Ăbergewicht: 70â80 Prozent der Veranlagung ist genetisch bedingt
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 06:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigen aktuelle Forschungsergebnisse Anfang Juli 2026. Neurobiologische Fehlsteuerungen, genetische Faktoren und hormonelle EinflĂŒsse spielen die entscheidende Rolle.
Gehirnsteuerung und genetische Veranlagung
Der Hypothalamus im Gehirn reguliert den Appetit. Bei Adipositas liegt hier oft eine Fehlsteuerung vor, erklĂ€ren Fachmediziner der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen. SchĂ€tzungen zufolge sind 70 bis 80 Prozent der Neigung zu Ăbergewicht genetisch bedingt.
In Deutschland gelten rund 53 Prozent der Erwachsenen als ĂŒbergewichtig, 18 Prozent sind von Adipositas betroffen. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm: Direkte Behandlungskosten von 29 Milliarden Euro jĂ€hrlich, indirekte Kosten von 34 Milliarden Euro kommen hinzu. Trotzdem nutzen nur 25 Prozent der Betroffenen organisierte Gewichtsreduktionsprogramme. Fachkreise fordern daher verstĂ€rkt die Anerkennung von Adipositas als chronische Krankheit.
Hormonelle Auslöser und das GedÀchtnis der Fettzellen
Eine Studie im Fachjournal JAMA Network untersuchte den Zusammenhang zwischen HormonprÀparaten und Essverhalten. Bei 422 Frauen zeigte sich: An Tagen mit monophasischen oralen Kontrazeptiva traten signifikant hÀufiger emotionales Essen und Essattacken auf. Forscher der Michigan State University und der Texas A&M University stellten fest, dass dieser Effekt unabhÀngig von der allgemeinen Stimmungslage eintrat.
Neue ErklĂ€rungen gibt es auch fĂŒr den Jojo-Effekt. Wissenschaftler der ETH ZĂŒrich wiesen nach, dass Fettzellen ĂŒber ein epigenetisches GedĂ€chtnis verfĂŒgen. Bestimmte Markierungen bleiben bis zu zwei Jahre nach einem Gewichtsverlust bestehen. Experten des Deutschen Zentrums fĂŒr Diabetesforschung relativieren jedoch die Sorge: Ein Jojo-Effekt sei gesundheitlich nicht gefĂ€hrlicher als dauerhaftes starkes Ăbergewicht.
GLP-1-PrÀparate verÀndern den Snack-Markt
Der verstĂ€rkte Einsatz von GLP-1-Medikamenten, bekannt als Abnehmspritzen, verĂ€ndert den Markt fĂŒr Zwischenmahlzeiten. Marktforschungsanalysen zeigen: Anwender snacken seltener und bevorzugen kleinere Portionen. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft, fĂŒr qualitativ hochwertigere Produkte mehr zu bezahlen.
Die Forschung zeigt: 70â80 % der Neigung zu Ăbergewicht ist genetisch bedingt â doch mit der richtigen Strategie können Sie trotzdem dauerhaft abnehmen. Dieser kostenlose Leitfaden erklĂ€rt die 4-S-Regel, das 16:8-Intervallfasten und welche Lebensmittel Ihre natĂŒrliche GLP-1-Produktion ankurbeln. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Der Körper produziert das Hormon GLP-1 auch natĂŒrlich, vor allem in den L-Zellen des Darms. Die Produktion lĂ€sst sich durch ballaststoffreiche ErnĂ€hrung mit Proteinen und gesunden Fetten stimulieren. PrĂ€biotische Lebensmittel wie Zichorienwurzel, Topinambur, HĂŒlsenfrĂŒchte und resistente StĂ€rke fördern die körpereigene Freisetzung des SĂ€ttigungshormons.
Intervallfasten und die Wahrheit ĂŒber SĂŒĂstoffe
Die UniversitĂ€t Granada belegte die Nachhaltigkeit des 16:8-Intervallfastens in Kombination mit mediterraner ErnĂ€hrung. Ăber zwölf Monate fĂŒhrte ein frĂŒhes Essfenster zu stĂ€rkerer Körperfettreduktion als in der Kontrollgruppe.
Kritisch bewertet eine Metaanalyse der Tufts University kĂŒnstliche SĂŒĂstoffe wie Aspartam oder Sucralose. Die Auswertung von 21 kontrollierten Studien deutet darauf hin, dass diese Stoffe die Insulinempfindlichkeit verschlechtern und den NĂŒchterninsulinspiegel erhöhen. Ursache sind vermutlich VerĂ€nderungen des Darmmikrobioms.
Praktische Empfehlungen fĂŒr nachhaltige Gewichtsreduktion
Experten empfehlen fĂŒr eine dauerhafte Gewichtsabnahme:
Leiden Sie unter dem Jojo-Effekt? Neue Studien der ETH ZĂŒrich zeigen: Fettzellen haben ein epigenetisches GedĂ€chtnis â aber mit der richtigen ErnĂ€hrungsumstellung können Sie es ĂŒberlisten. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie mit Ballaststoffen und Intervallfasten langfristig Ihr Gewicht halten. Jojo-Effekt ĂŒberwinden â Leitfaden sichern
- Ein moderates Kaloriendefizit von etwa 500 Kilokalorien
- Ausreichende EiweiĂzufuhr
- Die â4-S-Regelâ: Mahlzeiten sollten schmecken, sĂ€ttigen, simpel und sozialvertrĂ€glich sein
- Verzicht auf stark zuckerhaltige GetrĂ€nke zugunsten von Wasser oder ungesĂŒĂtem Tee
Eine Studie der UniversitÀt Paris-Saclay zeigt zudem: Bei bestimmten Beschwerden wie stillem Reflux erzielt eine ErnÀhrungsumstellung sogar effektivere Ergebnisse als die rein medikamentöse Behandlung.
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