TRANSCEND-T2D-2: Retatrutid senkt HbA1c stärker als Ozempic 2 mg
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der medikamentösen Therapie von Stoffwechselerkrankungen liefern klinische Untersuchungen neue Vergleichswerte für künftige Behandlungsoptionen. In der Phase-3-Studie TRANSCEND-T2D-2 des Pharmaherstellers Eli Lilly erzielte der Wirkstoffkandidat Retatrutid bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes eine stärkere Senkung des HbA1c-Werts sowie eine ausgeprägtere Gewichtsabnahme als die höchste zugelassene Dosis von Ozempic des Herstellers Novo Nordisk.
Studiendesign und Blutzuckerwerte
Die Untersuchung TRANSCEND-T2D-2 von Eli Lilly erstreckte sich über eine Laufzeit von 80 Wochen und umfasste insgesamt 1.298 erwachsene Teilnehmende mit Typ-2-Diabetes. Im Fokus stand unter anderem die langfristige Senkung des Blutzuckerspiegels.
Demnach senkte Retatrutid den HbA1c-Wert um 2,2 Prozent gegenüber 1,8 Prozent unter Ozempic 2 mg. Damit wies der Wirkstoffkandidat im direkten Vergleich bei der Blutzuckerkontrolle einen messbaren Vorsprung gegenüber dem Vergleichspräparat auf.
Ausmaß der Gewichtsreduktion
Neben der glykämischen Kontrolle dokumentierten die Studienärzte signifikante Differenzen beim Körpergewicht der Probanden. Nach Angaben von Eli Lilly lag der Gewichtsverlust unter einer Dosis von 9 mg Retatrutid bei 44,3 lbs, was einem Rückgang um 19,5 Prozent entspricht. Bei der höheren Dosierung von 12 mg Retatrutid erreichten die Teilnehmenden eine Gewichtsabnahme von 47,4 lbs beziehungsweise 20,9 Prozent.
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Im Kontrollarm fiel die Reduktion geringer aus: Unter der Gabe von 2 mg Ozempic betrug der Gewichtsverlust laut Eli Lilly 20,9 lbs oder 9,4 Prozent des Ausgangsgewichts.
Nebenwirkungsprofil und Verträglichkeit
Die therapeutische Wirksamkeit geht mit gastrointestinalen Begleiterscheinungen einher, die bei Inkretin-basierten Therapien typisch sind. Eli Lilly meldete als häufigste unerwünschte Ereignisse unter Retatrutid Diarrhö und Nausea.
Diarrhö trat demnach bei 28,3 Prozent der Probanden unter 9 mg Retatrutid und bei 32,7 Prozent unter 12 mg auf, während der Anteil unter Ozempic bei 26,4 Prozent lag. An Nausea litten 21,2 Prozent in der 9-mg-Gruppe sowie 23,8 Prozent in der 12-mg-Gruppe gegenüber 21,3 Prozent unter Ozempic.
Diese Begleiterscheinungen wirkten sich auch auf das Fortführen der Medikation aus. Nach Angaben von Eli Lilly lagen die Abbruchraten aufgrund von Nebenwirkungen bei 4,8 Prozent für Retatrutid 9 mg und bei 7,9 Prozent für die 12-mg-Dosierung. Bei Ozempic belief sich die Abbruchrate auf 2,7 Prozent.
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Wirkprinzip und regulatorischer Zeitplan
Retatrutid unterscheidet sich strukturell von bisherigen Standardtherapien: Der Wirkstoff befindet sich derzeit in der Entwicklung, ist bislang nicht zugelassen und agiert als Triple-Hormon-Rezeptor-Agonist an den Rezeptoren für GLP-1, GIP und Glucagon.
Mit dem kombinierten Wirkansatz adressiert das Präparat mehrere Regulationspfade des Glukose- und Fettstoffwechsels gleichzeitig. Ein FDA-Zulassungsantrag für Retatrutid ist laut Eli Lilly für Anfang 2027 geplant.
