigung von 100 Gigawatt pro Jahr an.

Auf der Ebene der Hardware-Lieferungen bestehen bereits umfangreiche Geschäftsbeziehungen: Im Jahr 2025 bezogen SpaceX und die seit Februar als SpaceX-Tochter geführte xAI von Tesla Megapack-Speicher für 506 Millionen US-Dollar sowie Cybertrucks für 131 Millionen US-Dollar, um das Rechencluster Colossus auszustatten.

Für SpaceX erwartet Morgan Stanley eine Rechenleistung von 4,9 Gigawatt bis Ende 2027 und 15,3 Gigawatt terrestrisch bis 2031. Künftig soll zudem der Satellitendienst Starlink ab dem Modell Cybercab direkt in Tesla-Fahrzeuge integriert werden.

Finanzielle Überschneidungen und Spekulationen am Kapitalmarkt

Auch finanziell sind die Unternehmen eng verknüpft. Tesla hält nach einer Investition von 2 Milliarden US-Dollar in xAI im Januar rund 19 Millionen SpaceX-Aktien, was einem Anteil von unter einem Prozent entspricht.

Im zweiten Quartal verbuchte der Elektroautobauer daraus einen unrealisierten Buchgewinn von 1,01 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal 2026 hielten 119 Investmentfonds Anteile an SpaceX, während die Zahl der Hedgefonds bei Tesla von 123 im ersten Quartal auf 116 sank.

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Die zunehmende operative Nähe heizt an den Märkten Spekulationen über eine formelle Fusion an. Bei einer Marktkapitalisierung von 2,1 Billionen US-Dollar für das noch unprofitable SpaceX und 1,4 Billionen US-Dollar für Tesla bei rund dem 340-fachen Trailing-Gewinn läge der Gesamtwert bei etwa 3,5 Billionen US-Dollar. Elon Musk schloss ein Zusammengehen im Juli 2026 im Rahmen einer Bilanzkonferenz nicht aus.

Auf einer Branchenkonferenz in Los Angeles am 14. September 2026 bezeichnete er eine Nachfrage zu Fusionsüberlegungen als berechtigt und verwies auf die bereits sehr enge Zusammenarbeit. Nach diesen Aussagen gaben beide Papiere am 14. September zunächst fast zwei Prozent nach, stiegen jedoch am Folgetag vor Börsenbeginn wieder an.

Während Analysten von JPMorgan eine Fusion auf dem Papier als strategisch schlüssig bewerten, ergaben Berechnungen des Analysehauses Jefferies, dass Musk bei einer Transaktion ohne Fusionsprämie rund 55,3 Prozent der Stimmrechte behalten würde. Auch Analyst Dan Ives von Wedbush hatte zuvor die Möglichkeit eines Zusammenschlusses im kommenden Jahr erörtert.

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