Krebs, Erkrankungen

Übergewicht und Krebs: 11,5% aller Erkrankungen vermeidbar

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 16:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verfettete Bauchspeicheldrüse senkt graue Substanz und erhöht Risiko für Parkinson und Schlaganfall laut Radiology-Studie.

Organfett schrumpft Gehirn: Neue Studie zu Parkinson-Risiko
Eine stilisierte Bauchspeicheldrüse mit leuchtenden neuronalen Verbindungen, die sich zum Gehirn erstrecken, symbolisiert die Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Besonders die Bauchspeicheldrüse könnte eine unterschätzte Gefahr für das Gehirn darstellen.

Bauchspeicheldrüsenfett schrumpft das Gehirn

Die in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlichte Untersuchung basiert auf Daten von 26.000 Teilnehmern der UK Biobank. Das Ergebnis: Eine verfettete Bauchspeicheldrüse reduziert die graue Substanz im Gehirn – bei Männern um 3,4 Prozent, bei Frauen um 3,2 Prozent.

Noch alarmierender: Männer mit verfetteter Bauchspeicheldrüse haben ein dreifach erhöhtes Risiko für Parkinson. Bei Frauen stieg die Schlaganfallwahrscheinlichkeit von 1,10 auf 3,35 Prozent. Die Hyperintensitäten in der weißen Substanz nahmen um 75 Prozent zu.

Besonders tückisch: Die Effekte treten auch bei Normalgewichtigen auf. Das Phänomen ist als „Skinny-fat“ bekannt – schlank von außen, verfettet von innen.

Übergewicht als Krebs-Treiber

Die Ergebnisse passen in ein größeres Bild. Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) mit über 450.000 Teilnehmern legt nahe: Bis zu 11,5 Prozent aller Krebserkrankungen könnten durch Übergewicht verursacht werden. Frühere Schätzungen lagen bei 2 bis 8 Prozent.

Adipositas erhöht das Risiko für mindestens 13 Krebsarten – darunter Darm-, Brust-, Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs. Besonders betroffen: Gebärmutter-, Nieren- und Speiseröhrenkrebs, bei denen bis zu 50 Prozent der Fälle auf Übergewicht zurückgehen.

Als Auslöser diskutieren Forscher chronische Entzündungen, ein Ungleichgewicht von Hormonen wie Leptin und Östrogen sowie das metabolische Syndrom.

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Die Schweiz hat im Mai 2026 neue Leitlinien veröffentlicht. Sie behandeln Adipositas erstmals als chronische Erkrankung. Die Empfehlungen: Ernährung, Bewegung, Schlaf und Verhaltensänderungen – ergänzt durch Medikamente oder Operationen.

45 Prozent des Demenzrisikos sind beeinflussbar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinien zur Demenzprävention aktualisiert. Die Kernbotschaft: Bis zu 45 Prozent des Risikos lassen sich durch veränderbare Faktoren senken.

Dazu zählen körperliche Aktivität, Rauchverzicht, Alkoholreduktion und gesunde Ernährung. Aber auch kognitive Stimulation, soziale Teilhabe und die Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht spielen eine Rolle. Neu aufgenommen: Hörgeräte bei Hörverlust und die Reduktion von Luftverschmutzung.

Neue Waffen gegen Übergewicht und Alzheimer

Die EU-Kommission hat im Juli 2026 die Wegovy-Tablette (Semaglutid 25 mg) zugelassen. Die Oasis-4-Studie zeigte eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 13,6 Prozent über 64 Wochen.

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Auch in der Alzheimer-Früherkennung gibt es Bewegung. Ein KI-Modell der Texas A&M-Universität kann die Erkrankung bis zu sieben Jahre im Voraus mit über 92 Prozent Genauigkeit vorhersagen. Ebenfalls im Juli zugelassen: der pTau217-Bluttest. Hohe Werte weisen auf ein erhöhtes Alzheimer-Risiko in den kommenden Jahren hin.

Forscher der Stanford Medicine entdeckten zudem den EP2-Rezeptor auf Makrophagen. Er steuert die Beseitigung alternder Zellen. Blockierten die Wissenschaftler den Rezeptor bei Mäusen, reduzierten sich altersbedingte Symptome in verschiedenen Organen. Ein vielversprechender Ansatz – auch wenn der Weg zum Menschen noch weit ist.

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