Utah, KI-Datenzentren

Utah zügelt KI-Datenzentren: Neue Regeln für Wasser und Strom

31.05.2026 - 11:03:28 | boerse-global.de

Utah erlässt Verordnung mit acht Leitprinzipien für Mega-Datenzentren, um Wasser- und Stromressourcen zu schützen.

Utah zügelt KI-Datenzentren: Neue Regeln für Wasser und Strom - Foto: über boerse-global.de
Utah zügelt KI-Datenzentren: Neue Regeln für Wasser und Strom - Foto: über boerse-global.de

Gouverneur Spencer Cox erließ am 29. Mai eine Verordnung mit acht Leitprinzipien für die Branche. Im Fokus stehen der Schutz natürlicher Ressourcen und die Interessen der Stromkunden – eine Reaktion auf den rasant wachsenden Energiehunger der Künstlichen Intelligenz.

Schutz für den Großen Salzsee und die Bürger

Die neue „Data Center Framework“-Verordnung verlangt von Großprojekten den Schutz des Großen Salzsees und der Wasserressourcen. Darüber hinaus schreibt sie Maßnahmen zur Luftreinhaltung, zur Vermeidung von Schäden an der Tierwelt und zum Ausbau der Energieerzeugung vor. Ein zentrales Anliegen: Stromkunden sollen nicht die Infrastrukturkosten für die Rechenzentren tragen. Cox verspricht sich von den Regeln wirtschaftliche Impulse für ländliche Regionen bei gleichzeitiger Transparenz und Bürgerbeteiligung.

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Das Stratos-Projekt als Brandbeschleuniger

Auslöser der Debatte ist das umstrittene Stratos-Projekt im Box Elder County. Initiiert vom Investor Kevin O'Leary, erstreckt sich die Anlage über 40.000 Acres und ist für eine Leistung von neun Gigawatt ausgelegt. Zum Vergleich: Das wäre die doppelte Strommenge, die der gesamte Bundesstaat Utah verbraucht.

Der Wasserverbrauch steht besonders in der Kritik. Erste Schätzungen gehen von 90 bis 270 Millionen Gallonen täglich aus. Die Entwickler hatten zuvor versucht, 13.000 Acre-Fuß Bewässerungswasser umzuwidmen – zogen den Antrag nach öffentlichem Protest zurück. Unter dem Druck der neuen Regeln stimmten sie nun einer schrittweisen Entwicklung zu.

Widerstand und juristische Niederlagen

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Bürgerinitiativen wie die Box Elder Accountability Referendum (BEAR) kritisieren die Verordnung als unzureichend. Die Regeln seien ein „Pappschild“, das die Kernprobleme der Ressourcenausbeutung nicht löse, so die Argumentation.

Der Widerstand bekommt zudem juristische Probleme. Der Oberste Gerichtshof von Utah entschied, dass die Genehmigung der Anlage ein legislativer Akt sei – und damit nicht durch ein Bürgerbegehren kippbar. Eine Abstimmung im November 2026 wird es nicht geben.

O'Leary wiederum führt den organisierten Protest auf koordinierte Propaganda der chinesischen Regierung zurück. Die lokalen Gruppen weisen das entschieden zurück: Ihre Sorge gelte einzig den konkreten Auswirkungen auf Land, Strom und Wasser.

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