Übergewicht: 11,5% aller Krebsfälle könnten vermeidbar sein
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 20:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zu diesem Schluss kommen mehrere aktuelle Studien und Expertenempfehlungen aus dem Juli 2026. Entscheidend sind die Auswahl der Lebensmittel, der Zeitpunkt der Mahlzeit und individuelle Faktoren wie der Chronotyp.
Das optimale Frühstück gegen Krebs
Ein Mediziner des Siteman Cancer Center empfiehlt ein schlichtes Frühstück: Haferflocken, Vollkornbrot, Beeren und Naturjoghurt. Verarbeitete Produkte wie Gebäck, Weißbrot, zuckerhaltige Cerealien sowie Wurst und Speck sollten dagegen auf dem Speiseplan seltener vorkommen.
Der Zeitpunkt spielt ebenfalls eine Rolle. Ernährungsexperten raten zu einem Frühstück vor 8 Uhr morgens mit mindestens 20 Gramm Protein. Das fördert den Stoffwechsel. Kalorienreiche Getränke wie Milchkaffee oder Smoothies können dagegen bis zu 80 Gramm Zucker enthalten – eine echte Zuckerfalle.
Gute Nachricht für Kaffeetrinker: Moderater Kaffeekonsum senkt laut Fachleuten das Risiko für Schlaganfälle, Herzkrankheiten, Diabetes und bestimmte Krebsarten.
Übergewicht: Größerer Risikofaktor als gedacht
Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt: Der Einfluss von Übergewicht auf Krebs wurde bislang unterschätzt. Die Analyse von 458.543 Teilnehmern der UK-Biobank ergab, dass bis zu 11,5 Prozent aller Krebserkrankungen auf Übergewicht zurückgehen könnten. Bisherige Schätzungen lagen nur zwischen zwei und acht Prozent.
Besonders aussagekräftig sind Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis – mehr als der reine BMI. Frauen und Menschen unter 60 Jahren sind besonders betroffen. Die Forscher bereinigten methodische Verzerrungen wie Gewichtsverlust kurz vor der Diagnose. Dadurch stieg der statistisch nachweisbare Anteil der Krebsfälle durch Übergewicht deutlich an.
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Der Chronotyp beeinflusst das Brustkrebsrisiko
Auch biologische Rhythmen spielen eine Rolle. Wissenschaftler der University of Hong Kong identifizierten fünf Proteine, die eine Verbindung zwischen einem morgendlichen Chronotyp und einem niedrigeren Brustkrebsrisiko herstellen. Die Studie an über 650.000 Personen zeigte: Menschen, die genetisch zu früher Aktivität neigen, haben ein geringeres Risiko.
Die identifizierten Proteine könnten künftig als Angriffspunkte für neue Präventions- und Therapiestrategien dienen.
Gefahren durch verarbeitete Lebensmittel
Onkologen warnen ausdrücklich vor verarbeiteten Fleischprodukten wie Bacon-Aufstrichen und stark gesüßten Grillsoßen. Sie enthalten Nitrate, Nitrite und zugesetzten Zucker. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft verarbeitetes Fleisch bereits als krebserregend ein. Als Alternativen empfehlen Experten Senf, Salsa, Kräuter oder Olivenöl.
Blutzuckerspitzen sind ebenfalls riskant. Fruchtsäfte, Fruchtmilch oder Kaffee auf nüchternen Magen führen zu raschen Blutzuckeranstiegen und fördern Müdigkeit. Besser: ballaststoffreiche Alternativen wählen und Kohlenhydrate mit Eiweiß oder Fett kombinieren.
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KI macht die Ernährung personalisierbar
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) entwickelt ein KI-basiertes Vorhersagewerkzeug für individuelle Ernährungsempfehlungen. Das Projekt wird über fünf Jahre mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Ziel sind personalisierte Ernährungspläne gegen Adipositas, Typ-2-Diabetes und neurodegenerative Leiden. Weg von allgemeinen Ratschlägen, hin zu datengestützten, individuellen Lösungen.
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