Unternehmensnachfolge: 50 Jahre Führung für 100 Milliarden Won Steuerfreibetrag
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie geplante Reform der steuerlichen Begünstigung bei der Unternehmensnachfolge sorgt in Südkorea für erhebliche Diskussionen. Der Finanz- und Wirtschaftsplanungsausschuss der Nationalversammlung warnte davor, dass eine Anhebung der Obergrenze für den Erbschaftssteuerfreibetrag bei Familienunternehmen die regressive Wirkung des Steuersystems vertiefen könnte.
Der Regierungsentwurf sieht vor, das maximale Entlastungsvolumen von bisher 60 Milliarden Won (45,3 Millionen US-Dollar) auf 100 Milliarden Won heraufzusetzen.
Bedenken hinsichtlich Verteilungswirkung und Kriterien
Laut dem Rechtsprüfbericht des Parlamentsausschusses käme die Ausweitung des Höchstbetrags vor allem Erben großer Unternehmen und Vermögen von über 60 Milliarden Won zugute. Neben der Verteilungswirkung beanstandete der Ausschuss auch inhaltliche Unschärfen in den Neuregelungen. Insbesondere Kriterien wie spezialisierte Technologie und Management-Know-how seien subjektiv formuliert.
Zudem kritisierte der Ausschuss die vorgesehene Branchenabgrenzung als willkürlich. So sei etwa der Großhandel mit Musikinstrumenten für die steuerliche Erleichterung vorgesehen, während der entsprechende Einzelhandel davon ausgeschlossen bleibe.
In Bezug auf weitere steuerpolitische Überlegungen, wie die Umwandlung des Kindersteuerfreibetrags in direkte staatliche Finanzhilfen, wies der Ausschuss auf Vor- und Nachteile hin: Eine solche Maßnahme könnte zwar die Regressivität mindern, biete jedoch eine geringere finanzielle Stabilität, da Förderprogramme stark von der allgemeinen Haushaltslage und der Konjunktur abhingen.
Der Gesetzentwurf koppelt den Höchstfreibetrag von 100 Milliarden Won an die Dauer der Unternehmensführung: 2 Milliarden Won je Betriebsjahr, das Maximum erst nach mindestens 50 Jahren. Wer die Kriterien kennt, kann die eigene Nachfolgeplanung früh darauf ausrichten. Kostenlosen Leitfaden zur Nachfolge-Reform anfordern
Höhere Obergrenzen bei strengeren Voraussetzungen
Der Gesetzentwurf der Regierung aus dem August verbindet die Ausweitung des Freibetrags mit deutlich verschärften Eignungskriterien und Kontrollverfahren. Die konkrete Höhe des Anspruchs soll an die Dauer der Unternehmensführung gekoppelt werden: Vorgesehen sind 2 Milliarden Won Freibetrag je Betriebsjahr durch den Erblasser. Das Maximum von 100 Milliarden Won würde damit erst nach mindestens 50 Jahren Unternehmensführung erreicht.
Im Rahmen dieser Reformverschärfung soll die erforderliche Führungsdauer durch die Eltern generell von bislang 10 auf 30 Jahre steigen. Gleichzeitig ist eine Verlängerung der Nachverwaltungsfrist von 5 auf 10 Jahre vorgesehen, während der Höchstfreibetrag von 60 Milliarden auf 100 Milliarden Won angehoben wird.
Debatte um Folgen für kleine und mittlere Betriebe
Die geplanten Änderungen stoßen auch auf Gegenwind aus der Politik und der mittelständischen Wirtschaft. Der Abgeordnete Woo Jaejun von der People Power Party warnte davor, dass die Reform in ihrer aktuellen Fassung sämtliche legitimen Nachfolger kleiner und mittlerer Unternehmen treffen könnte.
Der Parlamentsausschuss beanstandet die Eignungskriterien des Entwurfs als subjektiv und die Branchenabgrenzung als willkürlich — Großhandel und Einzelhandel werden unterschiedlich behandelt. Unser Leitfaden ordnet die offenen Punkte ein und zeigt, welche Fragen Sie gegenüber Beratern und Verbänden jetzt stellen sollten. Einordnung der Reform-Kriterien jetzt sichern
Südkoreas Mittelstandsministerin Lee Soyoung äußerte sich im Rahmen einer Parlamentsanhörung zu den Regierungsplänen. Sie kündigte an, dass ihr Ministerium die Position der kleinen und mittleren Betriebe im Steuerunterausschuss im November vortragen werde. Zudem gehöre sie künftig als geborenes Mitglied dem Prüfausschuss des Finanzministeriums für Branchenänderungen an. Entsprechende Erstkonsultationen seien bereits abgeschlossen worden.
