Ukraine, Luftgestützte

Ukraine: Luftgestützte Bodenroboter erstmals 10 km ins Feindesland

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei Operation Vivaldi transportierten ukrainische Bomberdrohnen Bodenroboter über zehn Kilometer ins Hinterland; zugleich wurden 125 km² zurückgewonnen.

Ukraine setzt Bodenroboter erstmals per Drohne hinter Frontlinien ein
Eine weitläufige, schlammige und von Kampfspuren gezeichnete Landschaft in der Region Donezk bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Unbemannte Landsysteme gewinnen an den Frontlinien in der Ukraine eine zunehmend dominierende Rolle bei logistischen Aufgaben und Vorstößen. Wie am 20. September 2026 bekannt wurde, übernehmen unbemannte Bodenfahrzeuge (UGVs) inzwischen 80 % der Front-Versorgung bei der 3. Sturmbrigade.

In besonders stark umkämpften Abschnitten wie Pokrowsk und Myrnohrad erreicht dieser Anteil sogar bis zu 90 %. Gleichzeitig erweitert das ukrainische Militär das Einsatzspektrum dieser Systeme durch eine neuartige Verbringungsmethode aus der Luft.

Premiere für luftgestützte Bodenroboter bei Operation Vivaldi

Im Rahmen der Operation Vivaldi in der Region Donezk hat das 3. Armeekorps der ukrainischen Streitkräfte am 20. September 2026 erstmals weltweit schwere Bomber-Drohnen eingesetzt, um Kamikaze-Bodenroboter mehr als 10 km hinter die russischen Linien zu transportieren und dort abzusetzen. Das primäre Ziel dieser Vorgehensweise liegt im Schutz der eigenen Infanterie.

Nach Angaben des Kommandeurs des 3. Armeekorps, Brigadegeneral Andrii Biletskyi, handelte es sich um die weltweit erste Luftverlegung von Bodenrobotern über eine derartige Distanz direkt ins gegnerische Hinterland.

Der Transport der Roboter erfolgte durch schwere Bomber-Drohnen der 3. Sturmbrigade. Taktisch dient das Absetzen aus der Luft der Überwindung natürlicher und künstlicher Barrieren wie Flüssen, Sümpfen sowie dichten Waldgebieten, die ein Vorankommen am Boden erschweren oder unmöglich machen würden.

Die Methode baut auf früheren Einsätzen auf. Bereits im August 2026 erprobte das 3. Armeekorps ein ARK-1-UGV über eine sogenannte Beuteltier-Taktik, bei der eine Trägerdrohne das Bodenfahrzeug beförderte. Im Juli 2026 kam zudem ein UGV auf der Kinburn-Nehrung zum Einsatz, das über ein unbemanntes Überwasserschiff transportiert worden war.

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Geländegewinne und gegnerische Verluste in der Region Donezk

Die Operation richtet sich gegen die russische 20., 25. und 1. Panzerarmee. Begleitend setzt das 3. Armeekorps elektronische Kriegsführung und Luftverteidigung ein, um russische Aufklärungsdrohnen gezielt zu stören und zu blenden.

Neben dem 3. Armeekorps und der 3. Sturmbrigade sind auch die 60. Mechanisierte Brigade, das 21. KRAKEN-Regiment, die Spezialeinheit Artan des Militärgeheimdienstes HUR sowie die Grenzabteilung DOZOR an den Gefechten beteiligt.

Im Zuge der Operation Vivaldi wurden in zwei Staffeln insgesamt 125 km² zurückerobert, wovon 50 km² vollständig befreit werden konnten. In der ersten Staffel wurden 75 km² geräumt; dabei befreiten die Einheiten Novoselivka, Oleksandrivka, Yarova, Serednie sowie den Stadtrand von Korovyi Yar.

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Die russische 20. und 25. Armee verloren nach Angaben des Armeekorps in dieser ersten Phase rund 1.500 Soldaten, über 12.000 Drohnen sowie hunderte Panzer und Artilleriesysteme.

In der zweiten Phase wurden 40 km² zurückerobert und nach Verbandsangaben 800 russische Soldaten eliminiert, womit die gemeldeten russischen Gesamtverluste über beide Staffeln hinweg bei über 3.000 Soldaten liegen. Zudem meldete Brigadegeneral Biletskyi die Befreiung von Shandryholove und Derylove sowie die volle Kontrolle über Drobysheve, während die Operation weiter andauert.

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