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Thomson Reuters: Datenleck in Gerichts-Software C-Track entdeckt

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 20:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein unbefugter Zugriff auf Thomson Reuters’ C-Track erfasste Gerichtsbehörden in den USA und Ontario; Passwörter müssen geändert werden.

Thomson Reuters: C-Track-Datenzugriff betrifft US-Gerichte
Ein leerer, moderner Gerichtssaal mit Holzvertäfelung und schlichtem Design in natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Informationsdienstleister Thomson Reuters hat unbefugte Aktivitäten auf seiner Softwareplattform C-Track identifiziert, die für die Verwaltung von Gerichtsverfahren eingesetzt wird. Wie aus Berichten hervorgeht, wurde der Vorfall am 30. Juni 2026 entdeckt. Die Sicherheitsverletzung betrifft Gerichte in elf US-Bundesstaaten, den US-Jungferninseln sowie in der kanadischen Provinz Ontario.

Zeitraum und Umfang der Sicherheitsverletzung

Nach vorliegenden Erkenntnissen erstreckte sich der Zeitraum des unbefugten Zugriffs auf die Dateien der C-Track-Plattform vom 1. März bis zum 29. Juni 2026. Der Vorfall betrifft insbesondere Berufungsgerichte in insgesamt zwölf US-Gerichtsbarkeiten. Hierzu zählen Alabama, Kentucky, Montana, Nevada, New Hampshire, North Dakota, Ohio, Pennsylvania, South Carolina, Tennessee und Wyoming sowie die US-Jungferninseln.

Trotz des Datenzugriffs kam es laut Angaben von Thomson Reuters zu keinen betrieblichen Unterbrechungen bei den betroffenen Institutionen. Die funktionale Integrität der Gerichtssysteme sei durch den Vorfall nicht beeinträchtigt worden. Dennoch wirft das Ereignis grundlegende Haftungsfragen hinsichtlich der Datenverarbeitung durch externe Dienstleister im Justizsektor auf.

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Regionale Auswirkungen und betroffene Datensätze

Die Auswirkungen des Vorfalls variieren je nach Gerichtsbarkeit. In Minnesota sind Informationen des Obersten Gerichtshofs, des Berufungsgerichts, des Steuergerichts sowie des Verwaltungsgerichtshofs betroffen.

Hierbei wurde präzisiert, dass eigentliche Gerichtsdokumente nicht Teil des abgeflossenen Datenbestands sind. Die Oberste Richterin Natalie Hudson brachte ihre Besorgnis über den Vorfall zum Ausdruck, betonte jedoch, dass der Gerichtsbetrieb normal weiterlaufe.

In Ohio wurden zehn der zwölf Berufungsgerichte über den Vorfall informiert, da diese das C-Track-System nutzen. Die Bezirke acht und zehn sind nach aktuellem Stand nicht betroffen.

In New Hampshire wurden Namen und Falldaten aus dem Zeitraum von 2002 bis 2015 offengelegt, wobei es bisher keine Hinweise auf die Kompromittierung von Sozialversicherungsnummern in diesem Staat gibt. In Wyoming hingegen umfasst der betroffene Zeitraum die Jahre 2015 bis 2025 und betrifft Nutzer der Bezirksgerichte sowie des Obersten Gerichtshofs.

Die Art der offengelegten personenbezogenen Daten ist umfangreich. Je nach Bundesstaat und Nutzergruppe können die Datensätze folgende Informationen enthalten:
* Namen und Adressen
* Geburtsdaten
* Sozialversicherungsnummern
* Führerscheinnummern
* Medizinische Informationen sowie Krankenversicherungsdaten

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Maßnahmen für Betroffene und Sicherheitsreaktionen

Thomson Reuters und die betroffenen Justizbehörden haben eingeleitet, die Sicherheit der Systeme zu erhöhen und die Nutzer zu schützen. In Nevada, wo das System über West Publishing – eine Tochtergesellschaft von Thomson Reuters – bezogen wird, gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass die spezifische Umgebung des Staates kompromittiert wurde.

Für betroffene Nutzer ist ein obligatorischer Passwort-Reset erforderlich. Thomson Reuters bietet zudem eine Kreditüberwachung an, um potenzielle Missbrauchsfälle frühzeitig zu erkennen.

Bisher liegen keine konkreten Hinweise auf betrügerische Aktivitäten im Zusammenhang mit den entwendeten Daten vor. Ab dem 4. September 2026 soll zudem eine spezielle Kontaktstelle für Betroffene des C-Track-Vorfalls aktiv werden, um Anfragen zu bearbeiten und Unterstützung zu leisten.

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