Teslas FSD blockiert: Frankreich lehnt Autopilot-Zulassung ab
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 03:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Paris â Die französische Regierung hat sich offiziell gegen eine EU-weite Zulassung von Teslas âFull Self-Drivingâ-Software (FSD) gestellt. Grund sind erhebliche Sicherheitsbedenken.
Damit ist Frankreich der erste EU-Mitgliedstaat, der den Antrag auf Genehmigung öffentlich ablehnt â wĂ€hrend andere europĂ€ische LĂ€nder bereits grĂŒnes Licht gegeben haben.
âKeine ausreichenden Sicherheitsgarantienâ
Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot erklĂ€rte diese Woche, die Software biete in ihrer aktuellen Form keine ausreichenden Sicherheitsgarantien fĂŒr den öffentlichen StraĂenverkehr. Ein zentraler Streitpunkt ist die sogenannte âkontextabhĂ€ngige Höchstgeschwindigkeitâ. Diese optionale Einstellung erlaubt dem Fahrzeug, bis zu 50 Prozent ĂŒber dem Tempolimit zu fahren â vorausgesetzt, der umliegende Verkehr ist schneller unterwegs. Bei Tests wurden Fahrzeuge beobachtet, die in 50er-Zonen mit 70 km/h unterwegs waren.
Das Ministerium bemĂ€ngelt zudem die mangelnde Aufmerksamkeit der Fahrer in komplexen stĂ€dtischen Umgebungen. Das System, das als Level-2+-Assistent und nicht als vollstĂ€ndig autonomes System eingestuft ist, stelle nicht ausreichend sicher, dass Fahrer an Kreuzungen und Kreisverkehren aufmerksam bleiben. Die Bedenken kommen nicht von ungefĂ€hr: Im Mai 2026 war Teslas Autopilot in den USA an 207 UnfĂ€llen beteiligt â ein Rekordwert.
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Europa spaltet sich: FĂŒnf LĂ€nder geben grĂŒnes Licht
Frankreichs Veto schafft einen regulatorischen Graben innerhalb der EU. WĂ€hrend Paris die Zulassung auf Eis gelegt hat, haben fĂŒnf andere LĂ€nder bereits vorlĂ€ufig zugestimmt:
- Niederlande (erste vorlÀufige Genehmigung im April)
- Belgien
- DĂ€nemark
- Estland
- Litauen
Auch Schweden hat Bedenken angemeldet â Frankreich dĂŒrfte mit seiner Skepsis also nicht allein dastehen. Die französische Regierung plant, im Herbst mit Branchenvertretern einen breiteren Rahmen fĂŒr autonomes Fahren zu erarbeiten. Das offizielle Ziel: Ab 2027 soll der Einsatz autonomer Fahrzeuge in Frankreich beginnen.
Musk kontert: âVerzögerung kostet Lebenâ
Tesla-Chef Elon Musk reagierte scharf. Die Blockade der FSD-Zulassung in Frankreich koste Menschenleben, behauptete er. Der Hersteller verweist auf eigene Sicherheitsdaten: Demnach komme es bei FSD-ausgestatteten Fahrzeugen zu einem Unfall pro 8,2 Millionen Kilometern. Zum Vergleich: Der US-Durchschnitt liegt bei einem Unfall pro 1,1 Millionen Kilometern.
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Der regulatorische RĂŒckschlag trifft Tesla in einer schwierigen Phase. Im ersten Halbjahr 2026 verkaufte der Konzern weltweit 480.126 Fahrzeuge â ein RĂŒckgang von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die technischen GesprĂ€che zwischen der französischen Regierung, Tesla und den EU-Behörden sollen fortgesetzt werden. Paris fordert deutlich robustere SicherheitsmaĂnahmen, bevor die assistierte Fahrsoftware auf französischen StraĂen zugelassen wird.
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