Todesursachen, Frauen

Todesursachen bei Frauen: Demenz fĂŒhrt 2025 mit 39.200 FĂ€llen die Statistik an

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Destatis-Daten zeigen geschlechtsspezifische Unterschiede bei den hÀufigsten Todesursachen; insgesamt sank die Zahl der SterbefÀlle leicht.

Todesursachen 2025: Demenz bei Frauen, Herzkrankheiten bei MĂ€nnern
Ein einsamer Parkbank in einem herbstlichen Garten mit gefallenen BlÀttern bei weichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Untersuchungen zur Sterblichkeit Ă€lterer Menschen verdeutlichen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Wie Daten des Statistischen Bundesamtes fĂŒr das Jahr 2025 belegen, fĂŒhrten bei Frauen Demenzerkrankungen die Statistik der hĂ€ufigsten Todesursachen an, wĂ€hrend bei MĂ€nnern Herz-Kreislauf-Leiden im Vordergrund standen.

Deutliche Differenzen in der Todesursachenstatistik

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war Demenz im Jahr 2025 mit einem Anteil von 7,7 % beziehungsweise 39.200 FÀllen die hÀufigste Todesursache bei Frauen in Deutschland. Dahinter folgten die chronische ischÀmische Herzkrankheit mit 5,8 % (29.400 FÀlle) und Herzinsuffizienz mit 4,3 % (21.900 FÀlle).

Bei MÀnnern zeigte sich ein anderes Bild: Hier stand die chronische ischÀmische Herzkrankheit mit 7,7 % (38.700 FÀlle) an erster Stelle, gefolgt von bösartigen Neubildungen der Bronchien und der Lunge mit 5,2 % (26.200 FÀlle) sowie dem akuten Herzinfarkt mit 4,8 % (23.800 FÀlle).

Insgesamt starben im Jahr 2025 in Deutschland rund 1,01 Mio. Menschen, was einem leichten RĂŒckgang von 0,1 % gegenĂŒber 2024 entsprach und den dritten RĂŒckgang in Folge markierte.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen blieben mit 334.100 Verstorbenen die insgesamt hĂ€ufigste Krankheitsgruppe, lagen jedoch 1,5 % unter dem Wert von 2024 und 6,7 % unter jenem von 2022. Krebs forderte 228.800 Todesopfer, wĂ€hrend Atemwegserkrankungen fĂŒr 81.200 FĂ€lle verantwortlich waren. Diese drei fĂŒhrenden Gruppen machten zusammen 64 % aller SterbefĂ€lle aus.

Zudem sanken die TodesfĂ€lle durch Herzinfarkt seit 2022 um 15,2 %, wobei der RĂŒckgang bei Frauen 16,8 % und bei MĂ€nnern 14,1 % betrug; in der Gruppe der 80- bis 85-JĂ€hrigen betrug das Minus sogar 30,6 %. ZerebrovaskulĂ€re Krankheiten gingen seit 2022 um 6,3 % zurĂŒck, aufgeschlĂŒsselt in 4,6 % bei MĂ€nnern und 7,7 % bei Frauen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu geschlechtsspezifischen Demenzrisiken

Dass Frauen hÀufiger an Demenz versterben, spiegelt sich auch in der medizinischen Risikoforschung wider. Eine US-Auswertung von 17.182 Personen ab 40 Jahren mit Daten aus dem Jahr 2008, einem Durchschnittsalter von 69 Jahren und einem Frauenanteil von 59 %, zeigte, dass 10 von 13 Risikofaktoren ungleich verteilt waren und bei Frauen hÀufiger auftraten.

Diabetes, Hörverlust und Bluthochdruck standen demnach bei Frauen in einem stĂ€rkeren Zusammenhang mit niedrigeren Kognitionswerten. Ein höherer BMI wirkte sich bei Frauen in ihren 50ern und 60ern ungĂŒnstiger aus, wĂ€hrend dieser Unterschied im Alter von 75 Jahren verschwand.

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Eine australische Untersuchung an 1.996 Personen mit einem Durchschnittsalter von knapp 80 Jahren, von denen rund drei Viertel Frauen waren und 580 eine Demenz entwickelten, ermittelte einen theoretisch vermeidbaren Anteil von insgesamt 22 %. Dieser lag bei MĂ€nnern bei 43 % und bei Frauen bei 19 %.

Im Stadium der leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigung belief sich das Potenzial bei MĂ€nnern auf 52 % gegenĂŒber 12 % bei Frauen. Die Lancet-Kommission schĂ€tzte bereits 2024, dass die weltweite BekĂ€mpfung aller 14 verĂ€nderbaren Risikofaktoren etwa 45 % der DemenzfĂ€lle verhindern oder verzögern könnte.

Zudem fĂŒhrt die Kommission 7 % des Alzheimer-Risikos auf hohe LDL-Werte im mittleren Lebensalter zurĂŒck, wobei klinische Studien erforderlich sind, um die Effekte verĂ€nderter Lipidprofile auf den Krankheitsverlauf zu prĂŒfen.

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Eine Untersuchung des King's College London an 841 Teilnehmenden aus sechs europÀischen LÀndern stellte fest, dass Frauen mit Alzheimer weniger Omega-gebundene Lipoproteine aufwiesen als kognitiv gesunde Frauen, wÀhrend sich bei MÀnnern keine entsprechenden LipidverÀnderungen zeigten.

Über alle Geschlechter hinweg wiesen Betroffene mehr gesĂ€ttigte und weniger ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren auf. Trotz solcher Unterschiede hatten im Jahr 2019 lediglich 5 % der veröffentlichten neurowissenschaftlichen oder psychiatrischen Studien den Faktor Geschlecht explizit analysiert.

Globaler Rahmen chronischer Erkrankungen

Die nationalen Befunde stehen im Einklang mit weltweiten Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). NichtĂŒbertragbare Krankheiten machten im Jahr 2023 weltweit 74 % aller TodesfĂ€lle aus – nach 58 % im Jahr 2000 – und stellten acht der zehn hĂ€ufigsten Todesursachen.

Die ischĂ€mische Herzkrankheit forderte 2023 weltweit rund 9,5 Mio. Menschenleben und fĂŒhrte zu 210 Mio. verlorenen gesunden Lebensjahren. Die weltweite Lebenserwartung lag 2023 bei 73,3 Jahren nach 73,4 Jahren 2019, wĂ€hrend die gesunde Lebenserwartung 62,8 Jahre betrug und damit 0,4 Jahre unter dem Niveau von 2019 lag.

Zudem stieg die altersstandardisierte Krankheitslast zwischen 2019 und 2023 bei Depressionen um etwa 20 % und bei Angststörungen um fast 45 %, was 2023 rund 110 Mio. verlorene gesunde Lebensjahre bedeutete.

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