Krebsarten, BMI

Übergewicht: 19 Krebsarten hĂ€ngen mit BMI zusammen

23.06.2026 - 08:25:05 | boerse-global.de

Forscher identifizieren 19 Krebsarten im Zusammenhang mit Übergewicht. Bauchfett und Blutzucker rĂŒcken als entscheidende Faktoren in den Fokus.

Übergewicht und Krebs: Neue Studie enthĂŒllt 19 Risikoarten
Krebsarten - Eine stilisierte menschliche Torso-Grafik, die Bauchfett und innere Organe darstellt, mit Daten-Overlays, die das Krebsrisiko veranschaulichen. 23.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Nicht nur das absolute Körpergewicht zĂ€hlt – sondern vor allem die Fettverteilung und der Blutzuckerstoffwechsel.

19 Krebsarten mit Übergewicht verbunden

Eine Studie in Nature Metabolism vom 22. Juni liefert alarmierende Zahlen. Forscher des National Cancer Institute, des Imperial College London und der Johns Hopkins University werteten 1,5 Millionen KrebsfÀlle aus 23 LÀndern aus. Ergebnis: Ein steigender BMI hÀngt mit 19 verschiedenen Krebsarten zusammen.

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Steigt der BMI um fĂŒnf Punkte, erhöht sich das Risiko fĂŒr GebĂ€rmutterkörperkrebs um 58 Prozent. Bei Speiseröhren-Adenokarzinomen sind es 47 Prozent, bei Nierenkrebs 30 Prozent. Auch Gallenblasenkrebs (+27 Prozent) und Leberkrebs (+20 Prozent) treten hĂ€ufiger auf. Erstmals fanden die Forscher Verbindungen zu LeukĂ€mie, Blasenkrebs und Gliomen. AuffĂ€llig: MĂ€nner haben mit 17 Prozent ein deutlich höheres Darmkrebsrisiko als Frauen (6 Prozent).

Bauchfett als Gesundheitsfalle

Doch der BMI allein sagt nicht alles. Das viszerale Fett – das Fettgewebe im Bauchraum – rĂŒckt in den Fokus. Eine Langzeitstudie der UniversitĂ€t Leipzig und der Ben-Gurion-UniversitĂ€t in Circulation untersuchte 366 Probanden ĂŒber zehn Jahre. Wer sein viszerales Bauchfett um zehn Prozent reduziert, senkt das Diabetes-Risiko um 28 Prozent – unabhĂ€ngig vom Gesamtgewicht.

Die kritischen Grenzen: Bei Frauen gelten mehr als 80 cm Taillenumfang als bedenklich, bei MĂ€nnern mehr als 94 cm.

Das Deutsche Zentrum fĂŒr Diabetesforschung (DZD) und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) fordern in Nature Reviews Endocrinology vom 20. Juni, die PrĂ€diabetes-Remission zur KrebsprĂ€vention zu nutzen. Eine sĂŒdkoreanische Studie mit ĂŒber sechs Millionen Teilnehmern belegt: Wer seinen Blutzucker normalisiert, senkt das Risiko fĂŒr BauchspeicheldrĂŒsen- und Gallenblasenkrebs deutlich. Dazu kommen kardiovaskulĂ€re Vorteile: Das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-TodesfĂ€lle sinkt um 58 Prozent, fĂŒr SchlaganfĂ€lle um 42 Prozent.

GLP-1-Medikamente senken Krebsrisiko um 41 Prozent

Moderne Medikamente zeigen enormes Potenzial. Eine Analyse von 229.000 adipösen Erwachsenen ergab: GLP-1-Rezeptor-Agonisten senken das Risiko fĂŒr 13 Krebsarten um 41 Prozent. Eine Untersuchung im JAMA Network Open mit 1,6 Millionen Patientendaten bestĂ€tigt weniger adipositasassoziierte Tumoren unter dieser Behandlung.

Und noch eine ĂŒberraschende Entdeckung: Eine NIH-Studie in JAMA zeigt neurologische Vorteile. SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern um 43 Prozent, GLP-1-PrĂ€parate um 33 Prozent.

Die Pharmaindustrie arbeitet an der nĂ€chsten Generation: Wirkstoffe, die Fett abbauen, ohne Muskelmasse zu verlieren. Eli Lilly, AstraZeneca und Novo Nordisk entwickeln Kombinationstherapien. Der Wirkstoff Bimagrumab erzielte in Studien einen Fettabbau von ĂŒber 90 Prozent. ATX-304 von Cambrian Biotech reduzierte bei PrĂ€diabetikern das viszerale Fett um fĂŒnf Prozent.

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Neue FrĂŒhwarnsysteme aus dem Darm

Die UniversitĂ€t Wien analysierte in einer Nature-Studie 6.000 Genome von Darmbakterien. Das Ergebnis: Bestimmte Bakterienpopulationen treten gehĂ€uft bei Diabetes und Darmkrebs auf. Das könnte eine frĂŒhere Erkennung ermöglichen.

Zum Jo-Jo-Effekt liefert eine norwegische Studie neue Erkenntnisse. Auf dem EuropĂ€ischen Kongress fĂŒr Adipositas im Mai prĂ€sentierten Forscher Daten von 284 Erwachsenen. Überraschend: Schneller Gewichtsverlust (unter 1.000 kcal pro Tag ĂŒber acht Wochen) fĂŒhrte nach einem Jahr zu einem dauerhaft höheren Gewichtsverlust als langsames Abnehmen. Ein verstĂ€rkter Jo-Jo-Effekt ließ sich nicht bestĂ€tigen.

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