Deutschland, Mikrobiom-Forschung

Übergewicht in Deutschland: Mikrobiom-Forschung eröffnet neue Wege

21.05.2026 - 13:05:15 | boerse-global.de

Antientzündliche Kost und Intervallfasten zeigen in Studien starke Effekte auf Blutzucker und Darmflora.

Übergewicht in Deutschland: Mikrobiom-Forschung eröffnet neue Wege - Foto: über boerse-global.de
Übergewicht in Deutschland: Mikrobiom-Forschung eröffnet neue Wege - Foto: über boerse-global.de

Ein Viertel der Bevölkerung gilt als adipös. Besonders das viszerale Fett bereitet Medizinern Sorgen: Es fördert Entzündungsprozesse und begünstigt Typ-2-Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Herkömmliche Diätkonzepte stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Die Wissenschaft sucht deshalb nach neuen Wegen, den Stoffwechsel nachhaltig zu beeinflussen. Im Fokus steht dabei das menschliche Mikrobiom.

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Antientzündliche Kost als Schlüssel

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat im Mai 2026 das Potenzial einer antientzündlichen Ernährung hervorgehoben. Eine solche Kost soll das Risiko für Adipositas, Diabetes und chronische Erkrankungen senken. Das Mikrobiom fungiert dabei als zentraler Immunregulator.

Die DGE empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Wissenschaftliche Studien stützen diesen Ansatz: Die Mayo-Klinik konnte zeigen, dass Vitamin-D-Gaben über zwölf Wochen die Immunglobulin-Werte positiv beeinflussen und Entzündungsmarker senken.

Auch Flavonoide spielen eine wichtige Rolle. Kapern enthalten mit rund 180,7 Milligramm pro 100 Gramm besonders viel Quercetin. Bereits 30 Gramm Mandeln täglich verbessern die Ernährungsqualität signifikant, wie das Fachjournal „Nutrients“ berichtet.

Überraschende Erkenntnisse aus der Tierforschung

Die Veterinärmedizin liefert interessante Parallelen. Forscher der Cornell University wiesen nach, dass bereits 0,5 Prozent Traubentrester im Futter die Darmgesundheit erheblich verbessert. Die Bildung von Butyrat steigt, schädliche Keime wie Klebsiella und Clostridium werden reduziert.

Diese Erkenntnisse untermauern die Bedeutung von fermentierten Lebensmitteln und Probiotika für ein stabiles Stoffwechselgleichgewicht.

Fasten schlägt Medikamente

Eine 12-wöchige Studie der Shanghai Jiao Tong University verglich das 5:2-Fasten mit dem Standardmedikament Metformin. Über 100 übergewichtige Patienten mit Typ-2-Diabetes nahmen teil. Beim 5:2-Fasten wird an zwei Tagen pro Woche die Energiezufuhr auf 400 bis 600 Kilokalorien begrenzt.

Das Ergebnis: Periodisches Fasten senkte den Nüchternblutzucker stärker als Metformin. Die Insulinresistenz verbesserte sich in der Fastengruppe um rund 30 Prozent, in der Medikamentengruppe um weniger als 20 Prozent. Nach zwei Jahren zeigte sich: Keine schweren Hypoglykämien traten auf, das Leberfett reduzierte sich um etwa 30 Prozent.

Doch Mediziner warnen: Patienten mit Insulin- oder Sulfonylharnstoff-Einnahme, Personen mit einem BMI unter 18,5, Gallensteinen oder Schwangere sollten von solchen Fastenregimen absehen. Auch für Jugendliche und über 70-Jährige ist die Methode nicht uneingeschränkt geeignet.

BodyFast: 50 Millionen Downloads

Die Intervallfasten-App BodyFast hat im Mai 2026 die Marke von 50 Millionen Downloads überschritten. Matthias Schmeißer und Patrick Hammer starteten die App 2017 in Gräfelfing. Mit nur 15 Mitarbeitern belegte die Anwendung in über 40 Ländern zeitweise Platz eins der Health- und Fitness-Charts.

Der digitale Unterstützungsbedarf ist enorm. Parallel dazu beobachten Experten einen Trend zum sogenannten Biohacking.

Kim Kardashian und die Pillen-Müdigkeit

Kim Kardashian machte öffentlich, dass sie täglich 35 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel einnimmt. Drei Portionen über den Tag verteilt – und das führt selbst bei ihr zu einer gewissen „Pillenmüdigkeit“. Sie setzte zeitweise Fischöl ab, nahm die Supplementierung nach einer Blutwertkontrolle aber wieder auf. Jährliche DEXA-Scans überprüfen ihre Knochendichte.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) steht einer derart massiven Supplementierung kritisch gegenüber. Für gesunde Menschen mit ausgewogener Ernährung sei sie überflüssig. Das BfR warnt besonders vor Überdosierungen, etwa bei Vitamin D.

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Was den Jo-Jo-Effekt verhindert

Bitterstoffe in Rucola, Chicorée oder Radicchio regen die Verdauung an. Wasserreiche und ballaststoffhaltige Lebensmittel wie Gurken oder Vollkornbrot lassen den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen. Probiotische Lebensmittel wie Quark unterstützen die Darmflora.

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) konnte belegen, dass Walnüsse nicht nur das Cholesterin verbessern, sondern auch die Darmflora positiv beeinflussen. Diese synergetischen Effekte zwischen Ernährung und Mikrobiom sind entscheidend für einen stabilen Stoffwechsel nach der Gewichtsabnahme.

PCOS wird zu PMOS

56 Fachgesellschaften haben im Mai 2026 im Journal „Lancet“ die Umbenennung des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) in PMOS initiiert. Dies unterstreicht die wachsende Erkenntnis: Hormonelle und metabolische Störungen sind eng mit systemischen Entzündungen und dem Ernährungszustand verknüpft.

Training für den Kopf

Das sogenannte Brain Endurance Training gewinnt an Bedeutung. Bei Frauen zwischen 65 und 78 Jahren steigerte es nach einer mehrwöchigen Phase die kognitive Leistung um 8 Prozent und die körperliche Ausdauer um bis zu 30 Prozent. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Darm und Gehirn einbezieht, bietet offenbar die besten Erfolgsaussichten.

Die Ernährungsforschung wird sich künftig stärker auf individualisierte Therapien konzentrieren. Die Basis bleibt eine ballaststoffreiche, antientzündliche Ernährung. Die Stabilisierung des Mikrobioms könnte sich als das fehlende Puzzleteil erweisen – um die Adipositas-Zahlen nachhaltig zu senken und die Rückfallquoten nach Diäten zu reduzieren.

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