Twint-Direktlastschrift: Neue Funktion soll LSV+ ab 2027 ablösen
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 13:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Schweizer Zahlungsdienstleister Twint stellt die Weichen für grundlegende Anpassungen seiner Infrastruktur. Das Unternehmen plant die Integration einer Direktlastschrift-Funktion für wiederkehrende Rechnungen ab dem Jahr 2027. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines anstehenden Wechsels im Zahlungsverkehr: Das bisherige LSV+-System wird per 30. September 2028 eingestellt, und die neue Twint-Direktlastschrift soll dieses Verfahren ablösen. Damit bereitet sich der Finanzplatz auf das Auslaufen einer über Jahre genutzten Lastschriftlösung vor.
Ablösung von LSV+ und Funktionen für Verbraucher
Die künftige Direktlastschrift zielt darauf ab, wiederkehrende Zahlungsverpflichtungen unmittelbar über das Smartphone abzuwickeln. Nutzer sollen Belastungsermächtigungen künftig direkt in der Twint-App erteilen, verwalten und kontrollieren können. Für Transaktionen ist zudem ein Kundenschutz vorgesehen: Entsprechende Abbuchungen sollen innerhalb einer Frist von 30 Tagen beim jeweiligen Herausgeber der Twint-App beanstandet werden können.
Das Vorhaben stützt sich auf eine breite institutionelle Basis. Die Direktlastschrift wird von grossen Schweizer Banken unterstützt, während die Anbindung der Händler zusätzlich über qualifizierte Zahlungsdienstleister erfolgt. Mit mehr als sechs Millionen aktiven Nutzern in der Schweiz verfügt Twint über eine entsprechend grosse Marktreichweite, um das auslaufende LSV+-Verfahren im alltäglichen Zahlungsverkehr schrittweise zu ersetzen.
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Erprobung des Franken-Stablecoins CHFD in regulatorischer Sandbox
Über die Weiterentwicklung klassischer Zahlungsmethoden hinaus engagiert sich Twint auch bei der Untersuchung neuer Transaktionsmodelle. Gemeinsam mit dem Finanzinfrastreiber-Betreiber SIX ist Twint an einer regulatorischen Sandbox beteiligt, an der insgesamt neun Schweizer Unternehmen mitwirken. Gegenstand der gemeinsamen Testumgebung ist die Erprobung des Franken-Stablecoins CHFD.
Im Rahmen der Sandbox untersuchen die teilnehmenden Partner den Einsatz von Token für programmierbare Zahlungen sowie für Abrechnungen mit digitalen Assets. Die Tests konzentrieren sich auf verschiedene Praxisszenarien: Dazu gehören Massnahmen zur Betrugsreduktion auf digitalen Marktplätzen, der Verkauf von Tickets sowie die Abwicklung staatlicher Zahlungen.
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Anhand dieser Anwendungsfälle soll geprüft werden, wie programmierbare Transaktionsstrukturen künftig sicher und rechtskonform im Zahlungsverkehr genutzt werden können.
Strategische Neuordnung im Zahlungsverkehr
Die parallelen Entwicklungen verdeutlichen die Transformation im schweizerischen Zahlungsverkehr. Einerseits reagiert Twint mit der für 2027 geplanten Direktlastschrift auf das bevorstehende Ende von LSV+ im September 2028 und schafft einen direkten Ersatz für wiederkehrende Belastungen im Massengeschäft.
Andererseits ermöglicht die Mitarbeit an der CHFD-Sandbox, technische Innovationen wie programmierbare Abrechnungen frühzeitig unter regulatorischer Begleitung zu evaluieren.
