Thermomix Cookidoo: KI-Assistent mit 100.000 Rezepten startet
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die technologische UnterstĂŒtzung bei der tĂ€glichen ErnĂ€hrungsplanung erreicht eine neue Stufe der Integration. Das Wuppertaler Unternehmen Vorwerk, das im GeschĂ€ftsjahr 2025 einen konsolidierten Umsatz von 3,6 Milliarden Euro erzielte und in rund 60 LĂ€ndern aktiv ist, erweitert sein digitales Angebot fĂŒr den Thermomix um KI-gestĂŒtzte Funktionen.
Wie aus Branchenberichten vom September 2026 hervorgeht, wird der sogenannte âCookidoo Assistantâ nach einer seit Ende 2025 laufenden Testphase mit Vertriebsmitarbeitern nun schrittweise fĂŒr die breite Nutzerschaft ausgerollt.
Intelligente Assistenzsysteme und Rezeptverwaltung
Der neue Assistent ist darauf ausgelegt, natĂŒrliche Alltagssprache sowie gesprochene Anweisungen zu verarbeiten. Das System soll Nutzer dabei unterstĂŒtzen, Rezepte auf Basis vorhandener Zutaten, spezifischer ErnĂ€hrungsweisen oder bestimmter AnlĂ€sse zu finden. DarĂŒber hinaus umfasst das Funktionsspektrum den Vergleich verschiedener Rezeptoptionen und die automatisierte Erstellung von MahlzeitenplĂ€nen.
Das zugrunde liegende Ăkosystem Cookidoo beinhaltet weltweit mehr als 100.000 kuratierte Rezepte, wovon ĂŒber 12.000 in deutscher Sprache vorliegen. Laut CEO Dr. Thomas Stoffmehl mache das Update das System intelligenter und intuitiver.
Die KI-gestĂŒtzte Suche und eine neue Ăbersetzungsfunktion sollen den Zugang zu den Inhalten erheblich erleichtern. Letztere startet zunĂ€chst fĂŒr ausgewĂ€hlte Rezepte in Sprachen wie Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Spanisch und Portugiesisch, wobei ein weiterer Ausbau geplant ist.
Hardware-Anpassungen und internationale Ausrichtung
Parallel zur Software-Erweiterung erfĂ€hrt auch die Hardware Anpassungen fĂŒr den globalen Markt. Der Thermomix TM7 erhĂ€lt Arabisch als zusĂ€tzliche GerĂ€tesprache, die nutzerunabhĂ€ngig vom Standort gewĂ€hlt werden kann. Diese umfasst eine angepasste BenutzeroberflĂ€che mit Rechts-nach-links-Ausrichtung und eine arabische Tastatur.
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Flankierend dazu wurden mehr als 100 Rezepte mit Inspirationen aus Regionen wie Marokko, dem Libanon oder Ăgypten integriert. Eine entsprechende arabische Version der App und des Web-Angebots soll bis Ende 2026 folgen.
Auch andere Hersteller treiben die Vernetzung in der KĂŒche voran. Miele stellte die Kochfeld-Serie KM 8000 vor, die mit speziellen Sensoren im Kochgeschirr arbeitet, um die Temperatur prĂ€zise zu steuern. Beim Kochen mit Deckel wird laut Herstellerangaben eine Energieersparnis von bis zu 30 Prozent erreicht. ErgĂ€nzend dazu wurden digitale Assistenten fĂŒr die herstellereigene App angekĂŒndigt, die den Kochprozess weiter automatisieren sollen.
PrÀzisionswerkzeuge und wissenschaftliche Einordnung
Im Bereich der ergĂ€nzenden Hardware setzen Anbieter wie Cosori auf sensorbasierte Lösungen. Die smarte KĂŒchenwaage NutriLens, die in Tests im September 2026 gute Bewertungen fĂŒr ihre ZuverlĂ€ssigkeit erhielt, nutzt Bluetooth-Synchronisation und einen KI-Food-Scan zur KalorienschĂ€tzung.
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WĂ€hrend die Datenbank regionale Anpassungen erlaubt, zeigten sich in Tests bei der automatischen Erkennung komplexer Mahlzeiten noch Abweichungen im zweistelligen Kalorienbereich.
Die Relevanz prĂ€ziser ErnĂ€hrungssteuerung wird durch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert. Forscher der UniversitĂ€t Konstanz, darunter Thomas Brunner und Anna Pia Plazzo, wiesen in einer im Jahr 2026 veröffentlichten Studie molekular nach, wie Darmbakterien ĂŒber die Produktion von VaccensĂ€ure den Stoffwechsel beeinflussen können. In Versuchen konnte die Gabe dieser SĂ€ure Blutzucker- und Blutfettwerte senken.
Auf fachlicher Ebene unterstrichen Experten auf dem ESPEN-Kongress in Berlin die Bedeutung einer gesteuerten ErnÀhrungstherapie. Prof. Dr. Matthias Pirlich erklÀrte, dass individuell angepasste ErnÀhrung bei mangelernÀhrten Klinikpatienten die Sterblichkeit um etwa 27 Prozent senken könne.
Zudem ergaben Analysen eine mögliche Kostenersparnis von bis zu 2.800 Euro pro Fall. In diesem klinischen Kontext wird kĂŒnftig verstĂ€rkt auf KI gesetzt, um individuelle ErnĂ€hrungsplĂ€ne und Leitlinien-Synopsen zu erstellen.
