Traditionelle, Chinesische

Traditionelle Chinesische Medizin: Neue Studien belegen Wirksamkeit bei chronischen Schmerzen

19.05.2026 - 02:15:44 | boerse-global.de

Traditionelle Chinesische Medizin erhält wissenschaftliche Bestätigung durch aktuelle Studien und eine FDA-Auszeichnung für ein pflanzliches Schmerzmittel.

Traditionelle Chinesische Medizin: Neue Studien belegen Wirksamkeit bei chronischen Schmerzen - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Traditionelle Chinesische Medizin: Neue Studien belegen Wirksamkeit bei chronischen Schmerzen - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Die integrative Medizin rückt näher an den medizinischen Mainstream – mit handfesten Daten.

Die Medizinische Gesellschaft für Akupunktur (DÄGfA) feiert in diesem Monat ihr 75-jähriges Bestehen – und das zu einer Zeit, in der die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) wissenschaftlich so gut dasteht wie lange nicht. Nach der 40. Internationalen Akupunkturwoche vom 11. bis 17. Mai im Kloster Banz richten Fachverbände und Forscher den Blick auf die Frage, wie Ernährung und Akupunktur chronische Erkrankungen lindern können.

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Ernährung als Therapiesäule

Das Symposium für Integrative Ernährung am 13. Mai in Kloster Banz machte deutlich: Ernährung ist in der TCM kein Lifestyle-Trend, sondern funktionale Medizin. Experten betonten, dass Mangelernährung und schlechte Essgewohnheiten maßgeblich zu chronischen Rückenschmerzen beitragen. Spezialkliniken wie das ICM Basel bestätigen diesen Zusammenhang aus der Praxis.

Die Zahlen sind alarmierend: In der Schweiz leiden 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung jährlich unter Rückenschmerzen, rund 75 Prozent der Fälle betreffen die Lendenwirbelsäule. Laut Rheumaliga Schweiz fehlen 34,4 Prozent der Arbeitnehmer jährlich wegen Rückenproblemen. Das TCM-Diagnosemodell führt chronische Schmerzen auf eine Kombination aus emotionalem Stress, Bewegungsmangel und Ernährungsstörungen zurück. Hinzu kommen Umweltfaktoren wie Wind, Kälte und Feuchtigkeit – in der TCM als „pathogene Faktoren“ bekannt.

Der Markt reagiert: Seit dem 17. Mai haben deutsche Anbieter ihre TCM-Programme aktualisiert. Die Spanne reicht von fünftägigen Yoga- und Qigong-Retreats in Wermelskirchen und Bad Rothenfelde (499 bis 600 Euro) bis zu 15-tägigen asiatischen Therapieprogrammen in Bad Füssing für über 2.218 Euro. Bewegung und Ernährungsberatung gehen dabei Hand in Hand.

Pharma-Erfolg: Münchner Firma erhält FDA-Auszeichnung

Ein Meilenstein kommt aus München: Die Firma VERTANICAL erhielt am 18. Mai den „Breakthrough Therapy Designation“-Status der US-Arzneimittelbehörde FDA für VER-01, einen Vollspektrum-Cannabis-Extrakt. Das Präparat zielt auf chronische Schmerzen im unteren Rücken – genau jenes Leiden, das auch in TCM-Praxen häufig behandelt wird.

Eine Phase-3-Studie im Fachblatt Nature Medicine belegt signifikante Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit – und das ohne Abhängigkeitsrisiko. Für die integrative Medizin ist das ein wichtiger Schritt: Erstmals gibt es ein „First-in-Class“-Medikament, das nicht-invasive TCM-Verfahren ergänzen kann. VERTANICAL plant bereits Folgestudien zu Arthrose und diabetischer Polyneuropathie – klassischen TCM-Anwendungsgebieten.

Parallel dazu setzt die öffentliche Gesundheitsbildung auf Aufklärung. Das Kantonsspital St. Gallen lud am 19. Mai zum Vortrag „Update Chronischer Schmerz“. Unter der Leitung von Dr. Andrea Berendes und Dr. Klaus Elbs standen die psychosozialen Aspekte von Schmerz im Fokus – ein klarer Trend zur multimodalen Therapie, die biologische, psychologische und Lebensstilfaktoren gleichzeitig adressiert.

Akupunktur gegen Müdigkeit und Schlafstörungen

Auch bei komplexen Symptomen wie Erschöpfung liefert die Forschung neue Belege. Eine Mitte Mai veröffentlichte Netzwerk-Metaanalyse verglich verschiedene Formen der Akupunkturpunkt-Stimulation bei Lungenkrebspatienten. Ergebnis: Öl-Akupressur, sanfte Akupressur und traditionelle Akupunktur reduzieren krebsbedingte Fatigue gleichermaßen wirksam.

Für den Alltag empfehlen Experten den Druckpunkt „Dickdarm 4“ (LI4) gegen Müdigkeit. Ein bis zwei Minuten Massage dieses Punkts sollen die Energie aktivieren – allerdings kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose.

Bei stressbedingter Schlaflosigkeit zeigt Akupunktur besonders gute Ergebnisse, betont Dr. Michael Saletu. Die Behandlung umfasst sechs bis zehn Sitzungen, meist ein- bis zweimal pro Woche. Besserungen zeigen sich oft nach der zweiten bis vierten Sitzung. Wer eine sanftere Methode sucht, kann auf Akupressur als Selbsthilfe-Werkzeug zurĂĽckgreifen.

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Ausbildung und Qualitätsstandards

Die Nachfrage wächst – und damit die Ausbildung. Am 19. Mai startete in Bamberg eine umfassende Schulung für das „MediAkupress®“-System. Kursleiterin Dorothee Wellens-Mücher vermittelt Module von der Symptomregulation bis zur spezialisierten Versorgung bei Demenz, Spastik und Palliativschmerz.

Die DÄGfA, mit 75 Jahren die größte medizinische Akupunkturgesellschaft Deutschlands, setzt hohe Maßstäbe: Der „Master of Acupuncture“ (230 Einheiten) und der „Master of East Asian Medicine“ (300 Einheiten) stellen sicher, dass TCM evidenzbasiert und professionell reguliert bleibt.

Für den Selbsthilfe-Markt gibt es Neuheiten: Edelstahl-Akupressurringe für rund 6,99 Euro sollen die Durchblutung fördern und Finger massieren. Doch der Fokus der medizinischen Gemeinschaft liegt auf der professionellen Integration von Ernährung, Akupunktur und pharmazeutischer Innovation – im Kampf gegen die Epidemie chronischer Schmerzen.

Ausblick

Die TCM steuert auf eine standardisierte, evidenzbasierte Zukunft zu. Die FDA-Auszeichnung für pflanzliche Medizin und die Professionalisierung der Akupunkturausbildung deuten darauf hin: Die integrative Medizin wird im Gesundheitswesen eine immer prominentere Rolle spielen. Geplante Studien zu Arthrose und weiteren Ernährungsinterventionen sollen in den kommenden Monaten klären, wie sich Diät und Bewegung optimal kombinieren lassen. Die Nachfrage nach multimodalen Ansätzen – Bewegung, Druckpunkt-Therapie und strategische Ernährung – dürfte bis Ende 2026 hoch bleiben.

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