Astronomie, Sonnenfinsternis

Totale Sonnenfinsternis in Spanien steht bevor

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 05:00 Uhr | dpa.de

Totale Sonnenfinsternisse zĂ€hlen zu den eindrucksvollsten astronomischen Ereignissen. FrĂŒher blickten Menschen voller Furcht nach oben, wenn der Mond die Sonne verschlang. Nun reisen Touristen an.

  • Bei einer totalen Sonnenfinsternis ist ein Strahlenkranz um die Sonne herum zu sehen. (Archivbild) - Bild: Michael Conroy/AP/dpa
    Bei einer totalen Sonnenfinsternis ist ein Strahlenkranz um die Sonne herum zu sehen. (Archivbild) - Bild: Michael Conroy/AP/dpa
  • Über der National Mall in Washington war 2024 eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. (Archivbild) - Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa
    Über der National Mall in Washington war 2024 eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. (Archivbild) - Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa
  • Menschen beobachten 2024, wie der Mond die Sonne wĂ€hrend einer totalen Sonnenfinsternis teilweise verdeckt, gesehen von Eagle Pass, Texas. - Bild: Eric Gay/AP/dpa
    Menschen beobachten 2024, wie der Mond die Sonne wÀhrend einer totalen Sonnenfinsternis teilweise verdeckt, gesehen von Eagle Pass, Texas. - Bild: Eric Gay/AP/dpa
  • Das Himmelsschauspiel sollte man sich nur mit besonderen Sonnenfinsternisbrillen ansehen. (Archivbild) - Bild: Axel Heimken/dpa
    Das Himmelsschauspiel sollte man sich nur mit besonderen Sonnenfinsternisbrillen ansehen. (Archivbild) - Bild: Axel Heimken/dpa
  • Die bislang letzte partielle Sonnenfinsternis ĂŒber Deutschland war am 29.3.25 zu sehen - wie hier bei der SiegessĂ€ule in Berlin. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa
    Die bislang letzte partielle Sonnenfinsternis ĂŒber Deutschland war am 29.3.25 zu sehen - wie hier bei der SiegessĂ€ule in Berlin. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa
  • Der Mond befindet sich nahe der totalen Bedeckung der Sonne wĂ€hrend einer totalen Sonnenfinsternis - gesehen 2024 von Eagle Pass, Texas. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP
    Der Mond befindet sich nahe der totalen Bedeckung der Sonne wÀhrend einer totalen Sonnenfinsternis - gesehen 2024 von Eagle Pass, Texas. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP
  • Der Mond verdeckt die Sonne wĂ€hrend einer totalen Sonnenfinsternis.
(Archivbild) - Bild: Patrick Lantrip/Daily Memphian/AP/dpa
    Der Mond verdeckt die Sonne wÀhrend einer totalen Sonnenfinsternis. (Archivbild) - Bild: Patrick Lantrip/Daily Memphian/AP/dpa
Bei einer totalen Sonnenfinsternis ist ein Strahlenkranz um die Sonne herum zu sehen. (Archivbild) - Bild: Michael Conroy/AP/dpa Über der National Mall in Washington war 2024 eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. (Archivbild) - Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa Menschen beobachten 2024, wie der Mond die Sonne wĂ€hrend einer totalen Sonnenfinsternis teilweise verdeckt, gesehen von Eagle Pass, Texas. - Bild: Eric Gay/AP/dpa Das Himmelsschauspiel sollte man sich nur mit besonderen Sonnenfinsternisbrillen ansehen. (Archivbild) - Bild: Axel Heimken/dpa Die bislang letzte partielle Sonnenfinsternis ĂŒber Deutschland war am 29.3.25 zu sehen - wie hier bei der SiegessĂ€ule in Berlin. (Archivbild) - Bild: Christoph Soeder/dpa Der Mond befindet sich nahe der totalen Bedeckung der Sonne wĂ€hrend einer totalen Sonnenfinsternis - gesehen 2024 von Eagle Pass, Texas. (Archivbild) - Bild: Eric Gay/AP Der Mond verdeckt die Sonne wĂ€hrend einer totalen Sonnenfinsternis.
(Archivbild) - Bild: Patrick Lantrip/Daily Memphian/AP/dpa

Mehrere Millionen Menschen können in Europa am 12. August ein ganz besonderes Himmelsschauspiel erleben: Eine totale Sonnenfinsternis wird unter anderem einen Streifen quer durch Spanien komplett verdunkeln. Auch in Deutschland wird die Sonne durch den Mond verdeckt, aber nur zu rund 85 bis 90 Prozent. Die stĂ€rkste Bedeckung gibt es im Ă€ußersten SĂŒdwesten, in Freiburg sind es gut 90 Prozent. Eine besondere Zugabe bietet der Himmel kurze Zeit danach mit einem großen Sternschnuppenstrom. 

Wo und wann ist die Sonnenfinsternis in Deutschland zu sehen?

