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The Gentlemen: Ransomware-Gruppe verschlüsselt Netzwerke in unter 24 Stunden

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 14:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Ransomware-Gruppe The Gentlemen verzeichnet 683 Opfer bis Juli 2026 und griff im August auch den US-Gesundheitsdienstleister Nutex Health an.

The Gentlemen Ransomware Group verschlüsselt Netzwerke in Rekordtempo
Ein dunkler, industriell gestalteter Flur in einem modernen Bürogebäude bei Nacht, beleuchtet durch dezentes blaues Notlicht. Illustration mit AI erstellt.

Im Bereich der Cybersicherheit sorgt eine neue Gruppierung für Besorgnis, die durch eine außergewöhnlich hohe Geschwindigkeit bei Ransomware-Angriffen auffällt. Wie aus Branchenberichten von Anfang September 2026 hervorgeht, ist die sogenannte „The Gentlemen Ransomware Group“ in der Lage, Unternehmensnetzwerke innerhalb von weniger als 24 Stunden vollständig zu verschlüsseln.

Ermöglicht wird dieses Tempo durch die gezielte Deaktivierung von Sicherheitsmechanismen, insbesondere von Endpoint Detection and Response (EDR)-Systemen sowie Backup-Lösungen.

Strategien zur Umgehung von Sicherheitssoftware

Die Gruppierung agiert nach dem Modell Ransomware-as-a-Service (RaaS) und setzt auf eine doppelte Erpressungstaktik, die sogenannte Double-Extortion. Dabei werden die Daten des Opfers nicht nur verschlüsselt, sondern vorab exfiltriert, um mit deren Veröffentlichung zusätzlichen Druck aufzubauen.

Analysen zufolge liegt der Median der für eine vollständige Verschlüsselung benötigten Zeit bei etwa zwei Tagen, wobei die Gruppe in optimierten Szenarien die 24-Stunden-Marke unterschreitet.

Technisch greifen die Akteure auf ein spezifisches Instrumentarium zurück. Dazu gehört das Tool „GentileKiller“, das mutmaßlich für das Ausschalten von Schutzsoftware konzipiert wurde. Zudem nutzt die Gruppe die Methode „Bring Your Own Vulnerable Driver“ (BYOVD).

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Hierbei schleusen die Angreifer legitime, aber fehlerhafte Treiber in das System ein, um Kernel-Rechte zu erlangen und Sicherheitslösungen zu umgehen. Für den Abtransport gestohlener Daten wird häufig die Software „Rclone“ eingesetzt.

Steigende Opferzahlen und globale Aktivitäten

Die Reichweite der Gruppe hat in den letzten Monaten massiv zugenommen. Laut Statistiken aus Fachberichten wurden bis Juli 2026 insgesamt 683 Opfer verzeichnet. Ein deutlicher Anstieg der Aktivitäten war im Hochsommer zu beobachten, als allein im Monat Juli 169 erfolgreiche Angriffe registriert wurden.

Ein aktuelles Beispiel für das Vorgehen der Gruppe betrifft das US-Unternehmen Nutex Health. Der Gesundheitsdienstleister mit Hauptsitz in Houston, Texas, betreibt 27 sogenannte Mikro-Krankenhäuser in insgesamt 12 US-Bundesstaaten.

Wie in Berichten vom 2. September 2026 unter Berufung auf Pflichtmeldungen an die US-Börsenaufsicht SEC dargelegt wird, wurde Nutex Health im August 2026 Ziel eines Cyberangriffs. Das Unternehmen reichte entsprechende Meldungen am 24. August sowie am 31. August 2026 ein.

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Fallbeispiel Nutex Health verdeutlicht Schadenspotenzial

Nutex Health bestätigte in diesem Zusammenhang den Abfluss sensibler Informationen. Betroffen sind Daten von Patienten, Mitarbeitern sowie Dienstleistern. Die „The Gentlemen Ransomware Group“ wird in diesem Fall als mutmaßlicher Täter geführt. Die Angreifer drohen bereits damit, die bei dem Einbruch im August entwendeten Datensätze zu veröffentlichen, sollte keine Einigung erzielt werden.

Der Vorfall unterstreicht die Effektivität des Double-Extortion-Modells bei Gesundheitsdienstleistern, da hier besonders sensible Patientendaten betroffen sind.

Experten weisen darauf hin, dass die Kombination aus EDR-Deaktivierung und der schnellen Verschlüsselung herkömmliche Reaktionszeiten von IT-Sicherheitsteams oft unterläuft. Unternehmen wird daher geraten, ihre Backup-Strategien und die Resilienz ihrer EDR-Lösungen gegen gezielte Manipulationen durch BYOVD-Angriffe zu überprüfen.

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