Trockenpflaumen und Knochen: Meta-Analyse mit 747 Teilnehmenden zeigt Grenzen
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Knochenschwund nach den Wechseljahren gilt als eines der zentralen Gesundheitsrisiken Ă€lterer Frauen. Mehrere aktuelle Untersuchungen beschĂ€ftigen sich damit, wie sich der altersbedingte Abbau der Knochendichte durch ErnĂ€hrung und gezieltes Training bremsen lĂ€sst â mit teils unterschiedlichen Ergebnissen.
Trockenpflaumen als mögliche UnterstĂŒtzung
Einem Bericht zufolge könnten bereits moderate Mengen Trockenpflaumen den Knochenabbau bei postmenopausalen Frauen verlangsamen. In einer ĂŒber zwölf Monate angelegten Studie mit 235 Teilnehmerinnen sank die Knochendichte an der HĂŒfte in der Kontrollgruppe ohne Trockenpflaumen um 1,1 Prozent, wĂ€hrend sie bei einer tĂ€glichen Dosis von 50 Gramm â umgerechnet etwa vier bis sechs FrĂŒchten â nur um 0,3 Prozent zurĂŒckging. Eine höhere Dosis von 100 Gramm pro Tag brachte demnach keinen eindeutigen Zusatznutzen und wurde von den Teilnehmerinnen schlechter durchgehalten.
Eine im Jahr 2026 veröffentlichte Meta-Analyse, die elf Arbeiten mit insgesamt 747 Teilnehmenden zusammenfasste, bestĂ€tigt dieses Bild nur teilweise: An der LendenwirbelsĂ€ule zeigte sich bei Frauen nach den Wechseljahren ein leichter Vorteil, an anderen Messstellen â darunter die HĂŒfte â lieĂen sich keine eindeutigen Unterschiede feststellen.
Die Ergebnisse schwankten laut den Forschenden stark zwischen den einzelnen Studien. Sie sprechen von ersten Hinweisen auf einen moderaten Nutzen, betonen jedoch, dass gröĂere Studien nötig seien und eine tatsĂ€chliche Verhinderung von KnochenbrĂŒchen bislang nicht nachgewiesen sei.
Bei MĂ€nnern zeigte sich ein anderes Bild: Eine Studie der Florida State University mit 59 MĂ€nnern im Alter von 55 bis 80 Jahren fand ĂŒber ein Jahr hinweg bei tĂ€glichen Dosen von 50 oder 100 Gramm keinen Unterschied in der Knochendichte. 50 Gramm Trockenpflaumen entsprechen dabei etwa 120 Kilokalorien.
Bewegung als zweite SÀule der PrÀvention
Neben der ErnĂ€hrung gilt körperliche AktivitĂ€t als tragende SĂ€ule der Osteoporose-Vorbeugung. Da die Menopause meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr eintritt und der sinkende Ăstrogenspiegel Knochenmasse, Muskelkraft und Fettverteilung verĂ€ndern kann, wird in diesem Lebensabschnitt eine Kombination aus Ausdauertraining, Krafttraining, kontrolliertem Impact-Training und GleichgewichtsĂŒbungen empfohlen.
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Die Weltgesundheitsorganisation rĂ€t Erwachsenen zu mindestens 150 Minuten moderater oder 75 Minuten intensiver AusdaueraktivitĂ€t pro Woche. Die American Heart Association wertet die menopausale Ăbergangsphase zudem als wichtigen Zeitraum fĂŒr die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Renata de Freitas, Koordinatorin fĂŒr Sportwissenschaft an der Faculdade Anhanguera, verweist darauf, dass Krafttraining â etwa Kniebeugen oder Rudern â Muskelmasse und Knochengesundheit gleichermaĂen erhĂ€lt. Impact-Training, das die Knochen durch StoĂbelastung stĂ€rkt, solle jedoch nur unter BerĂŒcksichtigung von Alter, Gleichgewicht, Gelenkgesundheit sowie bestehender Osteopenie, Osteoporose oder frĂŒherer Frakturen eingesetzt werden.
ErgÀnzende Faktoren
Ăber ErnĂ€hrung und Training hinaus rĂŒcken auch andere Einflussfaktoren in den Blick. Die Wechseljahre können sich auf die Psyche auswirken, wenn Progesteron- und spĂ€ter Ăstrogenspiegel aus dem Gleichgewicht geraten â mit möglichen Folgen fĂŒr Schlaf, Stressverarbeitung und emotionale StabilitĂ€t. Als Warnsignale gelten anhaltende Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, starke Erschöpfung oder sozialer RĂŒckzug ĂŒber mehrere Wochen hinweg.
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Eine Hormonersatztherapie kann depressive Symptome bei manchen Frauen in der Perimenopause verbessern, gilt jedoch nicht als klassisches Antidepressivum und ist nicht Teil psychiatrischer Depressionsleitlinien. Empfohlen werden zudem zwei bis drei kurze Krafteinheiten pro Woche, um Knochengesundheit und Muskulatur zu stÀrken und Sarkopenie entgegenzuwirken.
Insgesamt deuten die vorliegenden Daten darauf hin, dass weder ErnĂ€hrungsmaĂnahmen noch Training allein einen verlĂ€sslichen Schutz vor KnochenbrĂŒchen bieten. Die Kombination aus ausgewogener ErnĂ€hrung, regelmĂ€Ăigem Krafttraining und angepasster Bewegung bleibt nach aktuellem Forschungsstand der aussichtsreichste Ansatz, um der Osteoporose im Alter vorzubeugen.