In Deutschland startet die partielle Sonnenfinsternis im Nordosten – sie erreicht um 19.12 Uhr Greifswald und um 19.23 Uhr MĂŒnchen. Ihr Maximum wird etwa in der Zeit zwischen 20.05 Uhr und 20.15 Uhr erwartet. Das Schauspiel endet in ganz Deutschland mit dem Sonnenuntergang in den Minuten um 21.00 Uhr. Die partielle Sonnenfinsternis ist im Großteil Europas, aber auch in Nordamerika und in Westafrika zu sehen.

Da die Sonne wĂ€hrend der Sonnenfinsternis in Deutschland relativ tief am Horizont steht, ist sie am besten von einer Anhöhe aus mit freiem Blick nach Nordwesten oder Westen zu sehen – nötig ist dafĂŒr eine Sonnenfinsternisbrille. Auch zahlreiche astronomische Einrichtungen in ganz Deutschland laden in der «Langen Nacht der Astronomie» zur Beobachtung der Sonnenfinsternis in Deutschland ein, einige bieten zudem Live-Übertragungen aus Spanien an. 

Nach der Sonnenfinsternis können sich Himmelsgucker auf ein weiteres Ereignis freuen: Der Meteorstrom der Perseiden hat in der Nacht vom 12. auf 13. seinen Höhepunkt, wobei mit bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen ist. Die besten Beobachtungszeiten sind die Stunden von 23 Uhr abends bis 4 Uhr morgens.

Wo ist die totale Sonnenfinsternis zu sehen?

Die totale Sonnenfinsternis startet im nördlichen Sibirien, wo die Sonne gerade noch als Mitternachtssonne ĂŒber dem Horizont zu sehen ist. In Deutschland ist es dann etwa 19 Uhr. Der Schatten des Mondes zieht am Nordpol vorbei sowie ĂŒber den Osten Grönlands und Westen Islands. Er erreicht Nordspanien, einen Zipfel von Portugal und zieht dann quer ĂŒber die iberische Halbinsel und ĂŒber die Balearen hinweg. Die totale Finsternis endet kurz nach 20.30 Uhr im Mittelmeer. 

Am lĂ€ngsten dauert die TotalitĂ€t mit 2 Minuten und 18 Sekunden etwa 100 Kilometer westlich der islĂ€ndischen KĂŒste vor der Inselgruppe HvallĂĄtur. 

Wer die totale Sonnenfinsternis vom heimischen Sofa aus betrachten möchte, kann sie per Livestream der europĂ€ischen Raumfahrtbehörde (Esa) verfolgen. Mit ErlĂ€uterungen von Harald Lesch ist sie auch in der TerraX-Folge «Sonnenfinsternis ĂŒber Mallorca» live zu sehen (20.15 bis 21.00 Uhr bei 3sat).

Wie entsteht eine Sonnenfinsternis?

Bei einer Sonnenfinsternis steht der Mond auf einer Linie zwischen Sonne und Erde, so dass der Schatten des Mondes auf die Erde fÀllt. Deutschland liegt am 12. August nur im Halbschatten, der Mond bedeckt also nur einen Teil der Sonne. Im Kernschatten dagegen ist die Sonne völlig vom Mond bedeckt, die Sonnenfinsternis ist total. 

Es ist ein astronomischer Zufall, dass der Mond die Sonne nahezu exakt verdecken kann. Denn der Sonnendurchmesser ist zwar einerseits etwa 400-mal grĂ¶ĂŸer als der des Mondes, aber andererseits ist sie rund 400-mal weiter von der Erde entfernt als der Mond. Deshalb erscheinen beide Himmelskörper von der Erde aus gesehen in etwa gleich groß. Doch es gibt leichte Abweichungen.

Weil die Umlaufbahn des Mondes um die Erde nicht exakt kreisförmig, sondern leicht elliptisch ist, schwankt die Entfernung Erde-Mond etwas. Deshalb Ă€ndert sich auch die scheinbare GrĂ¶ĂŸe des Mondes am Himmel. Steht der Erdtrabant bei einer Finsternis gerade nahe dem erdfernsten Punkt seiner Bahn, so ist er geringfĂŒgig zu klein, um die Scheibe der Sonne vollstĂ€ndig abzudecken. Die Folge: Statt zu einer totalen kommt es zu einer – ebenfalls beeindruckenden – ringförmigen Finsternis.

Wie hÀufig sind Sonnenfinsternisse?

Damit es zu einer Finsternis kommen kann, muss der Mond von der Erde aus gesehen in der gleichen Richtung stehen wie die Sonne, es muss also Neumond sein. Doch nicht bei jedem Neumond kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Denn die Bahn des Mondes liegt ein wenig schief im All, sie ist um fĂŒnf Grad gegen die Bahn der Erde gekippt. Daher zieht der Erdtrabant sozusagen meistens oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur zwei- bis fĂŒnfmal pro Jahr kommt es zu Sonnenfinsternissen. 

