Ticketmaster, Gesichtsdaten

Ticketmaster: Gesichtsdaten 3 Jahre gespeichert bei fehlgeschlagenen Checks

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 21:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ticketmaster löscht erfolgreiche Gesichtsdaten nach 60 Tagen, bewahrt Daten fehlgeschlagener Checks aber bis zu drei Jahren auf. Datenschützer zeigen sich besorgt.

Ticketmaster speichert Daten fehlgeschlagener Gesichtsprüfungen bis zu drei Jahre
Eine Person hält ein Smartphone in einer unscharfen städtischen Umgebung, was das Thema biometrische Identitätsprüfung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Ticket-Vermarkter Ticketmaster hat eine neue Richtlinie zur Handhabung biometrischer Nutzerdaten etabliert. Während erfolgreich verifizierte Gesichtsdaten bereits nach einem Zeitraum von 60 Tagen gelöscht werden, sieht das Unternehmen für Daten aus fehlgeschlagenen Identitätsprüfungen eine deutlich längere Aufbewahrungsfrist von bis zu drei Jahren vor.

Die Umsetzung dieser Sicherheitsmaßnahme erfolgt im Rahmen einer Partnerschaft mit dem Identitätsdienstleister Persona. Das Verfahren sieht vor, dass Nutzer bei Verdacht auf anomale Aktivitäten dazu aufgefordert werden können, ein Selfie sowie ein offizielles Ausweisdokument einzureichen.

Akzeptiert werden hierbei unter anderem der Führerschein, der Personalausweis oder der Reisepass. Persona führt anschließend einen biometrischen Abgleich zwischen dem Selfie und dem Foto auf dem Ausweisdokument durch. Neben den Bilddateien werden im Zuge dieses Prozesses auch Geräte-Fingerprints der Nutzer erfasst und gespeichert.

Kampf gegen Bots und Scalping als Hintergrund

Primäres Ziel dieser verstärkten Sicherheitschecks ist die Bekämpfung von automatisierten Programmen, sogenannten Bots, sowie dem gewerbsmäßigen Weiterverkauf von Tickets zu überhöhten Preisen (Scalping). Durch die Verifizierung der Identität soll sichergestellt werden, dass Kartenbestellungen von realen Personen getätigt werden.

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Während der Dienstleister Persona bereits seit dem Jahr 2018 am Markt aktiv ist, besteht die spezifische Kooperation mit Ticketmaster für diesen Bereich der Identitätsprüfung seit weniger als einem Jahr. Die nun bekannt gewordenen Speicherfristen sind Teil der Bemühungen, verdächtige Muster über einen längeren Zeitraum nachverfolgen zu können, insbesondere wenn eine Verifizierung nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Kritik und frühere Sicherheitsvorfälle

Die langen Aufbewahrungsfristen stoßen bei Beobachtern auf Datenschutzbedenken. Nutzer, die eine vorzeitige Entfernung ihrer Informationen wünschen, können sich für die Löschung der Daten direkt an Persona oder Ticketmaster wenden.

Die Skepsis gegenüber der Datenspeicherung wird zudem durch einen Sicherheitsvorfall genährt, der den Partner Persona Anfang des Jahres betraf. Im Februar 2026 wurde bekannt, dass insgesamt 2.456 Dateien der Persona-Codebase mit einem Datenvolumen von 53 MB öffentlich zugänglich waren.

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Das Unternehmen wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass von diesem Vorfall keine sensiblen Kundendaten betroffen gewesen seien. Dennoch führt dieser Kontext in der aktuellen Debatte um die Speicherung biometrischer Merkmale zu einer verstärkten Sensibilisierung hinsichtlich der Sicherheit der bei Ticketmaster hinterlegten Identitätsnachweise.

Die unterschiedliche Behandlung von erfolgreichen und fehlgeschlagenen Prüfungen markiert einen strikteren Kurs in der Branchendiskussion um digitale Identitäten im Ticketing. Während die kurzfristige Speicherung nach Erfolg den operativen Bedarf deckt, dient die dreijährige Vorhaltung bei Unregelmäßigkeiten offenbar der langfristigen Prävention von Missbrauchsfällen.

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