Trezor, Phishing-Mails

Trezor warnt: Phishing-Mails tÀuschen Hardware-Wallet-Kunden

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach einem Angriff auf einen Newsletter-Dienstleister kursieren gefĂ€lschte Trezor-Mails. GerĂ€te, SchlĂŒssel und Krypto-BestĂ€nde blieben bislang geschĂŒtzt.

Trezor warnt vor Phishing nach Angriff auf E-Mail-Dienstleister
Dunkler Serverraum mit verschwommenen Server-Racks und atmosphÀrischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Der Hardware-Wallet-Hersteller Trezor hat eine Warnung vor gezielten Phishing-Angriffen herausgegeben, nachdem ein Sicherheitsvorfall bei einem Drittanbieter fĂŒr E-Mail-Dienste bekannt wurde. Unbefugte erlangten Zugriff auf die Infrastruktur eines Newsletter-Providers, was den Versand tĂ€uschend echter Betrugsmails an Kunden des Unternehmens ermöglichte.

GefÀlschte Sicherheitswarnungen zu Hardware-Komponenten

In den betroffenen E-Mails, die unter anderem mit dem Betreff einer kritischen Sicherheitswarnung bezĂŒglich einer vermeintlichen Schwachstelle der STM32-Chips versendet wurden, behaupteten die Angreifer fĂ€lschlicherweise, dass etwa jedes vierte GerĂ€t von einem Hardware-Fehler betroffen sei. Dieser Fehler fĂŒhre angeblich zu einer schwachen Entropie und gefĂ€hrde die Sicherheit der gespeicherten Krypto-Werte.

Die EmpfÀnger wurden aufgefordert, eine externe Webseite aufzusuchen. Trezor bestÀtigte den Angriff am Abend des 9. September 2026 und gab bekannt, dass die bösartige Domain umgehend offline genommen wurde.

Eine technische Analyse ergab, dass die Phishing-Mails gĂ€ngige Validierungen wie SPF, DKIM und DMARC erfolgreich passierten, da sie ĂŒber die regulĂ€re Versand-Infrastruktur des Herstellers verschickt wurden. Auf den betrĂŒgerischen Webseiten wurde unter anderem versucht, den erweiterten öffentlichen SchlĂŒssel (xPub) der Nutzer abzufragen, um Informationen ĂŒber deren BestĂ€nde zu erhalten.

Parallele VorfÀlle bei weiteren Anbietern

Neben Trezor berichtete auch der Anbieter BitBoxSwiss (BitBox) von einem nahezu zeitgleichen Phishing-Angriff auf seine Kunden. Es besteht der Verdacht, dass beide Unternehmen denselben Dienstleister fĂŒr den E-Mail-Versand nutzen. In Branchenkreisen wird vermutet, dass der Anbieter Brevo (ehemals Sendinblue) von der Kompromittierung betroffen ist.

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BitBox warnte bereits kurz vor der offiziellen Stellungnahme von Trezor vor den betrĂŒgerischen Nachrichten und betonte, dass keine tatsĂ€chliche Schwachstelle bei der Entropie der GerĂ€te vorliege. Die Angreifer zielten laut EinschĂ€tzung der Experten primĂ€r auf die Erlangung der sogenannten Seed Phrase ab.

Trezor stellte klar, dass die eigenen internen Systeme, die Hardware-GerĂ€te sowie die privaten SchlĂŒssel und Recovery-Backups der Kunden nicht kompromittiert wurden. Bisher wurden keine Verluste von KryptowĂ€hrungen gemeldet. Angaben zum genauen Umfang des Datenabgriffs oder zur Anzahl der betroffenen Kunden wurden bisher nicht veröffentlicht.

HÀufung von SicherheitsvorfÀllen bei Zulieferern

Der aktuelle Vorfall ist bereits die dritte Sicherheitsverletzung im Umfeld von Drittanbietern innerhalb von wir Wochen. Bereits im August kam es zu einem Datenleck beim Logistikpartner ShipMonk.

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Erste Meldungen gingen von rund 13.689 betroffenen Kunden aus, wobei bei einem Großteil der DatensĂ€tze Namen, E-Mails, Telefonnummern und Versandadressen exponiert wurden. Neuere Updates vom September beziffern die Zahl der betroffenen Personen aus dem ShipMonk-Vorfall auf insgesamt 80.689.

Als Reaktion auf die wiederkehrenden Probleme in der Lieferkette kĂŒndigte Trezor an, verstĂ€rkt auf Anonymisierung zu setzen. Eine Option fĂŒr die anonyme Zustellung von Bestellungen soll fĂŒr Kunden in der EuropĂ€ischen Union noch im September 2026 eingefĂŒhrt werden, fĂŒr den US-Markt ist die Umsetzung bis Ende des Jahres geplant.

Ziel dieser Maßnahme ist es, die Menge der bei externen Dienstleistern gespeicherten Kundendaten auf ein Minimum zu reduzieren, um die Auswirkungen kĂŒnftiger SicherheitsvorfĂ€lle bei Partnerunternehmen zu begrenzen.

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