Dabei fĂ€llt jedoch nicht immer auch der Kernschatten auf die Erde. Eine totale Sonnenfinsternis gibt es nur etwa alle 18 Monate – irgendwo auf der Erde. An einem bestimmten Ort sind sie sehr selten, da der Kernschatten mit einem Durchmesser von maximal rund 200 Kilometern sehr klein ist. Die bislang letzte totale Sonnenfinsternis war von Deutschland aus am 11. August 1999 zu sehen, die nĂ€chste wird erst am 3. September 2081 sein. Kuriosum am Rande: Bereits am 2. August nĂ€chsten Jahres ist wieder eine totale Sonnenfinsternis in Spanien zu sehen, jedoch nur im Ă€ußersten SĂŒden. Am 26. Januar 2028 gibt es in Spanien eine ringförmige Sonnenfinsternis.

Was sieht man bei einer totalen Sonnenfinsternis?

Bei Eintritt der TotalitĂ€t kommt es schlagartig zu einer Abnahme der Helligkeit – innerhalb von Sekunden herrscht eine Art spĂ€te DĂ€mmerung und einige helle Sterne und Planeten erscheinen am Himmel. Besonders auffĂ€llig ist bei dieser Finsternis die Venus, die in einem Abstand von etwa 45 Grad links von der Sonne aufleuchtet. 

Um die schwarze Scheibe der vom Mond verdunkelten Sonne herum erstrahlt wĂ€hrend der TotalitĂ€t die Korona. Bei diesem Strahlenkranz handelt es sich um die Ă€ußere AtmosphĂ€re der Sonne, extrem dĂŒnn verteiltes Gas, das aufgrund seiner hohen Temperatur von ĂŒber einer Million Grad leuchtet. Diese Temperatur ist ĂŒberraschend hoch, da die OberflĂ€che der Sonne lediglich 6000 Grad Celsius heiß ist.

GĂŒnstig fĂŒr die Beobachtung ist ein etwas erhöhter Standort, da man von dort aus den Schatten des Mondes herannahen sehen kann. Er bewegt sich in Spanien mit einer Geschwindigkeit von etwa 2500 Kilometern pro Stunde ĂŒber die ErdoberflĂ€che, umgerechnet etwa 42 Kilometer pro Minute.

Wie gefÀhrlich ist der Blick in die zum Teil verdeckte Sonne?

Ohne eine spezielle Sonnenfinsternisbrille kann ein Blick in die Sonne die Augen stark schĂ€digen. Auch die hohe Abdeckung der Sonne wĂ€hrend der Sonnenfinsternis durch den Mond in Deutschland oder die einsetzende DĂ€mmerung seien keine GrĂŒnde, die Augen weniger gut zu schĂŒtzen, betont Daniela Weiskopf vom Bundesamt fĂŒr Strahlenschutz (BfS). «Der direkte Blick in die Sonne kann das Auge auch dann schĂ€digen.»

Das BfS warnt vor Tipps, die etwa im Internet kursieren: Kein zuverlĂ€ssiger Schutz fĂŒr die Augen, sondern gefĂ€hrlich seien etwa schwarze Filmstreifen, mit Kerzenruß geschwĂ€rzte GlĂ€ser, gefaltete Rettungsdecken, Sonnenbrillen, Schweißerbrillen oder Gletscherbrillen, Röntgenbilder und CDs.

Ohne Schutz «erzeugen die von der Augenlinse gebĂŒndelten Sonnenstrahlen eine gezielte Hitze in der Netzhaut, die die Sehzellen in kĂŒrzester Zeit schĂ€digen kann», erlĂ€utert der Direktor der Augenklinik der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen, Hans Hoerauf. Sie seien dann nicht mehr funktionsfĂ€hig. «Es können sich irreversible Vernarbungen am Ort des schĂ€rfsten Sehens bilden.» 

«Die Sonnenfinsternis-Brillen sollten nach der europĂ€ischen Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 mit entsprechender CE-Kennzeichnung versehen sein», sagt Hoerauf. Die Schutzbrille mĂŒsse intakt sein und die Folie dĂŒrfe keine Kratzer, Löcher und Risse haben. «HochgefĂ€hrlich ist ĂŒbrigens auch die direkte Beobachtung der Sonne durch FernglĂ€ser, Teleskope oder Kameras. Diese GerĂ€te bĂŒndeln die Sonnenstrahlen zusĂ€tzlich.» FĂŒr diese gibt es spezielle FilteraufsĂ€tze oder Folien.

Was machen Tiere und Pflanzen?

Da wĂ€hrend einer totalen Sonnenfinsternis Helligkeit und Temperatur wie in der AbenddĂ€mmerung abnehmen, löst diese VerĂ€nderung bei vielen Tieren und auch bei manchen Pflanzen fĂŒr die DĂ€mmerung typische Reaktionen aus. 

So hören Vögel hĂ€ufig auf zu singen und suchen ihre SchlafplĂ€tze auf. Und wĂ€hrend tagaktive Tiere wie Eichhörnchen, Kaninchen und Eidechsen sich ebenfalls in ihre Verstecke zurĂŒckziehen, können nachtaktive Tiere wie FledermĂ€use, Igel oder in Spanien speziell der Mauergecko kurzzeitig in Aktion treten. Auch einige Pflanzen reagieren auf die Verdunklung. So schließen etwa Mittagsblumen ihre BlĂŒten, wĂ€hrend die Nachtkerze ihre BlĂŒten öffnet.

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