TikTok-Trends: 1,5 Millionen Kinder zeigen Suchtverhalten
27.06.2026 - 13:13:34 | boerse-global.de
TikTok-Trends wie „Double Unders“ begeistern Millionen – doch Mediziner schlagen Alarm.
Das Seilspringen mit Doppeldurchschlägen gilt als effektives Workout für Ausdauer und Koordination. In sozialen Netzwerken wie TikTok wird die Übung massenhaft beworben. Doch während die Fitness-Community die Vorteile feiert, wächst in Fachkreisen die Sorge: Die unregulierte Verbreitung solcher Inhalte birgt Risiken – besonders für Kinder und Jugendliche.
14 Milliarden Dollar Markt – Plattformen im Fokus
Kurzvideo-Formate boomen. 2026 setzt die Branche weltweit rund 14 Milliarden US-Dollar um. Auch öffentlich-rechtliche Sender springen auf den Zug auf: Die ARD startete Ende Juni eine speziell für TikTok produzierte Teenie-Soap namens „Between the Beats“. Die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen konsumiert dort täglich Fitness-Trends wie Double Unders – ohne Qualitätskontrolle oder pädagogische Begleitung.
1,5 Millionen Kinder zeigen riskantes Nutzungsverhalten
Die DAK-Mediensuchtstudie 2026 liefert alarmierende Zahlen: Rund 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland weisen ein riskantes oder abhängiges Verhalten in Bezug auf soziale Medien auf. Jedes vierte Kind nutzt die Dienste in problematischer Weise.
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„Reine Empfehlungen reichen nicht aus“, warnt Medienexperte Florian Buschmann. Die Bildungswissenschaftlerin Nele McElvany von der Universität Dortmund ergänzt: „Besonders im Grundschulalter überwiegen die unerwünschten Nebenwirkungen die positiven Aspekte digitaler Angebote bei weitem.“
56 Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung
Neben Suchtpotenzialen beobachten Experten auch gefährliche Verhaltensweisen – von riskanten Sprüngen an Talsperren bis zu gefährlichen DIY-Experimenten. Eine Expertenkommission hat daher 56 Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung übergeben. Die zentralen Forderungen:
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- Ein Mindestalter von 13 Jahren fĂĽr eigene Konten in sozialen Netzwerken
- Verlässliche Altersüberprüfung durch die Plattformbetreiber
- Einschränkung suchtfördernder Funktionen
- Stärkere Verankerung digitaler Medienbildung in Schulen und Kitas
Der Aktionsrat Bildung und das Schulministerium Nordrhein-Westfalen unterstützen zudem ein grundsätzliches Verbot privater Smartphone- und Smartwatch-Nutzung in Grundschulen. Ziel: Kinder vor den manipulativen Mechanismen der Plattformen schützen und das neue Bildungsziel der „medialen Integrität“ durchsetzen.
