VeilDrop, Ousaban

Veil#Drop und Ousaban: Zwei Malware-Kampagnen gefÀhrden Europa

Veröffentlicht am: 02.07.2026 um 11:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei aktuelle Angriffswellen nutzen manipulierte PDF-Dokumente, um Schadsoftware einzuschleusen und Bankdaten zu stehlen.

GefÀlschte PDFs: Neue Malware-Kampagnen bedrohen europÀische Nutzer
HĂ€nde tippen auf Laptop, bedrohliches PDF-Symbol schwebt darĂŒber, spiegelt sich in Brille. Illustration mit AI erstellt.

Cyberkriminelle nutzen gefÀlschte PDF-Dokumente, um Schadsoftware auf Rechner zu schleusen. Zwei Kampagnen gefÀhrden derzeit insbesondere europÀische Nutzer.

Sicherheitsforscher haben im Juli 2026 mehrere ausgeklĂŒgelte Malware-Kampagnen aufgedeckt, die auf Bankdaten und persönliche Informationen abzielen. Die Angreifer setzen dabei auf tĂ€uschend echte PDF-Dokumente als Köder – und nutzen ausgefeilte Techniken, um klassische Schutzprogramme zu umgehen.

Veil#Drop: Schadcode aus dem Blogspot

Die Sicherheitsfirma Securonix warnte Anfang Juli vor einer neuen Bedrohung namens Veil#Drop. Die Angreifer verschicken gefĂ€lschte E-Mails oder locken Nutzer auf manipulierte Webseiten. Dort laden die Opfer vermeintliche PDF-Dateien herunter – tatsĂ€chlich handelt es sich um JavaScript-Code.

Die Infektion lĂ€uft im Arbeitsspeicher ab, ohne Spuren auf der Festplatte zu hinterlassen. Das macht sie fĂŒr herkömmliche Virenscanner nahezu unsichtbar. Der SchĂ€dling PureLog Stealer wird direkt von Google Blogspot-Seiten nachgeladen. Er stiehlt Browser-Passwörter, Kryptogeld-Wallets und vor allem Session-Cookies – eine besonders gefĂ€hrliche Methode, um Zwei-Faktor-Authentifizierungen zu umgehen.

Kann der Schadcode nicht direkt im Speicher ausgefĂŒhrt werden, greifen die Hacker auf vertrauenswĂŒrdige Windows-Programme wie RegSvcs oder MSBuild zurĂŒck – eine Technik, die als „Living-off-the-Land" bekannt ist.

Ousaban-Trojaner zielt auf spanische und portugiesische Banken

Eine zweite, ebenso gefĂ€hrliche Kampagne richtet sich gezielt gegen Nutzer in Spanien und Portugal. Der Ousaban-Trojaner (auch Javali genannt) tarnt sich als beschĂ€digte PDF-Datei. Ein Button mit der Aufschrift „Atualizar" (Aktualisieren) fĂŒhrt die Opfer auf eine betrĂŒgerische Webseite.

Dort prĂŒfen die Angreifer akribisch, ob das Opfer echt ist: IP-Adresse, Systemsprache und Zeitzone werden analysiert. Nutzer aus anderen Regionen oder virtuelle Maschinen werden sofort abgewiesen. Erst nach erfolgreicher PrĂŒfung wird die eigentliche Schadsoftware ausgeliefert – versteckt in einem harmlos wirkenden Bild.

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Der Trojaner protokolliert Tastatureingaben, macht Screenshots und ĂŒberwacht die Zwischenablage. Im Visier stehen ĂŒber zwei Dutzend Finanzinstitute, darunter Santander, BBVA und CaixaBank.

Immer raffiniertere Tarnung

Beide Kampagnen zeigen, wie professionell Cyberkriminelle heute vorgehen. Der Ousaban-Trojaner sichert sich dauerhaft Zugang zum System ĂŒber einen Registry-SchlĂŒssel namens „Financeiro". Seine Kommando-Server wechseln tĂ€glich – berechnet aus dem aktuellen Datum, das von Google-Diensten abgerufen wird.

Die Sicherheitsforscher beobachten zudem einen wachsenden Trend: Immer hĂ€ufiger werden legitime Programme missbraucht. Zwischen August 2025 und MĂ€rz 2026 richteten Hacker etwa gefĂ€lschte Webseiten ein, die das beliebte Aufnahmeprogramm OBS Studio imitierten. Über diese Seiten verteilten sie den SchĂ€dling AsyncRAT.

Neue Gefahr: Unsichtbare Befehle in Bildern

Einen Ausblick auf kĂŒnftige Bedrohungen liefert die Forschung von DeepKeep. Das Unternehmen prĂ€sentierte Anfang Juli eine Technik namens InkJect. Dabei werden unsichtbare Anweisungen in Bilder eingebettet – etwa weißer Text auf weißem Hintergrund. Moderne KI-Modelle, die Bilder analysieren, können diese versteckten Befehle lesen und ausfĂŒhren. Herkömmliche Schutzmechanismen erkennen sie nicht.

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Schutzmaßnahmen fĂŒr Unternehmen und Privatnutzer

Experten raten zu erhöhter Wachsamkeit bei unerwarteten PDF-Dokumenten in E-Mails. AuffĂ€llige PowerShell-AktivitĂ€ten, die Kontakt zu öffentlichen Blog-Plattformen aufnehmen, sollten sofort geprĂŒft werden. IT-Abteilungen können zudem gezielt nach dem Registry-SchlĂŒssel „Financeiro" und bekannten Dateipfaden des Ousaban-Trojaners suchen.

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