TherapieplÀtze, Wartezeit

TherapieplÀtze: Wartezeit auf 32,5 Wochen gestiegen

Veröffentlicht: 02.07.2026 um 23:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Wartezeit auf einen Therapieplatz fĂŒr MinderjĂ€hrige ist auf 32,5 Wochen gestiegen. Nur 55 Prozent erhalten einen festen Behandlungsplatz.

Therapieplatz-Mangel: Wartezeit fĂŒr Jugendliche steigt auf 32,5 Wochen
Ein junger Mensch sitzt nachdenklich in einem ruhigen Raum, der eine therapeutische Umgebung andeutet. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt der aktuelle BiPsy-Monitor 2026. Im Jahr 2024 lag der Wert noch bei 28,3 Wochen.

Nur die HĂ€lfte der anfragenden Patienten bekommt ĂŒberhaupt einen Termin fĂŒr eine erste Sprechstunde. Von denen, die einen Termin erhalten, schaffen es nur rund 55 Prozent, anschließend einen festen Behandlungsplatz zu bekommen. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bewertet die Entwicklung als unzureichend fĂŒr schwer erkrankte junge Menschen.

Besonders betroffen: Kinder mit Migrationshintergrund

Ein Ă€hnliches Bild zeigt ein Monitoring aus dem Kanton Basel-Stadt vom Sommer 2025. 361 von 889 befragten Psychotherapeuten beteiligten sich an der Erhebung. Die Ergebnisse belegen einen erheblichen Mangel an TherapieplĂ€tzen fĂŒr vulnerable Gruppen.

Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, Mehrfachbelastungen, Traumafolgestörungen oder AbhÀngigkeitserkrankungen. Fast die HÀlfte der befragten Therapeuten bietet zwischen 11 und 20 Sitzungen pro Woche an. Rund 83 Prozent arbeiten in selbststÀndiger TÀtigkeit.

Neue Hoffnung bei Essstörungen

Parallel zu den VersorgungsengpĂ€ssen laufen vielversprechende Studien. Die FIAT-Studie der CharitĂ© Berlin und der Krankenkasse mhplus untersucht die Wirksamkeit der Familienbasierten Therapie (FBT) bei Anorexia nervosa. Gesucht werden 200 betroffene Familien mit Kindern zwischen 8 und 17 Jahren. Die Studie vergleicht FBT mit der herkömmlichen stationĂ€ren Behandlung ĂŒber einen Zeitraum von 12 Monaten.

Kann Schachtraining die psychische Gesundheit verbessern? Eine Studie des Zentralinstituts fĂŒr Seelische Gesundheit Mannheim und der UniversitĂ€t Heidelberg gibt Hinweise darauf. 33 Probanden im Alter von 13 bis 17 Jahren trainierten sechs Wochen lang Schach. Das Ergebnis: eine verbesserte Effizienz des ArbeitsgedĂ€chtnisses und gesteigertes subjektives Wohlbefinden. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Clinical Child Psychology and Psychiatry.

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Digitale Therapie und kultursensible AnsÀtze

Digitale Formate gewinnen in der psychotherapeutischen Versorgung an Bedeutung. Das Erasmus+-Projekt CARE+CONNECT entwickelt digitale kognitive Verhaltenstherapie (iCBT) und Peer-Support-Netzwerke. Bis September 2027 sollen Studierende und Hochschulpersonal in sechs EU-LĂ€ndern davon profitieren.

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) stellte Anfang Juli ein neues Webportal zur Suche von PrÀventionsangeboten vor.

Ein weiterer Schwerpunkt: KultursensibilitĂ€t. Eine fachĂ€rztliche Übersicht aus dem Jahr 2026 definiert zentrale Kompetenzen fĂŒr die Arbeit mit jungen Migranten und GeflĂŒchteten. Dazu gehören Selbstreflexion ĂŒber Rassismuserfahrungen, der Einsatz von Sprachmittlern und sprachfreie Diagnostikinstrumente wie spezielle Intelligenztests.

Suchtkliniken: Nur noch zwei spezialisierte Einrichtungen in Deutschland

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Nur zwei spezialisierte Kliniken fĂŒr suchtkranke Jugendliche gibt es bundesweit – ein Zeichen fĂŒr den massiven Versorgungsmangel. Unser Report hilft Ihnen, frĂŒhzeitig die richtige UnterstĂŒtzung fĂŒr Ihr Kind zu finden, bevor sich die Symptome verfestigen. Hilfe fĂŒr Ihr Kind – Report jetzt sichern

Die stationĂ€re Versorgung suchtkranker Jugendlicher steht vor massiven Problemen. Nach der Schließung der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn – sie machte ein Defizit von 1,5 Millionen Euro nicht wett – wurden neue Wohngruppen fĂŒr 12- bis 17-JĂ€hrige eingerichtet.

Bundesweit existieren nur noch zwei spezialisierte Kliniken mit insgesamt 36 PlĂ€tzen fĂŒr diese Patientengruppe. Der Berufsverband fĂŒr Kinder- und Jugendpsychiatrie (bkj) fordert deshalb eine stĂ€rkere Einbindung psychotherapeutischer Expertise in den Jugendschutz. Besonders problematisches Medienverhalten sei hĂ€ufig ein Symptom tieferliegender psychischer Erkrankungen.

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