TheHatman-Attacke, Millionen

TheHatman-Attacke: 3,64 Millionen Azure-DatensÀtze zum Verkauf

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 22:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Akteur namens TheHatman offeriert mutmaßlich gestohlene Mitarbeiterdaten großer Konzerne. Experten halten die Informationen fĂŒr authentisch, betroffene Firmen widersprechen.
Nahaufnahme von beleuchteten Server-Racks in einem modernen Rechenzentrum, die eine technologische Sicherheitsumgebung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Ein als TheHatman bekannter Akteur bietet derzeit umfangreiche Mitarbeiterverzeichnisse zum Verkauf an, die aus den Azure- und Entra-Mandanten namhafter internationaler Unternehmen stammen sollen. Betroffen sind nach Angaben des Anbieters diverse Global Player aus unterschiedlichen Branchen, darunter McDonald's, Vodafone und Kyndryl.

Umfangreiche DatensÀtze namhafter Unternehmen im Visier

Die behauptete Gesamtzahl der entwendeten DatensĂ€tze belĂ€uft sich auf rund 3,64 Millionen. Den grĂ¶ĂŸten Anteil nimmt laut den im Internet kursierenden Informationen McDonald's ein, wovon ĂŒber 1,7 Millionen DatensĂ€tze betroffen sein sollen.

Auch andere Großunternehmen finden sich in der Liste des Bedrohungsakteurs wieder: FĂŒr TCS werden rund 800.000 EintrĂ€ge angegeben, wĂ€hrend Vodafone mit rund 425.000 und HCL mit etwa 250.000 DatensĂ€tzen gelistet sind.

Weitere betroffene Organisationen sind die InterContinental Hotels Group (IHG) mit rund 185.000, der IT-Infrastrukturdienstleister Kyndryl mit rund 170.000 sowie der Modekonzern Gap mit rund 80.000 EintrÀgen. Kleinere DatensÀtze sollen zudem von Hexaware (rund 20.000) und der Wyndham-Hotelgruppe (rund 9.000) stammen.

Die zum Verkauf angebotenen Informationen gehen ĂŒber einfache Kontaktlisten hinaus. Die DatensĂ€tze enthalten nach vorliegenden Berichten Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und physische Adressen.

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ZusĂ€tzlich sollen interne Details wie Mitarbeiter-IDs, Jobtitel, Abteilungszugehörigkeiten sowie Informationen ĂŒber Vorgesetzte enthalten sein. FĂŒr IT-Sicherheitsabteilungen besonders besorgniserregend sind Angaben zu Gruppenmitgliedschaften, Dienstkonten und Listen von Administratoren mit globalen Berechtigungen.

Ursachenanalyse und EinschÀtzung der AuthentizitÀt

Sicherheitsexperten von Hudson Rock bewerten die angebotenen Daten nach einer ersten PrĂŒfung als höchstwahrscheinlich authentisch. In ihrer Analyse kommen sie zu dem Schluss, dass der Abfluss der Informationen vermutlich nicht auf eine Schwachstelle in Microsofts Cloud-Infrastruktur zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Ein sogenannter Azure-Zero-Day-Exploit werde nach derzeitigem Kenntnisstand ausgeschlossen. Stattdessen wird die Exfiltration der Daten mit Infostealer-Infektionen in Verbindung gebracht, durch die Zugangsdaten auf EndgerÀten abgegriffen worden sein könnten.

Reaktionen der betroffenen Konzerne

Einige der im Datensatz genannten Unternehmen sind den VorwĂŒrfen bereits entgegengetreten. Der IT-Dienstleister TCS verneinte in einer offiziellen Einreichung bei der Bombay Stock Exchange (BSE) die Existenz eines aktuellen, glaubwĂŒrdigen Sicherheitsvorfalls. Das Unternehmen erklĂ€rte, dass die im Umlauf befindlichen Daten Ă€lter als vier Jahre seien und lediglich grundlegende Informationen enthielten.

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Auch der ModeeinzelhĂ€ndler Gap wies die Berichte zurĂŒck. Das Unternehmen betonese, dass kein aktueller Sicherheitsvorfall vorliege. Bei den angebotenen Informationen handele es sich um veraltetes Datenmaterial, das zudem nicht als sensibel eingestuft werde.

Trotz dieser Dementis schĂ€tzen Beobachter die Kampagne als potenzielles Sicherheitsrisiko ein. Die detaillierten Organisationsstrukturen und Mitarbeiterdaten könnten als Grundlage fĂŒr prĂ€zise Phishing-Angriffe dienen. Dabei könnten Angreifer versuchen, durch die Verwendung interner Details das Vertrauen der BeschĂ€ftigten zu gewinnen, um weitere ZugĂ€nge zu den Unternehmensnetzwerken zu erlangen.

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