Unit-Dose-System: Potsdam-Klinikum automatisiert Medikamentenversorgung
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam hat seine internen Abläufe in der Patientenversorgung grundlegend modernisiert. Seit Mai 2026 setzt das Krankenhaus auf ein sogenanntes Unit-Dose-System, das die Bereitstellung von Medikamenten vollständig automatisiert.
Durch die patientenindividuelle Verpackung und Kennzeichnung von Arzneimitteln sollen Fehlerquellen minimiert und die Sicherheit in der klinischen Behandlung signifikant erhöht werden. Die Umstellung markiert einen wichtigen Schritt in der digitalen Transformation der Einrichtung.
Digitale Prozesskette von der Verordnung bis zur Prüfung
Der neue Prozess der Medikamentenversorgung beginnt unmittelbar bei der medizinischen Behandlung am Patientenbett. Die behandelnden Ärzte verordnen die benötigten Arzneimittel nun digital im krankenhausweiten System. Diese Daten werden in Echtzeit an die Krankenhausapotheke übermittelt, die eine zentrale Rolle in der neuen Logistikkette einnimmt.
In der Apotheke erfolgt eine automatisierte Prüfung der ärztlichen Verordnungen. Dabei wird das System genutzt, um die Medikation auf korrekte Dosierungen sowie potenzielle Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Präparaten zu kontrollieren. Dieser digitale Kontrollschritt soll sicherstellen, dass Unverträglichkeiten oder Fehlverordnungen erkannt werden, bevor das Medikament den Patienten erreicht. Die automatisierte Überprüfung dient somit als zusätzliche Sicherheitsebene für das pharmazeutische Personal.
Maschinelle Verpackung und individuelle Kennzeichnung
Nach der erfolgreichen Prüfung durch die Krankenhausapotheke erfolgt die physische Bereitstellung der Arzneimittel durch das Unit-Dose-System. Die Medikamente werden dabei maschinell verpackt. Das Besondere an diesem Verfahren ist die patientenindividuelle Konfektionierung: Jede Dosis wird für den jeweiligen Patienten einzeln zusammengestellt und mit einer spezifischen Kennzeichnung versehen.
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Diese automatisierte Etikettierung enthält alle relevanten Informationen zur Verabreichung und zum Patienten. Durch die präzise maschinelle Kennzeichnung wird das Risiko von Verwechslungen auf den Stationen reduziert. Da die Medikamente bereits in der Apotheke fertig portioniert und beschriftet werden, entfallen zeitintensive manuelle Vorbereitungsschritte durch das Pflegepersonal auf den jeweiligen Stationen.
Bedeutung für die Patientensicherheit und Effizienz
Die Implementierung des Unit-Dose-Systems seit Mai 2026 ist Teil einer Strategie, die Arzneimitteltherapiesicherheit nachhaltig zu verbessern. In klinischen Umgebungen gilt die korrekte Zuteilung von Medikamenten als eine der kritischsten Aufgaben im Stationsalltag. Experten sehen in der Automatisierung dieser Prozesse eine notwendige Antwort auf die steigende Komplexität in der Pharmakotherapie.
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Durch die lückenlose digitale Dokumentation von der Verordnung bis zur Verpackung wird jeder Schritt im Logistikprozess nachvollziehbar. Das Klinikum Ernst von Bergmann nutzt die Technologie zudem, um die personellen Ressourcen in der Pflege effektiver einzusetzen, indem Routineaufgaben in der Medikamentenvorbereitung an das automatisierte System übertragen werden.
Dieser Schritt wird in Fachkreisen als wesentlicher Baustein für moderne, zukunftsorientierte Krankenhausstrukturen gewertet, die sowohl die Versorgungsqualität als auch die Betriebssicherheit in den Fokus rücken.
