Ruderer, Bundeswettbewerb

Übertraining: Elf Ruderer kollabieren bei Bundeswettbewerb

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 14:20 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Extremsport und mangelnde Erholung gefährden zunehmend die Gesundheit von Athleten, warnen Mediziner.

Sportler in Gefahr: Wenn Überlastung zu Organversagen führt
Ruderer - Eine Nahaufnahme der verschwitzten Hand eines Ruderers, die ein Ruder fest umklammert, mit einem stürmischen Himmel im Hintergrund. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Folgen reichen von Kreislaufproblemen bis zu lebensbedrohlichen Organversagen.

Zusammenbruch bei der Ruder-Regatta

Besonders junge Athleten sind anfällig für extreme Belastungen. Beim 57. Bundeswettbewerb der Deutschen Ruderjugend in Münster kam es am 5. Juli zu einem medizinischen Zwischenfall. Elf Ruderer klagten nach ihren Wettkämpfen über Kreislaufprobleme und starke Erschöpfung.

Die Temperaturen lagen bei moderaten 22 Grad. Doch einsetzender Starkregen und die physische Anstrengung führten zum Abbruch der Regatta. Die meisten Teilnehmer konnten vor Ort stabilisiert werden. Ein Athlet musste stationär ins Krankenhaus.

100 Wettkämpfe an 100 Tagen

Ein extremes Beispiel für Langzeitbelastung lieferte Simon Gronau. Zwischen Ende März und dem 5. Juli absolvierte er 100 HYROX-Wettkämpfe an 100 aufeinanderfolgenden Tagen. Der Weltrekordversuch forderte seinen Tribut.

Bereits am 39. Tag diagnostizierten Ärzte ein Knochenödem im Fuß. Trotz Außentemperaturen von über 35 Grad setzte Gronau die Belastung fort. Professionelle Unterstützung – unter anderem von André Schürrle – half ihm dabei. Die Risiken für den Bewegungsapparat bleiben dennoch erheblich.

Wenn Muskelfasern zerfallen

Ein oft unterschätztes Phänomen im Breitensport ist das Rhabdomyolyse-Syndrom. Dabei zerfallen Muskelfasern durch Überlastung. Ein aktueller Fall aus Hanoi zeigt die Gefahr: Ein 31-jähriger Bauingenieur trainierte täglich intensiv – ohne Ruhetage. Das Ergebnis: Krankenhauseinweisung.

Dr. Nguyen Thi Hoa vom Krankenhaus E diagnostizierte die Erkrankung. Die freigesetzten Muskelleichengifte (Myoglobin) drohten ein akutes Nierenversagen auszulösen. Nur die frühzeitige Behandlung stabilisierte den Patienten.

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Mediziner warnen: Nicht nur die Intensität des Trainings ist entscheidend. Auch mangelnde Erholung und Dehydration begünstigen die Entstehung einer Rhabdomyolyse. Besonders junge Sportler neigen dazu, Warnsignale zu ignorieren.

Koffein als Risikofaktor fürs Herz

Die MedUni Graz untersuchte die Gefahren von Koffein bei Jugendlichen. In der Fachzeitschrift „Pediatric Cardiology“ veröffentlichten die Forscher ihre Ergebnisse. Sie werteten 110 Publikationen aus und fanden 39 dokumentierte Fälle von Herzrhythmusstörungen bei 13- bis 18-Jährigen.

Die Auslöser: Energydrinks, Pulver oder Tabletten. Die Symptome reichten von Herzrasen (Tachykardie) bis zu Kammerflimmern. In einem Fall endete der Konsum tödlich. Das Risiko steigt mit hohen Dosen – kann aber bei empfindlichen Personen bereits bei moderaten Mengen auftreten.

Wenn das Fußballfieber gefährlich wird

Nicht nur chemische Stimulanzien belasten das Herz-Kreislauf-System. Auch psychischer Stress und emotionale Anspannung spielen eine Rolle. GS Ph?m M?nh Hùng verwies Anfang Juli auf Untersuchungen zu sportlichen Großereignissen.

Eine Analyse zur WM 2006 zeigte: Wenn die Nationalmannschaft spielte, stieg die Zahl kardiovaskulärer Notfälle um das 2,66-Fache. Die Herzfrequenzen der Zuschauer lagen zwischen 130 und 170 Schlägen pro Minute. Das erhöht das Risiko für Herzinfarkte oder plötzlichen Herztod erheblich.

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Schlaganfälle werden jünger

Ein alarmierender Trend: Immer mehr junge Menschen erleiden Schlaganfälle. PGS Mai Duy Tôn berichtete Anfang Juli von einem 25-Jährigen, der nach Schlafmangel, Alkoholkonsum und Übergewicht einen Schlaganfall erlitt. Eine angeborene Gefäßfehlbildung spielte in diesem Fall mit hinein.

Doch die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mittlerweile betreffen 10 bis 15 Prozent der neuen Schlaganfallfälle junge Menschen. Experten sehen die Kombination aus ungesundem Lebensstil und extremer körperlicher oder psychischer Belastung als kritischen Faktor.

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