Texas verklagt OpenAI: ChatGPT-Sperre für Minderjährige und Modellprüfungen gefordert
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Texas, Ken Paxton, hat am 23. Oktober 2026 beim Collin County eine umfassende Klage gegen OpenAI und dessen Vorstandsvorsitzenden Sam Altman eingereicht.
Die Anklagebehörde wirft dem KI-Entwickler irreführende Sicherheitsversprechen, das Fehlen wirksamer Altersverifikationen sowie mangelnde elterliche Kontrollmechanismen vor. Damit verstoße das Unternehmen gegen das texanische Jugendschutzgesetz SCOPE Act sowie gegen das Gesetz über betrügerische Handelspraktiken (DTPA). Wie Medien am 28. Oktober 2026 berichteten, verlangt Texas weitreichende Konsequenzen für den Betrieb der KI-Dienste.
Weitreichende Forderungen nach Sperren und Kontrollen
In der Klageschrift fordert Paxton eine vollständige Sperre des Chatbots ChatGPT für Minderjährige im Bundesstaat Texas. Darüber hinaus soll es OpenAI untersagt werden, neue KI-Modelle ohne eine vorherige Prüfung und Freigabe durch einen gerichtlich bestellten, unabhängigen Gutachter zu veröffentlichen.
Die Klage verlangt zudem zivilrechtliche Strafen von bis zu 10.000 US-Dollar pro Verstoß und zielt darauf ab, Sam Altman persönlich haftbar zu machen.
Ein wesentlicher Vorwurf lautet, OpenAI habe das Unternehmenswachstum über die Sicherheit der Nutzer gestellt. Zudem habe das Unternehmen unzureichend vor ungenauen oder potenziell schädlichen Ausgaben gewarnt, was insbesondere minderjährige Nutzer gefährde. Die texanische Justiz fordert ein striktes Verbot von KI-generierten Ratschlägen zu sensiblen Themen wie Suizid, Essstörungen und Gewaltanwendung.
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Vorwurf der Ausbeutung von Nutzerdaten
In der Klageschrift wird zudem dargelegt, dass der Unternehmenswert von OpenAI von etwa 17 Mrd. US-Dollar auf über 1,4 Billionen US-Dollar angewachsen sei. Laut Paxton beruhe dieser Anstieg auf einem Geflecht aus Täuschung und der Ausbeutung von Nutzerdaten.
Zur Untermauerung der Vorwürfe verweist die Klageschrift auch auf frühere Aussagen von Altman, wonach künstliche Intelligenz wahrscheinlich zum Ende der Welt führen werde, bis dahin aber großartige Firmen hervorbringe.
Zusätzlicher Druck entsteht durch den Kapitalbedarf des Unternehmens: OpenAI suchte im Oktober nach einer Investition in Höhe von 30 Mrd. US-Dollar bei einer Unternehmensbewertung von 1,25 Billionen US-Dollar.
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Teil einer bundesweiten Klagewelle
Die texanische Klage steht nicht isoliert da, sondern ist Teil einer koordinierten juristischen Offensive von insgesamt neun US-Bundesstaaten. Bereits am 14. Oktober 2026 hatten die Generalstaatsanwälte von Arizona, Arkansas, Idaho, Iowa, Kansas, Montana, Nebraska und West Virginia vergleichbare rechtliche Schritte gegen das Technologieunternehmen eingeleitet.
OpenAI reagierte auf die rechtlichen Schritte mit dem Hinweis, dass das Unternehmen kontinuierlich mit Experten an Sicherheitsvorkehrungen arbeite. Ein Sprecher des Unternehmens, Jason Deutrom, erklärte laut Medienberichten vom 28. Oktober 2026, Regierungen sollten robuste Sicherheitsstandards etablieren. OpenAI arbeite mit dem Bundesstaat Texas daran, pragmatische und branchenweite Regeln für den sicheren Einsatz von KI-Technologien zu entwickeln.
