Tschechien genehmigt FSD Supervised: Siebtes EU-Land für Tesla-System
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das tschechische Verkehrsministerium hat die vorläufige Genehmigung der niederländischen Zulassungsbehörde RDW für das Assistenzsystem FSD Supervised von Tesla anerkannt.
Wie Medien am 21. September 2026 berichteten, ist Tschechien damit das siebte Land in der Europäischen Union, das den Einsatz des Systems ermöglicht. Der Schritt erfolgt auf Grundlage von Artikel 39 der EU-Verordnung 2018/858 und knüpft an die niederländische RDW-Entscheidung vom 10. April 2026 an.
Umfassende Expertenprüfung ging Entscheidung voraus
Der Anerkennung gingen mehrmonatige Bewertungen und Beratungen voraus, an denen neben tschechischen und internationalen Experten auch Vertreter von Tesla beteiligt waren. Das Ministerium prüfte unter anderem die Einhaltung von Tempolimits, die korrekte Interpretation von Verkehrszeichen, das Verhalten der Software in verschiedenen Verkehrssituationen sowie das Fahrerüberwachungssystem.
Verkehrsminister Ivan Bednárik betonte, dass der Sicherheitsaspekt das entscheidende Kriterium für die Freigabe gewesen sei. Die vorliegenden Daten hätten das Ministerium überzeugt, dem Schritt anderer Staaten wie den Niederlanden, Belgien und Dänemark zu folgen. Zudem stütze sich die Entscheidung auf Schutzmechanismen zur Systemüberwachung.
Im Juni 2026 hatte die Behörde die automatische Übernahme der RDW-Genehmigung noch abgelehnt und Bedenken bezüglich der Haftung sowie des Systemverhaltens geäußert. Das Ministerium bekräftigte nun, man wolle einen harmonisierten europäischen Rechtsrahmen für solche Technologien aktiv unterstützen.
Technische Voraussetzungen und Flottengröße
Bei FSD Supervised handelt es sich um ein Fahrassistenzsystem nach SAE-Level 2. Das System steuert in unterstützten Szenarien zwar Lenkung, Beschleunigung und Bremsvorgänge, die volle rechtliche und faktische Verantwortung verbleibt jedoch unverändert beim Fahrer. Dieser muss den Verkehr sowie das System durchgehend überwachen und jederzeit eingriffsbereit sein.
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Tesla Europe kündigte über die Plattform X an, dass der Rollout in Tschechien in Kürze beginnen werde. Details zu konkreten lokalen Zeitplänen oder Berechtigungslisten nannte der Hersteller dabei nicht. Die Software erfordert Fahrzeuge mit Hardware-4-Ausführung (AI4); ältere Modelle mit Hardware 3 sind nicht nutzbar.
Ende 2024 waren in Tschechien rund 8.642 Tesla-Fahrzeuge mit HW4 zugelassen, im Jahr 2025 kamen weitere 1.943 Neuzulassungen mit dieser Ausstattung hinzu. Seit Mai 2026 bietet der Hersteller das System im Abonnement für 99 Euro pro Monat an, für frühere Käufer des erweiterten Autopiloten (EAP) liegt der Preis bei 49 Euro im Monat.
Weichenstellung für die europäische Ebene
Mit der tschechischen Freigabe setzt sich die Reihe nationaler Zulassungen in der EU fort. Vorangegangen waren die Niederlande am 10. April 2026, Litauen am 20. Mai 2026, Estland am 29. Mai 2026, Dänemark am 9. Juni 2026, Belgien am 10. Juni 2026 und Slowenien am 7. September 2026.
Tesla stützt sich bei der Argumentation auf Daten des hauseigenen Sicherheits-Dashboards: Demnach wurden in Europa bei 70.000 Nutzern und 102 Millionen gefahrenen Kilometern (63,4 Millionen Meilen) 4,1-mal weniger Kollisionen als bei manueller Fahrweise verzeichnet.
Für Belgien meldete der Hersteller von Juni bis August einen Umfang von 24,6 Millionen Kilometern (15,3 Millionen Meilen), wobei die Unfallrate außerorts etwa 9,6-mal und auf Autobahnen etwa 30 Prozent unter jener des manuellen Fahrens gelegen habe.
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Eine grundlegende Vorentscheidung steht am 6. Oktober 2026 an. Dann stimmt der Technische Ausschuss für Kraftfahrzeuge der EU (TCMV) über eine EU-weite Regelung ab.
Erreicht der Vorschlag eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 15 der 27 Mitgliedstaaten, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, könnten auch Märkte wie Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien geöffnet werden, die das System derzeit noch gesondert prüfen. Schweden hatte bereits früher im September Zustimmung signalisiert.
