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Thrombose: Nach 4 bis 6 Stunden Sitzen steigt das Risiko auf Reisen

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Langes Sitzen und persönliche Vorbelastungen erhöhen das Thromboserisiko; Bewegung und weitere Schutzmaßnahmen können vorbeugen.

Thrombose: Warnzeichen, Risikofaktoren und Schutz auf Reisen
Ein steriler Behandlungsraum in einer Klinik mit einer medizinischen Untersuchungsliege und diagnostischen Geräten. Illustration mit AI erstellt.

Blutgerinnsel in den Gefäßen zählen zu den unterschätzten medizinischen Notfällen. Anlässlich des Welt-Thrombose-Tages wiesen Mediziner des Nizam's Institute of Medical Sciences (NIMS) im indischen Hyderabad darauf hin, dass eine Thrombose gravierende Komplikationen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Lungenembolien auslösen kann.

NIMS-Direktor Dr. Rahul Devraj stellte bei der Eröffnung eines Laufs der Abteilung für Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie die Früherkennung in den Mittelpunkt, wie Medien am 13. Oktober 2026 berichteten.

Ursachen, Risikofaktoren und typische Warnzeichen

Eine Thrombose entsteht durch die Bildung eines Blutgerinnsels innerhalb eines Blutgefäßes, häufig in den tiefen Beinvenen. Nach Angaben des NIMS gehören längerfristige Immobilität, vorangegangene operative Eingriffe, Fettleibigkeit und Rauchen zu den wesentlichen Risikofaktoren.

Auch Ärzte des Ortenau Klinikums Offenburg informierten am 13. Oktober 2026 über diese Gefahren und nannten zusätzlich Krebserkrankungen, Verletzungen, Schwangerschaft, höheres Alter, eine familiäre Veranlagung sowie bestimmte Medikamente als treibende Faktoren für eine erhöhte Gerinnungsneigung.

Symptome erfordern sofortiges Handeln. Das NIMS nennt Schmerzen oder Schwellungen in den Beinen sowie plötzlich auftretende Atemnot und Brustschmerzen als Alarmsignale, bei denen unverzüglich ärztliche Unterstützung gesucht werden sollte.

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Einseitige Schwellungen, Wadenschmerzen und ein abrupter Leistungsabfall gelten ebenfalls als verdächtig. Die Diagnose stützt sich laut dem Ortenau Klinikum in der Regel auf Anamnese, körperliche Untersuchungen, Bluttests und Ultraschall, woraufhin die Therapie zumeist ambulant mittels Gerinnungshemmern erfolgt.

Zusammenspiel biologischer Faktoren und saisonale Einflüsse

Wie komplex die Entstehung von Thromben ist, verdeutlichen Erkenntnisse aus Österreich, wo jährlich rund 10.000 Menschen eine Thrombose erleiden. Alice Assinger, Direktorin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kardiovaskuläre Forschung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, erklärte, dass eine Thrombose nie durch einen isolierten Auslöser bedingt sei.

Vielmehr wirken Blutplättchen, Gefäßwände, das Gerinnungssystem und das Immunsystem eng zusammen, wobei Entzündungsprozesse die Aktivierung von Plättchen und Gefäßzellen zusätzlich anfachen.

Zudem schwankt das Risiko im Jahres- und Tagesverlauf. In den Wintermonaten treten Thrombosen gehäuft auf. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf kältebedingte Gefäßverengungen, steigenden Blutdruck, verringerte körperliche Bewegung, veränderten Flüssigkeitshaushalt sowie vermehrt auftretende Atemwegsinfektionen.

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Auch die innere Uhr spielt eine Rolle: In den frühen Morgenstunden ist die Gerinnungsbereitschaft des Körpers natürlicherweise erhöht. Während Männer ein höheres Risiko für wiederkehrende Thromboembolien tragen, wirken bei Frauen Faktoren wie Schwangerschaften, hormonelle Verhütungsmittel oder Hormontherapien gefäßbelastend.

Risiken auf Reisen und gezielte Prävention

Ein bekanntes Szenario für Gerinnselbildungen stellt langes, unbewegliches Verharren auf Reisen dar. Das CRM Centrum für Reisemedizin weist darauf hin, dass eine Reisethrombose nach mehr als 4 bis 6 Stunden unbeweglichen Sitzens droht – nicht allein im Flugzeug, sondern ebenso im Auto, Bus oder Zug.

Das Auftreten von Komplikationen wird bis zu acht Wochen nach Reiseende beobachtet. Entscheidend sei dabei die Kombination aus langer Sitzdauer und individuellen Vorbelastungen wie starker Adipositas, aktiven Krebserkrankungen oder Thrombophilie, nicht jedoch die Buchungsklasse.

Eine Kohortenstudie mit 8.755 Beschäftigten verzeichnete bei Flugreisen ein Ereignis auf 4.656 Flüge beziehungsweise 215 venöse Thromboembolien pro Million Reisende. Bei Flügen mit einer Dauer von über 16 Stunden stieg die Rate auf ein Ereignis pro 1.264 Flüge oder 798 Ereignisse pro Million Reisende.

Als Basisschutz empfehlen Fachleute regelmäßige Bewegung, das Aktivieren der Wadenmuskelpumpe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, den Verzicht auf Alkohol und beengende Kleidung sowie bei Risikoprofilen knielange Kompressionsstrümpfe.

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