Tour, France

Tour de France: 17 von 21 Siegern nutzen Körpertemperatur-Sensoren

Veröffentlicht: 01.07.2026 um 12:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Profiteams setzen auf datenbasierte Trainingssteuerung mit digitalen Zwillingen und individuellen Kraftkonzepten für den Tour-Erfolg.

Tour de France: KI und Krafttraining revolutionieren die Vorbereitung
Tour - Ein Radsportler in voller Rennmontur fährt eine steile Bergstraße hinauf, mit subtilen digitalen Überlagerungen von biometrischen Daten. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die führenden Teams der Tour de France kombinieren vor dem Start hochspezialisiertes Krafttraining mit künstlicher Intelligenz. Die Trainingssteuerung hat sich vom reinen Ausdauertraining zur datenbasierten Wissenschaft entwickelt. Sensortechnik und individuelle physiologische Profile bilden die Grundlage für die Leistungsoptimierung.

Digitale Klone simulieren Rennszenarien

KI-Spezialisten gehören in den Rennställen längst zum Standard. Aktuelle Berichte zeigen: Profiteams beschäftigen ein bis drei Experten, die ausschließlich komplexe Datensätze auswerten. Dabei messen zahlreiche Sensoren während der Belastung Parameter wie Schweißproduktion, Sauerstoffumsatz und Körperkerntemperatur. Auch das Schlafverhalten der Athleten wird systematisch überwacht.

Die Kontrolle der Körperkerntemperatur hat sich als entscheidender Faktor erwiesen. Bei der letzten Tour de France nutzten 17 von 21 Etappensiegern diese Technologie. Das Team Visma setzt zudem auf Atemvolumensensoren, um die respiratorische Effizienz der Fahrer zu optimieren. Die KI-Systeme erstellen daraus digitale Klone der Athleten, mit denen verschiedene Rennszenarien simuliert werden.

Krafttraining nach Fahrertyp

Die physische Ausbildung wird individuell auf Fahrertyp und Rennprogramm zugeschnitten. Beobachtungen aus dem Training von Spitzenfahrern wie Tadej Pogacar verdeutlichen die Differenzierung: In den Frühjahrsklassikern absolvieren die Fahrer ein deutlich höheres Kraftvolumen als in der Tour-Vorbereitung.

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Ein zentraler Bestandteil ist das Torquetraining. Dabei führen die Athleten etwa sieben bis acht Pedalumdrehungen mit maximalem Krafteinsatz aus. Ziel ist die Verbesserung der Explosivität und der neuronalen Vernetzung zwischen Gehirn und Muskulatur. Ein ganzheitlicher Kraftansatz soll zudem die Stabilität erhöhen.

Datenbasierte Ernährung und Taktik

Die erhobenen Daten fließen direkt in die taktische Ausrichtung. KI-gestützte Analysen erstellen detaillierte Ernährungspläne, die den exakten Energiebedarf während Bergetappen oder Zeitfahren decken. Das betrifft nicht nur die Kalorienzufuhr, sondern auch das präzise Timing der Nährstoffaufnahme.

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Die Tour startet am 4. Juli in Barcelona und findet ihren Höhepunkt in Alpe d'Huez. Strategische Tests, etwa bei Paris-Nizza Anfang des Jahres, dienten dazu, die Teamkohäsion und optimale Pacing-Strategien für kurze, intensive Belastungen zu perfektionieren.

Kontrollsysteme auf höchstem Niveau

Die Professionalisierung betrifft auch die Integrität des Sports. Teammanager wie Ralph Denk betonten kürzlich, der Radsport verfüge über eines der engmaschigsten Kontrollsysteme. Neben offiziellen Kontrollen investieren große Teams erhebliche Summen im zweistelligen Millionenbereich in zusätzliche Tests. Der Aufwand unterstreicht den hohen Standard der Vorbereitungen auf das wichtigste Radrennen des Jahres.

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