Krebsfälle, Körperfett

Übergewicht: 11,5% aller Krebsfälle durch Körperfett verursacht

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung zeigt: Entzündungsprozesse durch Übergewicht fördern Bluthochdruck und Krebs. Viszerales Fett beschleunigt zudem die biologische Alterung.

Übergewicht: Neue Studien zu Entzündungen, Krebs und Alterung
Medizinische 3D-Darstellung von Blutgefäßen zur Veranschaulichung von Entzündungsprozessen im menschlichen Körper. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse liefern neue Einblicke in die molekularen Mechanismen, durch die Übergewicht das Herz-Kreislauf-System und das Krebsrisiko beeinflusst. Im Zentrum der Untersuchungen steht die Erkenntnis, dass Entzündungsprozesse in den Blutgefäßen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Folgeerkrankungen spielen.

Gefäßveränderungen durch TNF-Freisetzung

Wissenschaftler der UVA Health identifizierten in einer am 25. Juli 2026 in der Fachzeitschrift Circulation Research veröffentlichten Studie einen zentralen Mechanismus für die Entstehung von Bluthochdruck bei übergewichtigen Personen. Den Ergebnissen zufolge setzen glatte Muskelzellen in den Blutgefäßen dieser Patientengruppe den Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) frei. Dieser Botenstoff beeinträchtigt die Funktion des Endothels – der innersten Zellschicht der Gefäße –, was in der Folge zu einem Anstieg des Blutdrucks führt.

In begleitenden Untersuchungen an übergewichtigen Mäusen zeigte die gezielte Blockade von TNF vielversprechende Resultate. Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die direkte Beeinflussung der glatten Muskelzellen ein potenzieller Ansatzpunkt für neue Therapien gegen vaskuläre Komplikationen sein könnte.

Neubewertung des Zusammenhangs zwischen Körperfett und Krebs

Parallel zu den vaskulären Entdeckungen veröffentlichte das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) am 24. Juli 2026 eine umfassende Analyse von Daten aus der britischen UK Biobank. Die Untersuchung von mehr als 458.000 Teilnehmenden über einen Zeitraum von zwölf Jahren belegt, dass bis zu 11,5 % aller Krebsfälle direkt mit überschüssigem Körperfett in Verbindung stehen. Dieser Wert liegt doppelt so hoch wie frühere Schätzungen.

Die Forscher des DKFZ stellten fest, dass herkömmliche Messwerte wie der Body-Mass-Index (BMI) das tatsächliche Risiko weniger präzise abbilden als die Fettverteilung. Ein erhöhtes Krebsrisiko lasse sich demnach besser durch den Taillenumfang und das Taille-Hüft-Verhältnis vorhersagen. Besonders stark ausgeprägt ist dieser Zusammenhang laut der Studie bei Frauen sowie bei Personen unter 60 Jahren.

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Metabolische Risiken und biologische Alterung

Die gesundheitlichen Auswirkungen von viszeralem Fett – dem Fettgewebe, das die inneren Organe umgibt – gehen über das Krebsrisiko hinaus. Eine medizinische Expertin wies am 25. Juli 2026 darauf hin, dass dieses aktive Fettgewebe chronische Entzündungen, Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz fürdere. Problematisch sei dabei, dass auch äußerlich schlanke Personen gesundheitsgefährdende Mengen an viszeralem Fett aufweisen können. Als Orientierungshilfe wird empfohlen, dass der Taillenumfang weniger als die Hälfte der eigenen Körpergröße betragen sollte.

Weitere am 24. Juli 2026 publizierte Daten verdeutlichen den Einfluss des viszeralen Fetts auf den Alterungsprozess. Forscher beobachteten, dass pro 100 Gramm zusätzlichem viszeralem Fett die phänotypische Altersbeschleunigung bei Frauen um 0,32 Jahre und bei Männern um 0,16 Jahre zunimmt. Zudem wurde eine Verkürzung der Telomere – der Schutzkappen der Chromosomen – infolge von viszeralem Fett primär bei Frauen nachgewiesen.

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Zelluläre Signalwege und Immunsystem

Zusätzliche Erkenntnisse zu den zugrunde liegenden Entzündungsprozessen lieferte eine Untersuchung der Sun-Yat-sen-Universität vom 24. Juli 2026. Die Forscher identifizierten die sogenannte Pim1-Kinase als einen factor, der die Differenzierung von Th17-Zellen über den mitochondrialen Kalziumfluss vorantreibt. Diese zellulären Abläufe tragen wesentlich zur Aufrechterhaltung entzündlicher Zustände im Körper bei und ergänzen das Bild der komplexen Wechselwirkungen zwischen metabolischem Status und dem Immunsystem.

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